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Mbuna

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Mbuna (Gruppenbezeichnung, keine einzelne Gattung; umfasst u. a. Pseudotropheus, Melanochromis, Labidochromis, Tropheops, Cynotilapia, Metriaclima)
  • Ordnung: Cichliformes (Buntbarschartige)
  • Familie: Cichlidae (Buntbarsche)
  • Lebensraum: Felsküsten (Felslitoral) des Malawisees, Ostafrika
  • Größe: Je nach Art 6–18 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: Ca. 15–80 g, artabhängig
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre (in Aquarienhaltung teils bis 12 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Mbuna sind in der Regel kompakt und seitlich leicht abgeflacht gebaut. Der Körper ist mit stabilen Cycloidschuppen bedeckt. Das Maul ist relativ klein, oft leicht unterständig bis endständig, und mit feinen, meißelförmigen Zähnen besetzt, die an das Abweiden von Aufwuchsalgen angepasst sind. Je nach Gattung variiert die Zahnstellung erheblich – bei Labidochromis etwa sind die Zähne eher spitz und leicht nach innen gebogen, während Pseudotropheus-Arten breitere, spateiförmige Zähne aufweisen.

Die Farbvielfalt der Mbuna gehört zu den auffälligsten unter den Süßwasserfischen weltweit. Viele Arten zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen tragen leuchtende Blau-, Gelb- oder Orangetöne, oft mit kontrastierenden Querstreifen, während Weibchen häufig unauffälliger gefärbt sind – meist bräunlich oder gräulich. Eine bekannte Ausnahme ist Labidochromis caeruleus (Gelber Labidochromis), bei dem beide Geschlechter intensiv gelb gefärbt sind. Einige Arten, etwa aus der Gattung Melanochromis, zeigen zudem einen ontogenetischen Farbwechsel: Jungfische ähneln den Weibchen und färben erst mit zunehmender Reife in die typische Männchenfärbung um.

Die Rückenflosse ist lang ausgezogen und reicht nahezu über den gesamten Rücken. Männchen vieler Arten tragen auf der Afterflosse sogenannte Eiflecken (Ocelli), die bei der Fortpflanzung eine zentrale Rolle spielen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Mbuna beschränkt sich auf den Malawisee (auch Njassasee genannt) in Ostafrika, der sich über Teile von Malawi, Mosambik und Tansania erstreckt. Der Name „Mbuna" stammt aus der Sprache der Tonga und bedeutet so viel wie „Felsenfisch" – ein treffender Hinweis auf das bevorzugte Habitat.

Mbuna besiedeln fast ausschließlich das Felslitoral des Sees, also ufernahe Zonen, in denen Geröllfelder und Felsbrocken den Untergrund dominieren. Die Wassertiefe, in der sie vorkommen, reicht von etwa einem Meter bis in Tiefen von rund 40 Metern. Das Wasser des Malawisees ist alkalisch (pH 7,7–8,6), relativ hart und mit Temperaturen zwischen 24 und 28 °C ganzjährig warm. Zwischen den einzelnen Felsriffen bestehen oft sandige Abschnitte, die für viele Mbuna-Arten eine natürliche Barriere darstellen. Diese geografische Isolation auf engem Raum hat zur Bildung zahlreicher lokaler Farbmorphen und endemischer Populationen geführt – ein Paradebeispiel für allopatrische und sympatrische Artbildung.

Ernährung

Die meisten Mbuna ernähren sich primär herbivor. Ihre Hauptnahrungsquelle ist der sogenannte Aufwuchs (auf Englisch „Biofilm" oder „Aufwuchs"), eine Mischung aus Fadenalgen, Kieselalgen, Kleinstlebewesen und organischem Detritus, die auf Fels- und Steinflächen wächst. Mit ihren spezialisierten Zähnen schaben sie diesen Belag ab.

Einige Gattungen weichen von der rein herbivoren Ernährung ab. Labidochromis caeruleus etwa nimmt auch Insektenlarven und kleine Wirbellose auf, Cynotilapia-Arten erbeuten im Freiwasser Zooplankton. In der Aquarienhaltung sollte der Speiseplan überwiegend pflanzlich ausgerichtet sein – Spirulina-haltige Flocken, Granulate und blanchierbares Gemüse sind geeignet. Proteinreiche Futtermittel wie rote Mückenlarven oder Artemia sollten nur sparsam eingesetzt werden, da eine zu eiweißreiche Ernährung bei herbivoren Mbuna zu Verdauungsproblemen und der sogenannten „Malawi-Bloat"-Erkrankung führen kann.

Verhalten & Lebensweise

Mbuna sind tagaktive Fische mit einem ausgeprägten Revierverhalten. Dominante Männchen beanspruchen einen festen Bereich zwischen den Felsformationen, den sie aggressiv gegen Artgenossen und andere Eindringlinge verteidigen. Dabei kommt es zu Drohgebärden wie Maulzerren, Flossenspreizen und Rammstößen. Weibchen und subdominante Männchen leben in lockeren Gruppen, die sich zwischen den Revieren bewegen.

Die innerartliche Aggression ist bei vielen Mbuna-Arten hoch. In der Aquaristik wird deshalb empfohlen, die Tiere in Gruppen mit einem deutlichen Weibchenüberschuss (Verhältnis 1:3 bis 1:4) zu halten und das Becken mit zahlreichen Steinaufbauten und Höhlen so zu strukturieren, dass Sichtbarrieren und Rückzugsmöglichkeiten entstehen. Beckenlängen ab 120 cm gelten für kleinere Arten als Minimum; für größere Arten oder gemischte Besatzgruppen sind 150–200 cm empfehlenswert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Alle Mbuna sind maternale Maulbrüter. Das Männchen präsentiert sich dem Weibchen im Revier durch intensives Balzverhalten: Es zeigt sich mit gespreizten Flossen, vibriert und lockt das We