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Mondspinner

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Actias luna
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Pfauenspinner (Saturniidae)
  • Gattung: Actias
  • Lebensraum: Laubwälder und Mischwälder Nordamerikas
  • Flügelspannweite: 80–115 mm
  • Gewicht: ca. 2–3 g (Imago)
  • Lebenserwartung: ca. 7–10 Tage als Falter; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Der Mondspinner gehört zu den größten und auffälligsten Nachtfaltern Nordamerikas. Die Flügel sind von einem leuchtenden, blassgrünen bis gelbgrünen Farbton, der durch Pigmente und die Mikrostruktur der Flügelschuppen entsteht. Auf jedem der vier Flügel befindet sich ein augenförmiger Fleck – ein sogenannter Augenfleck oder Ocellus – der je nach Lichteinfall durchscheinend wirkt und von einem dunklen Ring umgeben ist. Die Vorderflügel tragen einen bräunlich-violetten Vorderrand (Costalrand), der bei frisch geschlüpften Tieren besonders kräftig gefärbt ist.

Das auffälligste Merkmal sind die langen, geschwungenen Schwanzfortsätze an den Hinterflügeln, die bis zu 75 mm lang werden können. Der Körper ist dicht mit weißlichen bis grünlichen Haarschuppen bedeckt. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern gefiedert, wobei die Antennen der Männchen deutlich breiter und stärker gekämmt sind als die der Weibchen – eine Anpassung an die Wahrnehmung von Pheromonen über große Distanzen.

Die Raupen durchlaufen fünf Larvenstadien (Instars). Im letzten Stadium sind sie bis zu 70 mm lang, leuchtend grün gefärbt und tragen kleine rötlich-orange Punkte entlang der Segmente. An den Seiten verlaufen gelbliche Längsstreifen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mondspinners erstreckt sich über weite Teile des östlichen Nordamerikas, von Südkanada bis Nordflorida und westwärts bis in die Great Plains. Der bevorzugte Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit einem reichen Bestand an Walnuss-, Hickory-, Birken- und Ahornbäumen. Als Habitat dienen sowohl geschlossene Waldgebiete als auch lichte Waldränder, Parks und Gartenanlagen in Siedlungsnähe. In höheren Lagen und nördlicheren Regionen wird in der Regel nur eine Generation pro Jahr ausgebildet, während in den südlichen Teilen des Verbreitungsgebiets zwei bis drei Generationen vorkommen können.

Ernährung

Die adulten Falter besitzen keine funktionsfähigen Mundwerkzeuge. Ihr Rüssel ist verkümmert, und sie nehmen während ihres gesamten Lebens als Imago keine Nahrung auf. Die gesamte Energie für Flug und Fortpflanzung stammt aus den Fettreserven, die während des Raupenstadiums angelegt wurden.

Die Raupen sind polyphag und ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume. Zu den bevorzugten Futterpflanzen zählen Walnuss (Juglans), Hickory (Carya), Birke (Betula), Sweetgum (Liquidambar styraciflua), Persimone (Diospyros virginiana) und verschiedene Ahornarten (Acer). Die Raupen fressen vor allem nachts und ruhen tagsüber auf der Blattunterseite, wo ihre grüne Färbung eine wirksame Tarnung bietet.

Verhalten & Lebensweise

Der Mondspinner ist streng nachtaktiv. Die Falter beginnen ihre Flugaktivität kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Wie viele Vertreter der Saturniidae werden sie stark von künstlichen Lichtquellen angezogen, was in besiedelten Gebieten häufig zur Beobachtung führt – aber auch zum Energieverlust durch sinnloses Umkreisen von Lampen.

Die langen Schwanzfortsätze der Hinterflügel erfüllen eine defensive Funktion: Studien haben gezeigt, dass sie die Echoortung von Fledermäusen stören. Die flatternden Fortsätze lenken die Ultraschallsignale ab und verleiten jagende Fledermäuse dazu, nach den Schwanzenden statt nach dem Körper zu greifen. Dies erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit des Falters erheblich.

Tagsüber ruhen die Falter mit ausgebreiteten Flügeln an Baumstämmen oder unter Blättern. Ihre grüne Färbung bietet dabei eine gute Tarnung im Blätterdach.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet in den Nachtstunden statt. Weibchen geben Sexualpheromone ab, die Männchen mithilfe ihrer breit gefiederten Antennen über Entfernungen von mehreren Kilometern wahrnehmen können. Nach der Kopulation, die mehrere Stunden dauern kann, legt das Weibchen in den folgenden Nächten insgesamt 200 bis 400 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen auf die Blattunterseiten geeigneter Wirtsbäume.

Die Eier sind flach, oval und von bräunlicher Farbe. Nach etwa 8 bis 13 Tagen schlüpfen die Raupen. Während der fünf Häutungsstadien wächst die Raupe von wenigen Millimetern auf ihre endgültige Länge von rund 70 mm heran. Nach dem letzten Larvenstadium spinnt die Raupe einen seidenen Kokon, der häufig in ein eingerolltes Blatt eingebettet wird. In nördlichen Populationen überwintert die Puppe im Kokon am Boden zwischen dem Falllaub, während in südlichen Regionen die Verpuppung nur wenige Wochen dauert, bevor die nächste Generation schlüpft.

Bedrohung & Schutzstatus

Der Mondspinner wird derzeit von der IUCN nicht als gefährdete Art geführt. Die Populationen gelten insgesamt als stabil. Dennoch gibt es regionale Rückgänge, die auf mehrere Faktoren zurückzuführen sind. Die zunehmende Lichtverschmutzung in suburbanem und urbanem Gebiet stört das Orientierungsverhalten und die Paarungsfindung. Pest