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Nashornleguan

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Tierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cyclura cornuta
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Leguane (Iguanidae)
  • Gattung: Wirtelschwanzleguane (Cyclura)
  • Lebensraum: Trockenwälder, Küstengebiete und felsiges Terrain auf Hispaniola und umliegenden Inseln
  • Größe: 60–130 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 4,5–10 kg
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Nashornleguan verdankt seinen deutschen wie auch seinen englischen Namen (Rhinoceros Iguana) den markanten hornartigen Auswüchsen auf der Schnauze. Ausgewachsene Tiere tragen zwei bis drei kegelförmige, verknöcherte Schuppen auf dem Oberkiefer, die an die Hörner eines Nashorns erinnern. Diese Strukturen sind bei Männchen in der Regel stärker ausgeprägt als bei Weibchen, weshalb sie eine Rolle bei der Geschlechtsbestimmung spielen können.

Der Körper ist massiv und kräftig gebaut. Die Grundfärbung der Schuppen variiert von graubraun über olivgrün bis hin zu einem dunklen Schiefergrau. Die Haut wirkt durch die grobe, körnige Beschuppung panzerartig. Entlang des Rückens verläuft ein Kamm aus aufgerichteten, stacheligen Schuppen, der sogenannte Dorsalkamm, der vom Nacken bis zum Schwanzansatz reicht. Männchen besitzen einen auffälligeren Kamm als Weibchen. Der Schwanz ist kräftig, seitlich leicht abgeflacht und in deutlichen Wirtelringen gegliedert – ein Merkmal, das für die gesamte Gattung Cyclura namensgebend ist. Er dient als Fettreserve und wird bei Auseinandersetzungen als Peitsche eingesetzt.

Die Beine sind stämmig mit kräftigen Zehen und scharfen Krallen, die das Graben von Höhlen und das Klettern auf Felsen ermöglichen. Am Hals befindet sich eine ausgeprägte Kehlwamme (Gularfalte), die bei territorialen Imponiergehaben aufgestellt wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Nashornleguans beschränkt sich auf die Karibikinsel Hispaniola, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen. Darüber hinaus kommen isolierte Populationen auf einigen vorgelagerten Inseln wie Isla Beata, Île de la Gonâve und Isla Mona vor. Die auf Isla Mona lebende Population wird allerdings häufig als eigene Art (Cyclura stejnegeri, Mona-Wirtelschwanzleguan) geführt.

Als Habitat bevorzugt Cyclura cornuta trockene und halbtrockene Lebensräume. Typische Biotope sind Trockenwälder, Dornbuschsavannen, felsige Küstenstreifen und kalksteinreiches Terrain. Die Tiere sind eng an steinige Untergründe gebunden, in denen sie Höhlen und Spalten als Unterschlupf nutzen. Gelegentlich bewohnen sie auch aufgelassene Uferhöhlen und natürliche Karstformationen. Die Nähe zu offenen, sonnigen Flächen ist für die Thermoregulation entscheidend.

Ernährung

Der Nashornleguan ist überwiegend herbivor. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Blätter, Blüten, Früchte und Samen verschiedener tropischer Pflanzen. Dabei übernimmt er eine ökologisch bedeutsame Rolle als Samenverbreiter: Viele Pflanzensamen passieren den Verdauungstrakt unbeschadet und keimen nach der Ausscheidung sogar besser als ohne diese Behandlung.

Jungtiere und subadulte Exemplare nehmen gelegentlich auch tierische Kost zu sich. Dazu gehören Insekten, Schnecken, kleine Krebstiere und vereinzelt auch Aas. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich der Anteil pflanzlicher Nahrung deutlich nach oben, sodass adulte Nashornleguane nahezu ausschließlich vegetarisch leben.

Verhalten & Lebensweise

Nashornleguane sind tagaktive Echsen mit einem ausgeprägten Sonnenbadverhalten. Die Tiere verbringen die Morgenstunden damit, sich auf Felsen oder offenen Flächen aufzuwärmen, bevor sie auf Nahrungssuche gehen. Nachts und bei kühler Witterung ziehen sie sich in ihre Höhlen zurück.

Männchen sind territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Die Reviermarkierung erfolgt über Kopfnicken, seitliches Aufrichten des Körpers und das Aufstellen der Kehlwamme. Bei direkten Konfrontationen kommt es zu Drohgebärden wie Maulaufreißen und peitschenartigen Schwanzschlägen. Tatsächliche Kämpfe mit Bissen treten seltener auf und betreffen vor allem die Paarungszeit. Weibchen sind weniger territorial, zeigen aber ebenfalls aggressive Verhaltensweisen bei der Verteidigung von Nistplätzen.

Die Tiere leben nicht in Gruppen oder Rudeln, sondern einzelgängerisch. Innerhalb eines günstigen Habitats können allerdings mehrere Individuen in relativer Nähe zueinander existieren, wobei die Reviere der Männchen sich mit denen mehrerer Weibchen überschneiden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die ersten Wochen der Regenzeit, typischerweise zwischen Mai und Juni. Der Balz geht ein ritualisiertes Imponierverhalten voraus: Das Männchen umkreist das Weibchen, nickt heftig mit dem Kopf und zeigt seine Kehlwamme. Nach erfolgreicher Paarung vergehen etwa 40 Tage, bis das Weibchen einen geeigneten Nistplatz sucht.

Das Weibchen gräbt eine Höhle in sandigen oder erdigen Untergrund und legt dort zwischen 5 und 20 Eier ab. Die Gelegegröße hängt von der Körpergröße und dem Ernährungszustand des Weibchens ab. Nach der Eiablage wird das Nest verschlossen und für einige Tage bewacht. Die Inkub