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Maikäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Melolontha melolontha (Feldmaikäfer), Melolontha hippocastani (Waldmaikäfer)
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
  • Unterfamilie: Melolonthinae
  • Gattung: Melolontha
  • Lebensraum: Laubwälder, Waldränder, Obstwiesen, Gärten, Agrarlandschaften
  • Größe: 20–30 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre (gesamter Lebenszyklus); Imagines leben nur 4–7 Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Maikäfer gehört zu den größeren einheimischen Käferarten und ist durch seinen gedrungenen, ovalen Körperbau leicht zu erkennen. Die Deckflügel (Elytren) sind rotbraun bis kastanienbraun gefärbt und weisen feine Längsrippen auf. Der Halsschild ist schwarz und dicht mit hellen, gräulich-weißen Härchen bedeckt. Das Abdomen ragt seitlich unter den Deckflügeln hervor und zeigt eine charakteristische Zeichnung aus abwechselnd schwarzen und weißen, dreieckigen Flecken – die sogenannten Zacken. Am Hinterleibsende befindet sich ein spitz zulaufender Fortsatz, das Pygidium, das bei der Unterscheidung der Geschlechter hilfreich ist: Beim Männchen ist es länger und schlanker als beim Weibchen.

Ein besonders auffälliges Merkmal sind die fächerartigen Fühler (Lamellenfühler), die bei den Männchen sieben, bei den Weibchen sechs Lamellen tragen. Diese vergrößerte Oberfläche dient der Wahrnehmung von Duftstoffen und spielt bei der Partnersuche eine zentrale Rolle. Die sechs Beine sind kräftig gebaut und enden in kleinen Krallen, mit denen sich der Käfer an Blättern und Rinde festhält. Die häutigen Hinterflügel, die unter den Deckflügeln verborgen liegen, ermöglichen einen zwar schwerfällig wirkenden, aber durchaus ausdauernden Flug.

Vom verwandten Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) unterscheidet sich der Feldmaikäfer vor allem durch die Form des Pygidiums: Beim Feldmaikäfer ist es knopfartig verdickt und abrupt verengt, beim Waldmaikäfer gleichmäßig verjüngt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Melolontha erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht von der Iberischen Halbinsel bis nach Russland. In Mitteleuropa sind beide Arten weit verbreitet. Der Feldmaikäfer bevorzugt offene bis halboffene Landschaften wie Obstwiesen, Gärten und Agrarflächen. Sein Habitat liegt typischerweise in Gebieten mit lockeren, sandigen bis lehmigen Böden, da die Larven auf grabfähiges Substrat angewiesen sind. Der Waldmaikäfer besiedelt dagegen bevorzugt lichte Laub- und Mischwälder sowie Waldränder.

In Höhenlagen kommt der Maikäfer bis etwa 1.000 Meter vor, wobei die Populationsdichte mit zunehmender Höhe abnimmt. Regionen mit intensiver Landwirtschaft und häufigem Grünlandumbruch bieten den Engerlingen günstige Bedingungen, sodass es dort periodisch zu Massenvermehrungen kommen kann.

Ernährung

Adulte Maikäfer ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume. Bevorzugt werden Eichen, Buchen, Ahorne, Rosskastanien und Obstbäume wie Kirsche und Pflaume. Bei starkem Befall können die Käfer ganze Baumkronen kahlfressen – ein Phänomen, das historisch als „Maikäferjahr" bekannt wurde und in der Land- und Forstwirtschaft erhebliche Schäden verursachte.

Die Larven, die sogenannten Engerlinge, leben im Boden und fressen an Pflanzenwurzeln. Während des ersten Larvenstadiums ernähren sie sich hauptsächlich von Humus und feinen Wurzelfasern. In den späteren Stadien gehen sie zu dickeren Wurzeln über und können dabei an Gräsern, Getreide, Kartoffeln und Jungbäumen erhebliche Fraßschäden anrichten. Besonders betroffen sind Rasenflächen, Baumschulen und landwirtschaftliche Kulturen.

Verhalten & Lebensweise

Maikäfer sind dämmerungs- und nachtaktiv. Die charakteristischen Schwärmflüge finden in den Abendstunden statt, meist kurz nach Sonnenuntergang bei Temperaturen über 15 °C. Tagsüber ruhen die Käfer an geschützten Stellen im Laub der Bäume. Der Flug wirkt unbeholfen und wird häufig von hörbarem Brummen begleitet – eine Folge der hohen Flügelschlagfrequenz bei vergleichsweise großer Körpermasse.

Ein typisches Verhaltensmerkmal ist die sogenannte Todstellreflex (Thanatose): Wird ein Maikäfer gestört, zieht er die Beine an den Körper und lässt sich fallen, um Fressfeinden zu entgehen. Zu den natürlichen Feinden zählen Fledermäuse, Eulen, Stare, Krähen, Igel und Maulwürfe. Die Engerlinge werden von Maulwürfen, Spitzmäusen und verschiedenen Laufkäferarten erbeutet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Flugzeit der adulten Maikäfer erstreckt sich von Ende April bis Anfang Juni. Nach der Paarung, die meist in den Baumkronen stattfindet, gräbt sich das Weibchen 15–25 cm tief in den Boden und legt dort in mehreren Schüben insgesamt 60–80 Eier ab. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in sonnigen, locker bewachsenen Böden.

Nach etwa vier bis sechs Wochen schlüpfen die Engerlinge. Diese durchlaufen drei Larvenstadien (L1 bis L3) über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren. Im letzten Larvenstadium können die