Neonsalmler
NTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Paracheirodon innesi (Myers, 1936)
- Ordnung: Characiformes (Salmlerartige)
- Familie: Characidae (Echte Salmler)
- Gattung: Paracheirodon
- Lebensraum: Schwarzwasser- und Klarwasserflüsse im westlichen Amazonasbecken
- Größe: 2,5–3,5 cm
- Gewicht: ca. 0,5–1 g
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre (in Aquarienhaltung), in der Natur meist kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Neonsalmler gehört zu den bekanntesten Süßwasserfischen der Aquaristik – nicht zuletzt wegen seiner auffälligen Färbung. Der seitlich abgeflachte, spindelförmige Körper trägt eine leuchtend türkisblaue Längsbinde, die sich vom Auge bis etwa zur Höhe der Fettflosse erstreckt. Unterhalb dieser Binde zeigt die hintere Körperhälfte eine intensive rote Färbung, die vom Ansatz der Afterflosse bis zur Schwanzwurzel reicht. Die Bauchseite ist silbrig-weiß. Diese Farbgebung entsteht durch sogenannte Iridophoren – spezielle Zellen in der Haut, die einfallendes Licht reflektieren und je nach Lichtwinkel unterschiedlich schimmern.
Die Schuppen des Neonsalmlers sind klein und zart. Wie für Salmler typisch, besitzt er eine kleine Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse, die als diagnostisches Merkmal der Ordnung Characiformes gilt. Die Flossen selbst sind weitgehend transparent. Männchen sind etwas schlanker als Weibchen und wirken insgesamt gestreckter, während Weibchen besonders zur Laichzeit einen deutlich rundlicheren Bauch aufweisen. Die blaue Längsbinde erscheint bei Männchen tendenziell gerader, bei Weibchen durch die Körperfülle leicht gekrümmt.
Der Neonsalmler wird häufig mit dem eng verwandten Roten Neon (Paracheirodon axelrodi) verwechselt. Beim Roten Neon erstreckt sich die rote Färbung jedoch über die gesamte untere Körperhälfte vom Kopf bis zur Schwanzflosse, während sie beim Neonsalmler nur die hintere Hälfte einnimmt. Eine dritte Art der Gattung, der Blaue Neon (Paracheirodon simulans), ist insgesamt blasser gefärbt und bleibt etwas kleiner.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Neonsalmlers liegt im westlichen Amazonastiefland, vorwiegend in Peru, Kolumbien und dem westlichen Brasilien. Er besiedelt dort langsam fließende Zuflüsse und Nebenarme des oberen Amazonas, insbesondere die Flusssysteme des Río Putumayo und des Río Napo. Sein bevorzugtes Habitat sind schattige Gewässerabschnitte mit dichter Ufervegetation und Falllaubschichten am Grund.
Die Gewässer in seinem Biotop sind typischerweise Schwarzwasser- oder Klarwasserflüsse mit extrem weichem, saurem Wasser. Der pH-Wert liegt häufig zwischen 4,0 und 6,5, die Gesamthärte unter 4 °dGH. Die Wassertemperatur beträgt ganzjährig 20–26 °C. Das dunkle, gerbstoffreiche Wasser dieser Habitate lässt die Neonfarben der Fische besonders kontrastreich erscheinen – ein Umstand, der in der Aquaristik durch dunkle Bodensubstrate und gedämpfte Beleuchtung nachgeahmt wird.
Ernährung
Der Neonsalmler ist ein Allesfresser (Omnivore) mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der Natur ernährt er sich überwiegend von kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven, Kleinstkrebsen (Copepoden, Cladoceren) und Würmern. Daneben nimmt er pflanzliche Nahrung in Form von Algenaufwuchs und Detritus auf.
Im Aquarium akzeptiert er handelsübliches Flockenfutter, Granulat und Frostfutter. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit lebenden oder gefrorenen Artemia-Nauplien, Daphnien und Cyclops fördert die Farbintensität und das Wohlbefinden. Die Futterpartikel sollten der geringen Maulöffnung angepasst sein.
Verhalten & Lebensweise
Neonsalmler sind ausgeprägte Schwarmfische. In der Natur bilden sie Gruppen von mehreren Dutzend bis zu mehreren Hundert Individuen. Das Schwarmverhalten dient primär dem Schutz vor Fressfeinden – die synchronen Bewegungen und reflektierenden Farbbinden erzeugen bei Raubfischen einen Verwirrungseffekt. In der Aquarienhaltung sollte eine Gruppe von mindestens zehn Tieren gepflegt werden, um stressbedingte Verhaltensauffälligkeiten zu vermeiden.
Die Art ist vorwiegend tagaktiv, zeigt aber auch in der Dämmerung Aktivität. Nachts verblassen die Farben deutlich – ein Vorgang, der durch die Zusammenballung der Pigmentgranula in den Chromatophoren gesteuert wird. Neonsalmler sind friedlich und nicht territorial. Sie halten sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf und nutzen dichte Bepflanzung als Rückzugsraum.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung des Neonsalmlers gilt in der Aquaristik als anspruchsvoll. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa neun bis zwölf Monaten ein. Zur Nachzucht benötigt man sehr weiches, saures Wasser (pH 5,0–6,0, Gesamthärte unter 2 °dGH) und gedämpftes Licht, da die Eier lichtempfindlich sind.
Das Weibchen gibt während der Balz bis zu 130 Eier ab, die an feinfiedrigen Pflanzen oder Laichsubstraten haften. Die Elterntiere betreiben keine Brutpflege und fressen den Laich bei Gelegenheit, weshalb sie nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden sollten. Die Larven schlüpfen nach etwa 24 Stunden und zehren zunächst vom Dottersack. Nach drei bis vier Tagen schwimmen sie frei und können mit Infusorien und später mit frisch