Mykose
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Definition & Überblick
Als Mykose bezeichnet man in der Tiermedizin jede durch Pilze (Fungi) verursachte Infektionskrankheit. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort mykes (Pilz) ab und umfasst ein breites Spektrum an Erkrankungen, die von oberflächlichen Hautveränderungen bis hin zu lebensbedrohlichen systemischen Infektionen reichen können. Mykosen betreffen nahezu alle Tierarten – Hunde, Katzen, Pferde, Vögel, Reptilien und Kleinsäuger sind gleichermaßen empfänglich, wenngleich die jeweiligen Erreger und Krankheitsbilder sich deutlich unterscheiden.
Grundsätzlich unterteilt man Mykosen nach ihrer Ausbreitung im Körper in drei Kategorien:
- Oberflächliche Mykosen (Dermatomykosen): Die Pilzinfektion betrifft Haut, Haare, Krallen oder Schleimhäute. Die bekannteste Form ist die Dermatophytose, umgangssprachlich als Hautpilz oder Ringelflechte bezeichnet.
- Subkutane Mykosen: Der Erreger dringt in tiefere Gewebeschichten wie Unterhaut, Muskeln oder Knochen ein. Ein Beispiel ist die Sporotrichose, ausgelöst durch Sporothrix schenckii.
- Systemische Mykosen: Die Pilzinfektion breitet sich über den Blutweg auf innere Organe aus. Hierzu zählen etwa die Aspergillose, Kryptokokkose und Histoplasmose. Systemische Mykosen verlaufen häufig schwerwiegend und können tödlich enden.
Einige Mykosen sind Zoonosen, das heißt, sie sind zwischen Tier und Mensch übertragbar. Besonders die Dermatophytose stellt ein relevantes zoonotisches Risiko dar, weshalb ein verantwortungsvoller Umgang mit betroffenen Tieren unerlässlich ist.
Ursachen & Risikofaktoren
Pilze sind allgegenwärtig in der Umwelt – im Erdboden, auf Pflanzen, in der Luft und auf der Haut gesunder Tiere. Nicht jeder Kontakt führt zwangsläufig zu einer Erkrankung. Ob sich eine Mykose entwickelt, hängt entscheidend vom Zusammenspiel zwischen Erreger, Wirt und Umweltbedingungen ab.
Die häufigsten Erregergruppen in der Veterinärmedizin sind:
- Dermatophyten (Microsporum canis, Trichophyton mentagrophytes, Trichophyton verrucosum) – verantwortlich für den klassischen Hautpilz bei Hund, Katze, Pferd und Rind
- Hefen (Malassezia pachydermatis, Candida-Arten) – häufig bei Ohrentzündungen und Hautfaltendermatitis
- Schimmelpilze (Aspergillus fumigatus, Aspergillus niger) – insbesondere bei Vögeln und immungeschwächten Tieren
- Dimorphe Pilze (Cryptococcus neoformans, Histoplasma capsulatum) – Auslöser systemischer Mykosen, regional unterschiedlich verbreitet
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
- Immunsuppression: Jungtiere mit unreifem Immunsystem, alte Tiere, Patienten unter Kortikosteroid- oder Chemotherapie sowie Tiere mit Grunderkrankungen wie dem Felinen Immundefizienz-Virus (FIV) sind besonders gefährdet.
- Feucht-warmes Milieu: Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme begünstigen das Pilzwachstum erheblich. Schlecht belüftete Ställe, feuchte Hautfalten und mangelnde Hygiene schaffen ideale Bedingungen.
- Hautverletzungen: Selbst kleinste Mikroläsionen der Haut ermöglichen Pilzsporen das Eindringen.
- Stress und Überbelegung: Tierheime, Zuchtstätten und Großbestände weisen eine erhöhte Infektionsrate auf.
- Langzeitantibiose: Die langfristige Gabe von Antibiotika kann die natürliche Bakterienflora stören und so Hefepilzen wie Malassezia oder Candida eine Überwucherung ermöglichen.
Symptome & Erkennung
Das klinische Erscheinungsbild einer Mykose variiert erheblich je nach Erreger, betroffener Körperregion und Immunstatus des Tieres. Bei oberflächlichen Pilzinfektionen stehen Hautveränderungen im Vordergrund:
- Kreisrunde, scharf begrenzte haarlose Stellen (Alopezie), typisch für die Dermatophytose
- Schuppenbildung, Krusten und Rötung der Haut (Erythem)
- Juckreiz (Pruritus) – je nach Erreger unterschiedlich stark ausgeprägt; bei Dermatophyten oft mild, bei Malassezia-Infektionen teils massiv
- Verfärbung und brüchige Konsistenz der Krallen (Onychomykose)
- Fettig-ranziger Hautgeruch, besonders bei Malassezia-Dermatitis
- Chronisch wiederkehrende Ohrenentzündungen (Otitis externa) mit dunkelbraunem, wachsartigem Sekret
Bei systemischen Mykosen sind die Symptome unspezifischer und betreffen den Gesamtorganismus: Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot (bei pulmonaler Aspergillose), neurologische Ausfälle (bei Kryptokokkose des zentralen Nervensystems) oder chronischer Nasenausfluss. Vögel zeigen bei Aspergillose häufig Stimmveränderungen, Atemnot und Leistungsabfall.
Katzen verdienen besondere Erwähnung: Sie können als sogenannte asymptomatische Träger Dermatophyten-Sporen im Fell beherbergen, ohne selbst sichtbare Läsionen zu entwickeln – und dennoch andere Tiere sowie Menschen anstecken.
Diagnose
Die Diagnose einer Mykose erfordert stets eine gezi