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Mehlkäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tenebrio molitor
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Schwarzkäfer (Tenebrionidae)
  • Gattung: Tenebrio
  • Lebensraum: Vorratsräume, Mühlen, Bäckereien, Getreidespeicher; ursprünglich in Vogelnestern und unter Baumrinde
  • Größe: 12–18 mm (Imago); Larven bis 30 mm
  • Gewicht: ca. 100–160 mg (Imago)
  • Lebenserwartung: 1–3 Monate als adulter Käfer; gesamter Entwicklungszyklus 4–15 Monate

Aussehen & Merkmale

Der Mehlkäfer ist ein mittelgroßer, länglich-ovaler Schwarzkäfer mit einer Körperlänge von 12 bis 18 Millimetern. Die Deckflügel (Elytren) zeigen eine glänzend dunkelbraune bis schwarzbraune Färbung, während die Unterseite des Körpers und die Beine rotbraun erscheinen. Frisch geschlüpfte Imagines sind zunächst hell gelbbraun und dunkeln innerhalb weniger Tage nach. Die Elytren tragen feine Längsrillen (Punktstreifen), die bei genauer Betrachtung gut erkennbar sind.

Der Kopf ist nach vorn gerichtet (prognath) und trägt elfgliedrige, leicht keulenförmige Fühler. Die Facettenaugen sind relativ klein. Der Halsschild ist etwas schmaler als die Flügeldecken, fein und dicht punktiert. Obwohl der Mehlkäfer funktionsfähige Hinterflügel besitzt und grundsätzlich flugfähig ist, fliegt er nur selten – meist bei warmen Temperaturen und in der Dämmerung.

Die Larve des Mehlkäfers ist als Mehlwurm weit bekannt. Sie erreicht eine Länge von bis zu 30 Millimetern und zeigt eine gelblich-braune, glatte und zylindrische Gestalt mit deutlich segmentiertem Körper. Die Oberfläche der Larvenhaut ist hart und chitinisiert, was den Mehlwurm auf den ersten Blick einem Drahtwurm (Elateridae-Larve) ähnlich erscheinen lässt. Am Körperende befinden sich zwei kleine, nach oben gebogene Spitzen (Urogomphi), die als Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Arten dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Mehlkäfers liegt vermutlich im westlichen Paläarktis-Raum. Durch den weltweiten Handel mit Getreide und Mehl ist die Art heute jedoch kosmopolitisch verbreitet und kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor. Der Mehlkäfer gehört zu den synanthropen Insekten – er lebt bevorzugt in unmittelbarer Nähe des Menschen.

Typische Habitate sind Getreidespeicher, Mehlmühlen, Bäckereien, Futtermittellager und Vorratsräume in Wohnhäusern. In der Natur findet man Tenebrio molitor gelegentlich in Vogelnestern, unter loser Baumrinde oder in Mulm alter Baumhöhlen. Entscheidend für das Vorkommen ist das Vorhandensein stärkehaltiger organischer Substanz in dunkler, geschützter Umgebung. Temperaturen zwischen 25 und 30 °C und eine moderate Luftfeuchtigkeit bieten optimale Bedingungen.

Ernährung

Sowohl die Larven als auch die adulten Käfer ernähren sich von stärkehaltigen pflanzlichen Produkten. Mehl, Getreidekörner, Kleie, Grieß, Backwaren, Nudeln und Haferflocken gehören zu den bevorzugten Nahrungsquellen. Daneben werden auch tierische Reste wie tote Insekten, Federn oder getrocknetes Fleisch gefressen. Die Larven nehmen zusätzlich Feuchtigkeit aus frischem Obst oder Gemüse auf, wenn es verfügbar ist.

Die Fraßtätigkeit der Mehlwürmer verursacht nicht nur direkten Substanzverlust der Vorräte, sondern führt auch zur Verunreinigung durch Kotpartikel, Häutungsreste und Sekrete. Befallenes Mehl riecht muffig und ist für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Der Mehlkäfer zählt daher zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen weltweit.

Verhalten & Lebensweise

Der Mehlkäfer ist überwiegend nachtaktiv und meidet Licht. Tagsüber verbirgt er sich in Ritzen, Spalten oder unter Vorratsgebinden. Bei Störung stellt er sich häufig tot (Thanatose) und zieht die Beine an den Körper. Eine ausgeprägte Revierbildung existiert nicht; die Tiere leben gesellig in lockeren Aggregationen, angezogen durch chemische Signalstoffe (Aggregationspheromone), die in den Kot abgegeben werden.

Die Larven bewegen sich aktiv durch das Substrat und häuten sich im Laufe ihrer Entwicklung 9- bis 20-mal, abhängig von Temperatur und Nahrungsqualität. Bei Nahrungsmangel oder ungünstigen Bedingungen kann sich die Larvalentwicklung über mehrere Monate hinziehen. Unter optimalen Bedingungen (27 °C, ausreichend Nahrung) durchläuft der Mehlwurm seine gesamte Larvalphase in etwa 10 Wochen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung erfolgt wenige Tage nach dem Schlupf der Imagines. Weibchen und Männchen finden über Pheromone zueinander. Eine Balz im engeren Sinne findet nicht statt; das Männchen besteigt das Weibchen ohne aufwendiges Vorspiel. Ein Weibchen legt im Verlauf seines Lebens 200 bis 400 Eier, die einzeln oder in kleinen Gruppen direkt ins Mehl oder zwischen Getreidekörner abgelegt werden.

Die weißlichen, klebrigen Eier sind etwa 1,5 mm lang und mit bloßem Auge kaum zu erkennen, da Mehl- und Staubpartikel an der Oberfläche haften bleiben. Nach 4 bis 14 Tagen – je nach Temperatur – schlüpfen die Larven. Diese durchlaufen die oben beschriebene vielstufige Larvalentwicklung, bevor sie sich verpuppen. Die Puppe ist zunächst weiß