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Moorschneehuhn

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Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lagopus lagopus
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Schneehühner (Lagopus)
  • Lebensraum: Moore, Heiden, Tundra, subarktische Birken- und Weidenzonen
  • Größe: 35–44 cm Körperlänge
  • Gewicht: 400–800 g, je nach Unterart und Jahreszeit
  • Lebenserwartung: 2–7 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis zu 9 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das Moorschneehuhn ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Hühnervogel mit kurzem, kräftigem Schnabel und dicht befiederten Läufen. Wie alle Vertreter der Gattung Lagopus durchläuft es einen ausgeprägten saisonalen Gefiederwechsel. Im Winter trägt es ein nahezu vollständig weißes Gefieder, das eine hervorragende Tarnung in der Schneelandschaft bietet. Lediglich die schwarzen Schwanzfedern und beim Hahn ein schmaler schwarzer Zügelstreifen zwischen Auge und Schnabel durchbrechen das Weiß. Im Sommerkleid dominiert ein rotbraunes bis kastanienbraunes Gefieder mit dunkler Bänderung, das den Vogel im moosigen und heideartigen Terrain nahezu unsichtbar macht.

Die Hähne unterscheiden sich von den Hennen durch die intensiver rotbraune Färbung des Sommerkleids und die auffälligen, leuchtend roten Rosen – fleischige Hautlappen über den Augen, die während der Balzzeit deutlich anschwellen. Die Hennen zeigen ein insgesamt dezenteres, stärker geflecktes Gefieder, das ihnen am Boden brütend optimalen Schutz vor Fressfeinden gewährt. Die dichte Befiederung der Zehen bis zu den Krallen dient als natürlicher Schneeschuh und erleichtert das Laufen auf weichem Untergrund.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Moorschneehuhns erstreckt sich zirkumpolar über die gesamte Nordhalbkugel. Es besiedelt die Tundra und die subarktische Zone Skandinaviens, Russlands, Kanadas, Alaskas und Grönlands. In Europa kommt die Art vor allem in Norwegen, Schweden, Finnland, Schottland und Island vor. In den Britischen Inseln lebt die Unterart Lagopus lagopus scotica, lokal als Schottisches Moorschneehuhn oder Red Grouse bekannt, die als einzige Population ganzjährig auf ein weißes Winterkleid verzichtet.

Das bevorzugte Habitat umfasst offene, baumlose oder baumarme Landschaften: Hochmoore, Heideflächen mit Beständen an Besenheide und Glockenheide, niedrige Weidengebüsche sowie die Übergangszone zwischen borealer Nadelwaldgrenze und arktischer Tundra. In Skandinavien ist das Moorschneehuhn typisch für die Fjällbirkenzone. Es meidet dichte Wälder und steile Felsregionen, die eher dem nahe verwandten Alpenschneehuhn (Lagopus muta) als Biotop dienen.

Ernährung

Die Nahrung des Moorschneehuhns ist überwiegend pflanzlich. Im Winter stellen Knospen, Triebe und Kätzchen von Birken und Weiden die Hauptnahrungsquelle dar. In dieser kargen Jahreszeit verbringen die Vögel einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche und graben sich bei starker Schneebedeckung in die Schneedecke, um an tieferliegende Pflanzenteile zu gelangen. Im Sommer erweitert sich das Nahrungsspektrum deutlich: Blätter, Blüten, Beeren – insbesondere Krähenbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren –, Sämereien und Moossprossen werden aufgenommen.

Küken sind in den ersten Lebenswochen stärker auf tierisches Eiweiß angewiesen und fressen Insekten, Spinnen und deren Larven. Dieser Proteinbedarf ist entscheidend für das Wachstum und die Überlebensrate der Jungvögel. Wie andere Hühnervögel nimmt das Moorschneehuhn regelmäßig kleine Steinchen (Gastrolithen) auf, die im Muskelmagen bei der Zerkleinerung der oft faserreichen Pflanzennahrung helfen.

Verhalten & Lebensweise

Moorschneehühner sind tagaktive Vögel, die vorwiegend am Boden leben. Sie fliegen ungern und nur über kurze Distanzen, meist in einem niedrigen, schnellen Gleitflug mit raschen Flügelschlägen. Bei Gefahr verlassen sie sich zunächst auf ihre Tarnfärbung und drücken sich flach auf den Boden, bevor sie im letzten Moment laut polternd auffliegen.

Außerhalb der Brutzeit bilden sich lockere Schwärme, die gemeinsam Nahrungsgebiete aufsuchen. Im Winter können diese Gruppen mehrere Dutzend Individuen umfassen. Während der Brutsaison beanspruchen die Hähne Reviere, die sie mit markanten Rufen verteidigen – einem kehligen, rauen „go-back, go-back, go-back", das in den frühen Morgenstunden weit über die offene Landschaft trägt.

In den langen Winternächten der Arktis graben sich die Vögel Schneehöhlen, in denen die Temperatur deutlich über dem Außenwert liegt. Diese Schlafmulden reduzieren den Energieverlust erheblich und stellen eine überlebenswichtige Verhaltensanpassung an das extreme Klima dar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt im Frühjahr, sobald die Schneeschmelze einsetzt. Die Hähne führen auffällige Balzflüge durch, bei denen sie steil aufsteigen und mit gespreiztem Schwanz und geschwollenen roten Rosen wieder herabgleiten. Gleichzeitig lassen sie ihre charakteristischen Rufe hören. Das Moorschneehuhn lebt in saisonaler Monogamie – die Hähne beteiligen sich aktiv an der Bewachung des Geleges und der Führung der Küken.

Das Nest ist eine einfache, mit Pflanzenmaterial und Federn ausgekleidete Bodenmulde, meist gut versteckt unter Heide- oder Weidenbüschen