Mantis Shrimp
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ordnung Stomatopoda
- Ordnung: Fangschreckenkrebse (Stomatopoda)
- Überklasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
- Familien: ca. 17 Familien, darunter Odontodactylidae, Gonodactylidae, Squillidae und Lysiosquillidae
- Anzahl bekannter Arten: über 450
- Lebensraum: Tropische und subtropische Meeresgebiete, vorwiegend Flachwasser, Korallenriffe, Sand- und Schlickböden
- Größe: 2–38 cm, je nach Art; die größte Art Lysiosquillina maculata erreicht bis zu 38 cm
- Gewicht: Wenige Gramm bis ca. 200 g
- Lebenserwartung: 3–25 Jahre, artabhängig
Aussehen & Merkmale
Fangschreckenkrebse, im Englischen als Mantis Shrimp bezeichnet, sind keine Garnelen im eigentlichen Sinne, sondern bilden eine eigenständige Ordnung innerhalb der Höheren Krebse. Ihren deutschen Namen verdanken sie den zu Fangwerkzeugen umgebildeten zweiten Maxillipeden (Kieferfüßen), die in Form und Funktion an die Fangbeine der Gottesanbeterinnen (Mantodea) erinnern.
Der Körper ist langgestreckt, dorsoventral leicht abgeflacht und in drei Tagmata gegliedert: Kopf (Cephalon), Thorax (Rumpf) und Pleon (Hinterleib). Die Körperoberfläche ist von einem festen Chitinpanzer bedeckt, der je nach Art kräftig gefärbt sein kann – das Spektrum reicht von leuchtend grün, rot und blau bis hin zu komplexen Streifenmustern. Der Carapax bedeckt den vorderen Thoraxbereich, lässt aber mehrere Thorakalsegmente frei. Das Telson (Schwanzfächer) ist breit und häufig mit Dornen oder Kielen versehen; es dient sowohl der Fortbewegung als auch der Verteidigung des Höhleneingangs.
Besonders auffällig sind die gestielten Komplexaugen, die unabhängig voneinander beweglich sind und zu den leistungsfähigsten Sehorganen im Tierreich zählen. Sie besitzen je nach Art bis zu 16 verschiedene Photorezeptortypen – der Mensch verfügt über drei. Damit können die Tiere unter anderem linear und zirkulär polarisiertes Licht sowie ultraviolettes Licht wahrnehmen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Stomatopoda erstreckt sich über tropische und subtropische Meeresregionen des Indischen Ozeans, des Pazifiks, des Atlantiks und des Roten Meeres. Einige wenige Arten kommen auch in gemäßigten Gewässern vor. Als Habitat bevorzugen die meisten Arten flache Küstengewässer bis etwa 30 Meter Tiefe, manche Spezies wurden jedoch in Tiefen von über 1.500 Metern nachgewiesen.
Innerhalb ihres Biotops besiedeln Fangschreckenkrebse Korallenriffe, Geröllfelder, Seegraswiesen sowie Sand- und Schlammböden. Viele Arten graben komplexe Gangsysteme im Sediment, während andere Felsspalten und verlassene Hohlräume in Korallenstöcken als Wohnhöhle nutzen. Das Revier wird aggressiv gegen Artgenossen und andere Eindringlinge verteidigt.
Ernährung
Die Ernährung der Fangschreckenkrebse ist carnivor. Je nach Bautyp der Fangbeine unterscheidet man zwei ökologische Hauptgruppen: die „Spearer" (Stecher) und die „Smasher" (Schläger).
Spearer-Arten wie die Vertreter der Familie Squillidae besitzen dornenbewehrte Fangbeine, mit denen sie weichhäutige Beute – darunter Fische, Garnelen und Würmer – blitzschnell aufspießen. Sie lauern häufig in ihren Höhlen und stoßen bei passierender Beute in Bruchteilen einer Sekunde zu.
Smasher-Arten, etwa Odontodactylus scyllarus (Pfauenfangschreckenkrebs), verfügen über keulenförmig verdickte Fangbeine, mit denen sie extrem schnelle Schläge ausführen. Die Beschleunigung dieser Schlagbewegung gehört zu den höchsten im Tierreich: Die Keule erreicht Geschwindigkeiten von über 23 m/s, was einem Beschleunigungswert von bis zu 10.400 g entspricht. Damit knacken die Tiere die Schalen von Schnecken, Muscheln, Seeigeln und Krebsen. Beim Aufprall entstehen durch Kavitation winzige Gasblasen, deren Kollaps zusätzliche Energie auf die Beutetiere überträgt.
Verhalten & Lebensweise
Fangschreckenkrebse leben überwiegend einzelgängerisch und sind – je nach Art – tag- oder dämmerungsaktiv, einige Spezies zeigen auch nachtaktive Tendenzen. Sie verbringen einen Großteil des Tages in ihren Wohnhöhlen und verlassen diese primär zur Nahrungssuche.
Die Tiere gelten als ausgesprochen intelligent für Krebstiere. Verhaltensexperimente zeigen, dass sie individuelle Artgenossen an visuellen und chemischen Signalen erkennen und sich an frühere Begegnungen erinnern können. Revierstreitigkeiten werden häufig durch ritualisierte Drohgebärden und das Vorzeigen des farbigen Telsons beigelegt, bevor es zu echten Kämpfen kommt. Bei direkten Auseinandersetzungen setzen die Tiere ihre Schlagbeine mit vollem Krafteinsatz ein, was zu schweren Verletzungen beim Gegner führen kann.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung erfolgt geschlechtlich. Bei einigen Arten geht der Paarung eine Balz voraus, die Farbsignale und spezifische Körperhaltungen umfasst. Die Weibchen tragen die befruchteten Eier als kompaktes Gelege zwischen den vorderen Pleopoden (Schwimmbeinen) oder bewachen sie in der Wohnhöhle. Je nach Art kann ein Gelege mehrere tausend bis über 50.000 Eier umfassen.
Manche Arten, insbesondere unter den Smasher-