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Lumb

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Brosme brosme
  • Ordnung: Dorschartige (Gadiformes)
  • Familie: Dorsche (Lotidae, teilweise auch Gadidae zugeordnet)
  • Gattung: Brosme (monotypisch)
  • Lebensraum: Kalte, tiefe Gewässer des Nordatlantiks; felsige und steinige Meeresböden in 100–1.000 m Tiefe
  • Größe: Durchschnittlich 50–80 cm, maximal bis 120 cm
  • Gewicht: Durchschnittlich 3–6 kg, maximal bis etwa 15 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre, vereinzelt älter

Aussehen & Merkmale

Der Lumb besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der an einen Aal erinnern kann, jedoch deutlich kräftiger gebaut ist. Charakteristisch ist die durchgehende, sehr lange Rückenflosse (Dorsale), die sich nahezu über den gesamten Rücken bis zum Schwanzstiel erstreckt und dort mit der Schwanzflosse (Caudale) und der ebenfalls langen Afterflosse (Anale) beinahe verschmilzt. Diese Flossenanordnung unterscheidet ihn deutlich von anderen Vertretern der Dorschartigen.

Die Grundfärbung variiert von gelblich-braun über olivbraun bis graubraun. Die Bauchseite ist heller, oft cremefarben oder weißlich. Die Flossen tragen häufig einen dunklen Saum mit schmalem weißem Rand, was ein gutes Erkennungsmerkmal darstellt. Die Schuppen sind klein und tief in die Haut eingebettet. Am Unterkiefer sitzt eine einzelne, gut ausgeprägte Bartel, wie sie für viele Verwandte innerhalb der Dorschartigen typisch ist. Die Augen sind verhältnismäßig klein, was auf die bodennahe Lebensweise in tieferen Wasserschichten hindeutet. Die Brustflossen sind abgerundet, die Bauchflossen stehen kehlständig und sind zu schmalen, verlängerten Strahlen reduziert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Lumbs erstreckt sich über den nördlichen Atlantik. Er kommt von der Küste Neuenglands und Südgrönlands im Westen bis nach Island, Norwegen, den Färöer-Inseln, der Nordsee und den Britischen Inseln im Osten vor. Die Barents-See bildet die nordöstliche Grenze seines Areals. Gelegentlich wird er auch im Skagerrak und Kattegat nachgewiesen, in der Ostsee fehlt er jedoch.

Als Habitat bevorzugt der Lumb felsige, steinige und von Geröll geprägte Meeresböden. Er meidet sandige oder schlammige Weichböden weitgehend. Typische Biotope sind unterseeische Felshänge, Riffkanten und Steilwände in Tiefen zwischen 100 und 500 Metern; einzelne Exemplare wurden jedoch auch in Tiefen bis über 1.000 Metern dokumentiert. In Küstennähe tritt er gelegentlich in flacheren Bereichen ab etwa 50 m Tiefe auf, vor allem in den nördlichen Teilen seines Verbreitungsgebiets, etwa vor Nordnorwegen und Island. Das bevorzugte Temperaturspektrum liegt zwischen 3 und 10 °C.

Ernährung

Der Lumb ist ein opportunistischer Raubfisch, der sich überwiegend von benthischen Wirbellosen und kleineren Fischen ernährt. Zu seinen Hauptbeutetieren zählen Krebstiere wie Einsiedlerkrebse, Garnelen und Krabben, daneben auch Seeigel, Seesterne, Schlangensterne und verschiedene Weichtiere wie Muscheln und Schnecken. Kleine Bodenfische, darunter Grundeln und junge Plattfische, ergänzen den Speiseplan. Die Bartel am Unterkiefer dient als Tastorgan und hilft dem Lumb, Beutetiere zwischen Spalten und Felsspalten aufzuspüren. Die kräftigen Kiefer ermöglichen es ihm, auch hartschalige Beute zu zerkleinern.

Verhalten & Lebensweise

Der Lumb ist ein ausgesprochen bodenbewohnender (demersaler) Fisch und überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber hält er sich häufig in Felsspalten, unter Überhängen oder zwischen großen Steinen verborgen. Er ist ein eher standorttreuer Einzelgänger, der kein ausgeprägtes Schwarmverhalten zeigt. Revierverhalten im engeren Sinne ist nicht nachgewiesen, doch die Tiere bewohnen bevorzugt feste Rückzugsorte, zu denen sie regelmäßig zurückkehren. Wanderungen unternimmt der Lumb nur in geringem Umfang, meist in Zusammenhang mit der Fortpflanzung oder saisonalen Temperaturverschiebungen.

Gegenüber anderen Fischarten verhält sich der Lumb wenig aggressiv. Durch seine verborgene Lebensweise zwischen Fels und Geröll entzieht er sich potenziellen Räubern wie größeren Haien und Robben weitgehend.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit fällt in die Monate April bis Juli, wobei der Höhepunkt je nach Region zwischen Mai und Juni liegt. Zum Laichen suchen die Tiere Gebiete mit felsigem Grund in Tiefen zwischen 100 und 400 Metern auf. Die Weibchen geben pelagische Eier ins freie Wasser ab, die an der Oberfläche oder in den oberen Wasserschichten treiben. Ein einzelnes Weibchen kann mehrere Hunderttausend bis über eine Million Eier pro Laichsaison produzieren. Die Eier haben einen Durchmesser von etwa 1,2 bis 1,5 mm und enthalten einen Öltropfen, der für Auftrieb sorgt.

Nach dem Schlupf durchlaufen die Larven eine pelagische Phase, in der sie sich von Plankton ernähren. Mit zunehmender Größe gehen die Jungfische zum bodennahen Leben über. Die Geschlechtsreife tritt relativ spät ein: Männchen werden mit etwa 6 bis 8 Jahren geschlechtsreif, Weibchen erst mit 8 bis 10 Jahren. Diese späte Geschlechtsreife macht die Art anfällig gegenüber Überfischung, da sich dezimierte Bestände nur langsam erholen.

Bedrohung & Schutzstatus

Der Lumb wird kommerziell befis