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Medaka

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oryzias latipes
  • Ordnung: Zahnkärpflingsartige (Beloniformes)
  • Familie: Reisfische (Adrianichthyidae)
  • Gattung: Oryzias
  • Lebensraum: Flache Süß- und Brackgewässer, Reisfelder, langsam fließende Bäche
  • Größe: 2,5–4 cm
  • Gewicht: unter 1 g
  • Lebenserwartung: 2–5 Jahre (in Aquarienhaltung bis zu 5 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Medaka, im Deutschen auch als Japanischer Reisfisch bekannt, ist ein kleiner, seitlich leicht abgeflachter Süßwasserfisch mit einem gestreckten, schlanken Körperbau. Die Grundfärbung der Wildform ist ein helles, leicht durchscheinendes Graubraun bis Gelbbraun. Der Rücken ist etwas dunkler gefärbt, die Bauchseite heller. Die Schuppen sind relativ groß und gut sichtbar, was dem Fisch ein leicht strukturiertes Erscheinungsbild verleiht.

Auffällig ist die oberständige Maulstellung, die auf die bevorzugte Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche hinweist. Die Augen sind im Verhältnis zur Körpergröße groß und verleihen dem Medaka sein charakteristisches Erscheinungsbild. Die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper, nahe der Schwanzwurzel. Die Afterflosse ist bei Männchen deutlich breiter und länger ausgebildet als bei Weibchen – ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal der Geschlechter (Sexualdimorphismus). Männchen besitzen zudem einen leicht gezackten Rand an der Rückenflosse, während dieser bei Weibchen glatt ist.

Durch gezielte Zucht existieren heute zahlreiche Farbvarianten: Von leuchtendem Orange über Weiß, Gelb und Blau bis hin zu nahezu transparenten Formen. In Japan hat diese Zuchtkultur eine lange Tradition und umfasst mittlerweile Hunderte benannter Zuchtlinien, sogenannte „Miyuki"-, „Lame"- oder „Hikari"-Varianten.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Medaka erstreckt sich über weite Teile Ostasiens. Die Art kommt in Japan, Korea, Teilen Ostchinas und Vietnam vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind stehende bis langsam fließende Flachgewässer: Reisfelder, Bewässerungsgräben, Tümpel, flache Teiche und die Uferzonen kleiner Flüsse. Die Biotope sind in der Regel sonnig, vegetationsreich und weisen geringe Strömung auf.

Der Medaka ist euryhalin, das heißt, er toleriert ein breites Spektrum an Salzgehalten und kommt gelegentlich auch in leicht brackigen Küstengewässern vor. Ebenso zeigt er eine hohe Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet übersteht er Wassertemperaturen von unter 5 °C im Winter bis über 35 °C im Sommer. Diese Robustheit hat zur weiten Verbreitung der Art als Aquarienfisch beigetragen.

Taxonomisch wurden die Populationen des Medaka lange als eine einzige Art betrachtet. Neuere genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es sich um einen Artenkomplex handelt. So wurde die südliche japanische Population als Oryzias latipes im engeren Sinne beibehalten, während die nördliche Population als eigene Art Oryzias sakaizumii abgetrennt wurde. Weltweit umfasst die Gattung Oryzias über 30 beschriebene Arten.

Ernährung

Der Medaka ist ein Allesfresser (Omnivor) mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der Natur ernährt er sich überwiegend von kleinen Wirbellosen wie Mückenlarven, Wasserflöhen (Daphnien), Hüpferlingen (Copepoden), Insektenlarven und Aufwuchs an Pflanzenoberflächen. Gelegentlich werden auch Algen und pflanzliche Partikel aufgenommen.

Im Aquarium nimmt der Medaka handelsübliches Flockenfutter, Granulat in feiner Körnung sowie Lebend- und Frostfutter bereitwillig an. Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und Daphnien sind besonders geeignet, um die Fische in guter Kondition zu halten und die Laichbereitschaft zu fördern. Die oberständige Maulstellung bedingt, dass bevorzugt Futter von der Wasseroberfläche aufgenommen wird.

Verhalten & Lebensweise

Medakas sind tagaktive Schwarmfische, die sich bevorzugt in den oberen Wasserschichten aufhalten. In der Natur bilden sie lockere Gruppen von mehreren Dutzend bis Hunderten von Individuen. Das Sozialverhalten ist überwiegend friedlich, wobei Männchen untereinander milde Rangeleien um die Aufmerksamkeit der Weibchen austragen können. Diese Auseinandersetzungen bestehen aus kurzem Imponiergehabe – dem Spreizen der Flossen und parallelem Schwimmen – und enden selten mit Verletzungen.

Im Aquarium sollten Medakas in Gruppen von mindestens sechs Tieren gehalten werden, da Einzelhaltung oder zu kleine Gruppen zu Stress führen können. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Kleinfischen, Zwerggarnelen oder Schnecken ist in der Regel problemlos möglich. Ein Becken ab 30 Litern mit dichter Bepflanzung, moderater Strömung und einigen Schwimmpflanzen bildet ein artgerechtes Biotop.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung des Medaka ist vergleichsweise unkompliziert, was ihn zu einem beliebten Zuchtfisch macht. Bei geeigneten Bedingungen – Wassertemperaturen zwischen 20 und 28 °C und einer Tageslichtdauer von mindestens 12 Stunden – laichen die Tiere nahezu täglich. Die Balz findet in den Morgenstunden statt. Das Männchen umwirbt das Weibchen, indem es sich seitlich nähert und seine Flossen spreizt. Bei Akzeptanz kommt es zur Paarung, bei der das Männchen das Weibchen mit seinen verlängerten After- und Bauchflossen umklamm