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Molly

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Poecilia sphenops (Valenciennes, 1846); im weiteren Sinne auch Poecilia latipinna (Breitflossenmolly) und Poecilia velifera (Segelkärpfling)
  • Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
  • Familie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
  • Gattung: Poecilia
  • Lebensraum: Süß- und Brackwasser in Mittel- und Südamerika; weltweit in Aquarien gehalten
  • Größe: 6–12 cm (je nach Art und Geschlecht)
  • Gewicht: ca. 5–20 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Mollys besitzen einen gedrungenen, seitlich leicht abgeflachten Körper mit einem relativ kleinen Kopf und einem oberständigen Maul. Die Schuppen sind mittelgroß, zykloid und glänzen je nach Zuchtform in unterschiedlichen Farben. In der Wildform zeigt Poecilia sphenops eine graugrüne bis olivfarbene Grundfärbung mit vereinzelten dunklen Flecken an den Flanken. Durch gezielte Zucht existieren heute zahlreiche Farbvarianten: vollständig schwarze Tiere (Black Molly), orangefarbene, silberne, dalmatinerartig gefleckte und sogar goldene Formen.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den Arten innerhalb der Gattung Poecilia betrifft die Rückenflosse. Beim Spitzmaulkärpfling (P. sphenops) ist sie vergleichsweise klein, während der Breitflossenmolly (P. latipinna) eine deutlich vergrößerte Dorsale aufweist. Beim Segelkärpfling (P. velifera) erreicht die Rückenflosse der Männchen eine beeindruckende segelartige Ausdehnung, die nahezu die gesamte Rückenlinie einnimmt. Männchen aller Molly-Arten sind anhand des Gonopodiums erkennbar – einer zu einem Begattungsorgan umgewandelten Analflosse. Weibchen bleiben in der Regel größer und fülliger als Männchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Mollys erstreckt sich von den südöstlichen Vereinigten Staaten über Mexiko und Mittelamerika bis nach Kolumbien und Venezuela. Poecilia sphenops bewohnt ein besonders breites Spektrum an Habitaten: langsam fließende Flüsse, stehende Gewässer, Lagunen, Küstensümpfe und Brackwasserzonen. Die Tiere tolerieren erhebliche Schwankungen in Salinität und Wasserchemie, was sie zu ausgesprochen anpassungsfähigen Bewohnern unterschiedlichster Biotope macht.

Poecilia latipinna kommt bevorzugt in den Küstenregionen des Golfs von Mexiko und im Südosten der USA vor, wo die Art Süß-, Brack- und gelegentlich sogar Salzwasser besiedelt. Poecilia velifera ist auf die Halbinsel Yucatán beschränkt und dort in Cenoten, Küstenlagunen und kalkreichem Süßwasser heimisch. Durch den Aquarienhandel und gezielte Aussetzungen haben sich Molly-Populationen in zahlreichen tropischen und subtropischen Regionen weltweit als Neozoen etabliert, darunter in Teilen Asiens, Afrikas und Australiens.

Ernährung

Mollys sind Allesfresser mit einer deutlichen Tendenz zur pflanzlichen Kost. In der Natur grasen sie Aufwuchsalgen von Steinen, Pflanzenteilen und Totholz ab und nehmen dabei auch Kleinstlebewesen wie Insektenlarven, Würmer und Kleinkrebse auf. Der vergleichsweise lange Darm – ein typisches Merkmal herbivorer Fische – ermöglicht eine effiziente Verwertung pflanzlicher Nahrung.

Im Aquarium sollte die Fütterung diese natürliche Ernährungsweise widerspiegeln. Geeignet sind Spirulina-Flocken, blanchiertets Gemüse (Zucchini, Spinat, Erbsen), handelsübliches Flockenfutter sowie gelegentlich Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven oder Daphnien. Ein zu hoher Anteil an proteinreicher Nahrung kann zu Verdauungsproblemen und Verfettung führen.

Verhalten & Lebensweise

Mollys sind tagaktive Schwarmfische, die in Gruppen von mindestens fünf bis sechs Tieren gehalten werden sollten. Die Sozialstruktur ist durch eine lockere Hierarchie unter den Männchen geprägt. Dominante Männchen zeigen Imponierverhalten, indem sie ihre Flossen – insbesondere die Rückenflosse – aufrichten und sich seitlich vor Weibchen oder rivalisierenden Männchen präsentieren. Aggressionen bleiben in der Regel auf kurze Verfolgungsjagden beschränkt und führen selten zu Verletzungen.

Im Aquarium bevorzugen Mollys die mittleren und oberen Wasserschichten. Sie sind ausdauernde Schwimmer und benötigen entsprechend Becken ab 100 Litern, bei großwüchsigen Arten wie P. velifera deutlich mehr. Eine dichte Randbepflanzung mit freiem Schwimmraum in der Beckenmitte entspricht ihren Bedürfnissen. Mollys vertragen sich in der Regel gut mit friedlichen Beifischen ähnlicher Größe. Bei einem ungünstigen Geschlechterverhältnis – zu viele Männchen pro Weibchen – kann es jedoch zu Dauerstress bei den Weibchen durch permanentes Nachstellen kommen. Empfohlen wird ein Verhältnis von mindestens zwei bis drei Weibchen pro Männchen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Als lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae) bringen Mollys voll entwickelte Jungfische zur Welt. Die Befruchtung erfolgt intern: Das Männchen führt sein Gonopodium kurz an die Geschlechtsöffnung des Weibchens und überträgt Spermienpakete. Weibchen können Spermien über mehrere Monate speichern und so mehrere Würfe aus einer einzigen Begattung hervorbringen.

Die Tragzeit beträgt je nach Was