T Tierlexikon.net
← Lexikon

Messerfisch

M

Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chitala chitala (Indischer Messerfisch); weitere Arten: Chitala ornata (Geschmückter Messerfisch), Notopterus notopterus (Bronzemesserfisch)
  • Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)
  • Familie: Messerfische (Notopteridae)
  • Gattungen: Chitala, Notopterus, Xenomystus, Papyrocranus
  • Lebensraum: Süßgewässer Süd- und Südostasiens sowie Westafrikas
  • Größe: 15–120 cm je nach Art
  • Gewicht: bis zu 5 kg (bei großen Chitala-Arten)
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre, in Aquarienhaltung bei optimaler Pflege auch über 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Messerfische verdanken ihren deutschen Trivialnamen der stark seitlich abgeflachten Körperform, die an eine Messerklinge erinnert. Der Rücken verläuft nahezu gerade oder leicht gewölbt, während die Bauchlinie einen markanten, lang gezogenen Bogen beschreibt. Die Afterflosse erstreckt sich als durchgehender Flossensaum über fast die gesamte Körperunterseite und geht ohne sichtbare Grenze in die Schwanzflosse über. Durch wellenförmige Bewegungen dieser Flosse können sich die Tiere sowohl vorwärts als auch rückwärts fortbewegen – eine für Fische ungewöhnliche Fähigkeit.

Die Schuppen sind klein und in die Haut eingebettet, was der Körperoberfläche ein glattes, leicht schleimiges Erscheinungsbild verleiht. Die Rückenflosse ist bei den meisten Arten stark reduziert und nur als kleiner, federartiger Anhang ausgebildet. Brustflossen sind vorhanden, Bauchflossen fehlen dagegen gänzlich oder sind zu winzigen Rudimenten verkümmert. Die Augen sind verhältnismäßig groß, das Maul ist oberständig bis endständig und vergleichsweise weit gespalten.

Die Grundfärbung variiert je nach Art erheblich: Der Bronzemesserfisch (Notopterus notopterus) zeigt ein einheitliches Silber- bis Bronzegrau. Chitala ornata, der im Aquarienhandel besonders populäre Geschmückte Messerfisch, trägt auf silbrig-grauer Grundfarbe eine Reihe großer, schwarz umrandeter Augenflecken entlang der hinteren Körperhälfte. Der Afrikanische Messerfisch (Xenomystus nigri) ist dagegen einfarbig dunkelbraun bis schwarz.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Familie Notopteridae umfasst zwei getrennte Regionen: die tropischen und subtropischen Süßgewässer Süd- und Südostasiens sowie West- und Zentralafrikas. Dieses disjunkte Areal deutet auf einen erdgeschichtlich alten Ursprung der Gruppe hin.

Die asiatischen Arten der Gattungen Chitala und Notopterus besiedeln Flussläufe, Seen, Überschwemmungsgebiete und stehende Gewässer von Indien über Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam bis hin zum Malaiischen Archipel. Ihr bevorzugtes Habitat sind langsam fließende oder stehende Gewässerabschnitte mit dichter Ufervegetation, Wurzelwerk und untergetauchtem Totholz. Die afrikanischen Vertreter (Xenomystus nigri, Papyrocranus afer) kommen im Kongobecken, im Niger-Delta und in westafrikanischen Küstenflüssen vor. Auch sie bevorzugen vegetationsreiche, sauerstoffarme Biotope.

Allen Arten gemeinsam ist die Fähigkeit, atmosphärische Luft zu schlucken und über eine modifizierte Schwimmblase Sauerstoff aufzunehmen. Diese Anpassung erlaubt es ihnen, in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben, die vielen anderen Fischarten verschlossen bleiben.

Ernährung

Messerfische sind überwiegend carnivor. In ihrem natürlichen Lebensraum ernähren sie sich von Insektenlarven, Würmern, Krebstieren und kleinen Fischen. Größere Arten wie Chitala chitala erbeuten auch Frösche und größere Beutefische. Die Nahrungsaufnahme findet vorwiegend in der Dämmerung und während der Nacht statt.

Im Aquarium werden Messerfische mit Lebend- und Frostfutter versorgt: Mückenlarven, Tubifex, Garnelen, Stinte und Regenwürmer eignen sich gut. An hochwertiges Trockenfutter oder Granulat lassen sich manche Exemplare nach einer Eingewöhnungsphase gewöhnen, doch viele Tiere verweigern es dauerhaft. Für heranwachsende Jungfische ist eine proteinreiche, abwechslungsreiche Fütterung unerlässlich.

Verhalten & Lebensweise

Messerfische sind ausgesprochen nachtaktiv. Tagsüber verharren sie weitgehend regungslos zwischen Pflanzen, unter Wurzeln oder in Höhlen und werden erst nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Ihr Schwimmstil wirkt dabei eigentümlich schwebend: Die wellenförmigen Undulationen der langen Afterflosse ermöglichen präzise Manöver in alle Richtungen, während der Körper selbst nahezu starr bleibt.

Die meisten Arten sind territorial und gegenüber Artgenossen wenig verträglich. Besonders adulte Männchen beanspruchen ein Revier und verteidigen es aggressiv. In der Aquarienhaltung empfiehlt sich daher in der Regel eine Einzelhaltung oder die Vergesellschaftung mit robusteren, gleich großen Fischarten. Kleinere Mitbewohner werden häufig als Beute betrachtet.

Einige Arten der Gattung Chitala besitzen schwache elektrorezeptive Fähigkeiten. Über spezielle Sinneszellen am Kopf können sie elektrische Felder in ihrer Umgebung wahrnehmen, was ihnen bei der nächtlichen Orientierung und der Beuteortung im trüben Wasser hilft.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der