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Nasenloch

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Anatomie & Körperbau > Kopf & Sinnesorgane

Definition & Überblick

Das Nasenloch (lat. Naris, Plural: Nares) bezeichnet die äußere Öffnung der Nasenhöhle (Cavum nasi), durch die Atemluft in die oberen Atemwege gelangt. Als paarige Struktur bilden die Nasenlöcher den Eingang zum respiratorischen und olfaktorischen System und stellen bei nahezu allen luftatmenden Wirbeltieren einen essenziellen Bestandteil des Kopfes dar. In der vergleichenden Veterinäranatomie unterscheidet man die Nares externae (äußere Nasenlöcher) von den Nares internae (Choanen), die den Übergang der Nasenhöhle in den Nasenrachenraum (Nasopharynx) markieren. Form, Größe und Beweglichkeit der äußeren Nasenlöcher variieren tierartlich erheblich und sind an die jeweilige Lebensweise, das Atemvolumen und die olfaktorische Leistungsfähigkeit angepasst.

Aufbau & Struktur

Das äußere Nasenloch wird von einem knorpeligen und teils bindegewebigen Rahmen gestützt, der sich aus mehreren Einzelknorpeln zusammensetzt. Bei Haussäugetieren sind insbesondere der Cartilago nasi lateralis (seitlicher Nasenknorpel) und der Cartilago alaris (Flügelknorpel) strukturgebend. Der Flügelknorpel formt den beweglichen Nasenflügel (Ala nasi), der bei vielen Tierarten aktiv erweitert oder verengt werden kann.

Die Innenwand des Nasenlochs ist von einer Schleimhaut (Tunica mucosa) ausgekleidet, die am Übergang zur äußeren Haut als kutane Zone bezeichnet wird. Hier finden sich je nach Tierart unterschiedlich stark ausgeprägte Vibrissen (Tasthaare) und Talgdrüsen. Weiter in der Tiefe geht die Auskleidung in die respiratorische Schleimhaut mit mehrreihigem Flimmerepithel über, das mit Becherzellen durchsetzt ist.

Bei Hund und Katze umgibt die Nasenlöcher der Nasenspiegel (Planum nasale), eine haarlose, häufig pigmentierte und feuchte Hautregion. Beim Rind spricht man vom Planum nasolabiale (Flotzmaul), beim Schwein vom Planum rostrale (Rüsselscheibe). Diese Strukturen sind reich an sensorischen Nervenendigungen und seromukösen Drüsen.

Muskulär wird das Nasenloch durch Anteile der mimischen Muskulatur reguliert, insbesondere durch den Musculus levator nasolabialis, den Musculus dilatator naris und den Musculus lateralis nasi. Beim Pferd ist die Dilatatormuskulatur besonders kräftig entwickelt, was die ausgeprägte Erweiterungsfähigkeit der Nüstern ermöglicht.

Funktion

Die primäre Funktion der Nasenlöcher besteht in der Regulation des Atemluftstroms. Die eingeatmete Luft wird durch die Nasenlöcher in die Nasenhöhle geleitet, wo sie erwärmt, angefeuchtet und von Partikeln gereinigt wird. Bei körperlicher Belastung kann der Querschnitt der Nasenlöcher durch aktive Dilatation vergrößert werden, um den Atemwiderstand zu senken – ein Mechanismus, der besonders beim Pferd als obligatem Nasenatmer von lebenswichtiger Bedeutung ist.

Darüber hinaus dienen die Nasenlöcher als Eintrittspforte für Geruchsstoffe, die zur Riechschleimhaut (Regio olfactoria) gelangen müssen. Viele Tiere setzen gezieltes Schnüffeln ein, bei dem durch rasche, kurze Atemstoße die Verwirbelungen im Nasenvorhof verstärkt und Duftmoleküle effizienter zum olfaktorischen Epithel transportiert werden.

Eine weitere Funktion liegt in der Thermoregulation. Über die feuchte Oberfläche des Nasenspiegels und die stark durchblutete Nasenschleimhaut wird Wärme abgegeben. Beim Hund ergänzt die Nasenatmung die Thermoregulation durch Hecheln.

Unterschiede zwischen Tierarten

  • Pferd (Equidae): Die Nüstern (Nares) sind kommaförmig, hochgradig dehnbar und durch eine weiche Hautfalte, die Plica alaris, in einen oberen blinden Nasengang (Nasentrompete, Diverticulum nasi) und den eigentlichen Atemweg unterteilt. Als obligater Nasenatmer kann das Pferd nicht durch das Maul atmen, weshalb die maximale Dilatation der Nüstern leistungsphysiologisch entscheidend ist.
  • Hund (Canidae): Die Nasenlöcher sind rundlich bis schlitzförmig und von einem pigmentierten, feuchten Nasenspiegel umgeben. Seitlich befindet sich der laterale Nasenspalt (Sulcus alaris), der beim Einatmen eine optimierte Luftströmung ermöglicht und bei der Ausatmung die Luft seitlich ableitet – ein Mechanismus, der das gerichtete Riechen unterstützt.
  • Rind (Bovidae): Das Flotzmaul mit den vergleichsweise großen Nasenlöchern ist durch ein individuelles Drüsenrelief gekennzeichnet, das ähnlich einem Fingerabdruck zur Identifikation herangezogen werden kann.
  • Schwein (Suidae): Die Nasenlöcher münden an der Rüsselscheibe und sind in eine knorpelig-knöcherne Struktur (Os rostrale) eingebettet, die dem Wühlen dient.
  • Vögel (Aves): Die Nasenlöcher liegen als Nares externae an der Basis oder seitlich des Oberschnabels. Bei manchen Arten (z. B. Röhrennasen/Procellariiformes) sind sie in röhrenförmige Aufsätze verlängert. Bei Kiwis sitzen sie einzigartig an der Schnabelspitze.
  • Cetacea (Wale): Die Nasenlöcher sind als Blasloch auf die Schädeloberseite verlagert und ermöglichen das Atmen an der Wasseroberfläche, ohne den Kopf vollständig heben zu