Makrele
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Scomber scombrus
- Ordnung: Scombriformes (Makrelenartige)
- Familie: Scombridae (Makrelen und Thunfische)
- Gattung: Scomber
- Lebensraum: Pelagische Zonen des Nordostatlantiks, Mittelmeer, Schwarzes Meer, westlicher Nordatlantik
- Größe: 25–50 cm, maximal bis 60 cm
- Gewicht: 0,5–1,5 kg, selten bis 3,5 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Atlantische Makrele besitzt einen spindelförmigen, stromlinienförmigen Körper, der sie als schnellen Schwimmer ausweist. Der Rücken ist stahlblau bis grünlich gefärbt und trägt charakteristische dunkle, wellenförmige Querstreifen, die sich von der Rückenflosse bis zur Seitenlinie ziehen. Die Bauchseite ist silbrig-weiß und schimmert je nach Lichteinfall perlmuttartig. Die Schuppen der Makrele sind sehr klein und glatt, was den Reibungswiderstand im Wasser reduziert.
Auffällig sind die zwei weit voneinander getrennten Rückenflossen. Hinter der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse befinden sich jeweils fünf kleine Flössel (Pinnae), die für die Familie der Scombridae typisch sind und bei hohen Schwimmgeschwindigkeiten Turbulenzen verringern. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt und sorgt für kraftvollen Vortrieb. Im Gegensatz zu vielen anderen Knochenfischen fehlt der Makrele eine Schwimmblase, weshalb sie permanent in Bewegung bleiben muss, um nicht abzusinken.
Das Maul ist endständig, relativ groß und mit kleinen, spitzen Zähnen besetzt. Die Augen sind verhältnismäßig groß und ermöglichen gutes Sehen auch bei schwachem Licht in tieferen Wasserschichten.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Atlantischen Makrele erstreckt sich über weite Teile des Nordostatlantiks – von Nordnorwegen und Island im Norden bis zu den Küsten Marokkos und den Kanarischen Inseln im Süden. Große Bestände finden sich in der Nordsee, der Irischen See, im Skagerrak sowie im westlichen Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Im westlichen Atlantik kommt die Art von Labrador bis Cape Hatteras vor.
Als pelagischer Fisch bewohnt die Makrele die offenen Wasserschichten vom Oberflächenbereich bis in Tiefen von etwa 200 bis 250 Metern. Das bevorzugte Habitat umfasst küstennahe sowie ozeanische Gewässer mit Wassertemperaturen zwischen 8 und 20 °C. Saisonale Wanderungen bestimmen die Verteilung der Bestände: Im Sommer ziehen Makrelenschwärme in nährstoffreiche, küstennahe Gewässer, während sie im Winter in tiefere, wärmere Wasserschichten am Kontinentalhang abwandern.
Ernährung
Die Makrele ist ein opportunistischer Räuber, der sich je nach Jahreszeit und Angebot von unterschiedlicher Beute ernährt. Hauptnahrungsquellen sind Zooplankton – insbesondere Ruderfußkrebse (Copepoda) und Flohkrebse (Amphipoda) – sowie kleine Fische wie Sprotten, Sardinen, Heringslarven und Sandaale. Auch Fischlaich und Fischeier werden aufgenommen.
Bei der Jagd auf Plankton filtern Makrelen das Wasser, indem sie mit geöffnetem Maul durch dichte Planktonwolken schwimmen. Die Kiemenreusen halten dabei die Nahrungspartikel zurück. Bei der aktiven Jagd auf Fische zeigen sie dagegen ein koordiniertes Schwarmverhalten, bei dem ein Fischschwarm von mehreren Seiten eingekreist und in dichte Formationen getrieben wird.
Verhalten & Lebensweise
Makrelen sind ausgesprochene Schwarmfische. Die Schwärme können mehrere tausend bis Millionen Individuen umfassen und erstrecken sich über große Flächen. Innerhalb eines Schwarms schwimmen die Tiere in synchronisierter Formation, wobei Körpergröße und Schwimmgeschwindigkeit innerhalb einer Gruppe weitgehend einheitlich sind. Dieses Schwarmverhalten dient primär dem Schutz vor Fressfeinden wie Thunfischen, Delfinen, Haien und Seevögeln.
Die Art ist tagaktiv und orientiert sich bei der Nahrungssuche stark an Licht- und Temperaturverhältnissen. Nachts sinken die Schwärme in tiefere Wasserschichten ab und reduzieren ihre Aktivität. Da die Makrele keine Schwimmblase besitzt, muss sie kontinuierlich schwimmen, um den Auftrieb aufrechtzuerhalten – ein Stillstand würde zum langsamen Absinken führen.
Die saisonalen Wanderungen der Makrele gehören zu den ausgeprägtesten unter den europäischen Meeresfischen. Im Frühjahr ziehen die Schwärme aus den Überwinterungsgebieten am Kontinentalschelf in flachere Küstengewässer, wo Nahrung reichlich vorhanden ist und die Fortpflanzung stattfindet. Im Herbst kehren sie in die Tiefe zurück.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit der Atlantischen Makrele liegt je nach Region zwischen Mai und Juli. Die Fortpflanzung findet in den oberen Wasserschichten bei Temperaturen von 10 bis 15 °C statt. Weibchen geben ihre Eier portionsweise in mehreren Schüben über einen Zeitraum von mehreren Wochen ab. Ein einzelnes Weibchen produziert pro Saison zwischen 200.000 und 450.000 Eier.
Die Eier sind pelagisch – sie schweben frei im Wasser und enthalten einen Öltropfen, der ihnen Auftrieb verleiht. Die Befruchtung erfolgt extern durch die gleichzeitig abgegebenen Spermien der Männchen. Nach etwa vier bis sieben Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst nur rund 3 mm lang sind und sich vom Dottersack ernähren. Bereits nach wenigen Tagen beginnen die Larven, aktiv Plankton aufzunehmen.
Brutpflege findet nicht statt. Die hohe Eizahl kompensiert die entsprechend hohe Mortalitäts