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Mahlzahn

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Anatomie & Körperbau > Kopf & Sinnesorgane

Definition & Überblick

Als Mahlzähne (lat. Dentes molares, Singular: Dens molaris) werden jene Backenzähne bezeichnet, die im bleibenden Gebiss ohne Milchzahnvorgänger angelegt werden – sie gehören somit zur monophyodonten Zahngeneration. Sie befinden sich im caudalen Abschnitt des Ober- und Unterkiefers (Maxilla und Mandibula) und schließen sich distal an die Prämolaren (Dentes praemolares, Vormahlzähne) an. Zusammen mit diesen bilden sie die funktionelle Einheit der Backenzähne (Dentes buccales), die der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung dient. Anzahl, Form und Funktion der Molaren variieren erheblich zwischen den Tierarten und spiegeln die jeweilige Ernährungsweise wider.

Aufbau & Struktur

Der grundlegende histologische Aufbau eines Mahlzahns entspricht dem allgemeinen Zahnschema der Säugetiere. Er besteht aus folgenden Schichten und Anteilen:

  • Zahnschmelz (Enamelum) – die härteste Substanz des Körpers, bildet die äußere Schicht der Zahnkrone (Corona dentis). Bei Pflanzenfressern ist der Schmelz in komplexen Faltungen angelegt, um die Kaufläche widerstandsfähiger zu machen.
  • Dentin (Dentinum) – das unter dem Schmelz liegende Zahnbein, das den Hauptanteil des Zahns ausmacht und die Pulpahöhle (Cavum dentis) umgibt.
  • Zahnzement (Cementum) – bedeckt die Zahnwurzel und dient der Verankerung im Alveolarfach (Alveolus dentalis) über das Periodontium. Bei Equiden und Wiederkäuern füllt Zement zusätzlich die Schmelzfalten der Kaufläche aus.
  • Zahnpulpa (Pulpa dentis) – das zentrale Bindegewebe mit Blutgefäßen und Nerven, das den Zahn versorgt.

Molaren besitzen im Vergleich zu den übrigen Zahntypen eine breite, mehrwurzelige Basis. Im Oberkiefer weisen sie typischerweise drei, im Unterkiefer zwei Wurzeln auf – wenngleich dies je nach Tierart abweicht. Die Kaufläche (Facies occlusalis) ist das entscheidende funktionelle Merkmal: Sie ist bei Karnivoren eher scharfkantig (secodont), bei Herbivoren dagegen breit und rillenreich (selenodont oder lophodont), um pflanzliches Material effektiv zu zerreiben.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal betrifft den Zahntyp hinsichtlich des Wachstumsverhaltens: Brachydonte Molaren besitzen ein geschlossenes Wurzelwachstum und eine klar abgegrenzte Krone, während hypsodonte Molaren – wie bei Pferd und Kaninchen – eine hohe Zahnkrone aufweisen und über lange Zeiträume nachrücken, um den ständigen Abrieb zu kompensieren.

Funktion

Die Hauptfunktion der Molaren liegt in der Zerkleinerung und Zermahlung der Nahrung. Während die Schneidezähne (Dentes incisivi) dem Abbeißen und die Eckzähne (Dentes canini) dem Festhalten dienen, übernehmen die Mahlzähne die eigentliche Kauarbeit. Durch die seitlichen Bewegungen des Unterkiefers (Lateralbewegung) gleiten die Kauflächen der oberen und unteren Molaren gegeneinander und zerreiben das Futter. Dieser Vorgang wird als Mastikation bezeichnet.

Die dabei entstehende Oberflächenvergrößerung des Nahrungsbreis ist essenziell für die enzymatische Verdauung im Magen-Darm-Trakt. Besonders bei Herbivoren, deren Nahrung zellulosereiche Pflanzenfasern enthält, ist eine effiziente Molarenfunktion überlebenswichtig. Die Molaren arbeiten dabei eng mit der Kaumuskulatur zusammen – insbesondere dem Musculus masseter und dem Musculus pterygoideus medialis, die die für das Mahlen notwendigen Lateralkräfte erzeugen.

Unterschiede zwischen Tierarten

Die Zahnformel gibt Auskunft über die Anzahl der Molaren je Kieferhälfte und unterscheidet sich erheblich zwischen den Spezies:

  • Pferd (Equus caballus): 3 Molaren je Kieferhälfte. Die Molaren sind stark hypsodont mit komplexen Schmelzfaltungen und Zementfüllungen. Die Kauflächen zeigen ein typisches lophodontes Relief. Der Zahnwechsel und das vollständige Durchschieben aller Molaren ist erst mit etwa fünf Jahren abgeschlossen.
  • Rind (Bos taurus): 3 Molaren je Kieferhälfte. Die Molaren sind selenodont – sie tragen halbmondförmige Schmelzleisten, die beim Kauen eine effektive Reibfläche erzeugen. Das Rind als Wiederkäuer nutzt seine Molaren sowohl beim initialen Kauen als auch intensiv beim Wiederkauvorgang.
  • Hund (Canis lupus familiaris): 2 Molaren im Oberkiefer, 3 im Unterkiefer je Kieferhälfte. Die Molaren sind brachydont und weisen eine bunodonte bis secodonte Kauflächenform auf – eine Anpassung an die omnivore Ernährung.
  • Katze (Felis catus): 1 Molar im Oberkiefer, 1 im Unterkiefer je Kieferhälfte. Als obligater Karnivore hat die Katze ein stark reduziertes Molarengebiss. Die Kauarbeit wird überwiegend von den scherenartigen Reißzähnen (Dentes sectorii) übernommen.
  • Kaninchen (Oryctolagus cuniculus): 3 Molaren im Oberkiefer, 2 im Unterkiefer. Sämtliche Backenzähne sind elodont – sie wachsen zeitlebens nach, da kein Wur