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Ochsenauge

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Maniola jurtina (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
  • Gattung: Maniola
  • Flügelspannweite: 40–48 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
  • Lebenserwartung (Imago): ca. 2–3 Monate
  • Lebensraum: Offene Graslandschaften, Wiesen, Wegränder, lichte Wälder
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, westliches Asien

Aussehen & Merkmale

Das Große Ochsenauge – so die vollständige deutsche Bezeichnung zur Unterscheidung vom Kleinen Ochsenauge (Hyponephele lycaon) – zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Die Flügeloberseiten der Weibchen sind überwiegend braun gefärbt und tragen auf dem Vorderflügel einen auffälligen orangebraunen Bereich mit einem dunklen, weiß gekernten Augenfleck (Ocellus). Bei den Männchen ist diese orange Umrandung des Augenflecks deutlich kleiner oder fehlt nahezu vollständig, sodass die Oberseite insgesamt dunkler und gleichmäßiger braun erscheint. Zusätzlich besitzen die Männchen auf der Vorderflügeloberseite einen schräg verlaufenden Duftschuppenfleck (Androconien), der bei der Balz eine Rolle spielt.

Die Flügelunterseiten unterscheiden sich ebenfalls: Der Vorderflügel zeigt unterseits eine orangebraune Grundfärbung mit dem charakteristischen Augenfleck. Die Unterseite des Hinterflügels ist graubraun bis olivbraun marmoriert und trägt häufig eine undeutliche, hellere Binde. Vereinzelt können hier kleinere Augenflecke auftreten. Der Körper ist behaart und von brauner Farbe, die Fühler (Antennen) sind keulenförmig – ein typisches Merkmal der Tagfalter (Rhopalocera).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Maniola jurtina erstreckt sich über weite Teile der Westpaläarktis. Der Falter kommt von den Kanarischen Inseln und Nordafrika über ganz Europa bis in den westlichen Teil Zentralasiens vor. In Skandinavien erreicht er seine nördliche Verbreitungsgrenze etwa auf Höhe Mittelnorwegens und Südfinnlands.

Als Habitat bevorzugt das Große Ochsenauge offene bis halboffene Landschaften. Typische Biotope sind extensiv bewirtschaftete Mähwiesen, Halbtrockenrasen, Wegränder, Böschungen, Brachen, Waldlichtungen und lichte Waldränder. Auch in Gärten, Parks und auf Ruderalflächen ist die Art regelmäßig anzutreffen. Entscheidend für das Vorkommen ist ein ausreichendes Angebot an Gräsern als Raupennahrung sowie blütenreichen Bereichen für die Nektaraufnahme der Imagines. Intensiv bewirtschaftetes Grünland mit häufiger Mahd und starker Düngung wird hingegen gemieden, da dort sowohl die Nahrungsgrundlage der Raupen als auch das Blütenangebot eingeschränkt sind.

Ernährung

Die Raupen des Großen Ochsenauges ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae). Zu den bevorzugten Futterpflanzen zählen Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Knäuelgras (Dactylis glomerata), Rot-Schwingel (Festuca rubra) und verschiedene Straußgras-Arten (Agrostis spp.). Die Raupen fressen überwiegend in der Dämmerung und nachts, tagsüber verbergen sie sich am Boden zwischen den Grashalmen.

Die adulten Falter saugen Nektar an einer breiten Palette von Blütenpflanzen. Besonders häufig werden sie an Flockenblumen (Centaurea), Kratzdisteln (Cirsium), Dost (Origanum vulgare), Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) und Braunelle (Prunella vulgaris) beobachtet. Die Falter zeigen dabei eine Vorliebe für violette und purpurfarbene Blüten.

Verhalten & Lebensweise

Das Große Ochsenauge fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin), wobei die Flugzeit je nach Region und Höhenlage von Mitte Juni bis September reicht. Der Höhepunkt der Flugzeit liegt in Mitteleuropa im Juli. Die Falter sind tagaktiv und bei warmem, sonnigem Wetter besonders flugfreudig. Ihr Flug wirkt eher langsam und gaukelnd, häufig dicht über der Vegetation.

In Ruhephasen sitzen die Falter mit zusammengeklappten Flügeln auf Grashalmen oder Blütenständen. Die marmorierte Unterseite der Hinterflügel dient dabei als Tarnung. Bei Bedrohung können die Flügel kurz geöffnet werden, um den Augenfleck auf der Vorderflügeloberseite zu zeigen – eine Abschreckstrategie gegenüber Fressfeinden wie Vögeln, die den Fleck als Auge eines größeren Tieres deuten können. Wird ein Falter dennoch von einem Vogel attackiert, lenkt der Augenfleck den Schnabelhieb auf den Flügelrand, was dem Falter das Überleben ermöglichen kann.

Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und patrouillieren entlang von Graslandstreifen, um Weibchen zu lokalisieren. Die Balz umfasst einen ritualisierten Ablauf, bei dem das Männchen den Vorderflügel des Weibchens zwischen seine Flügel klemmt und die Duftschuppen präsentiert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an Grashalmen ab oder lässt sie im Flug über geeigneter Vegetation fallen. Die kugelförmigen, anfangs gelblichen Eier verfärben sich vor dem Schlüpfen bräunlich. Die Raupen