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Opossum

O

Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Didelphis virginiana (Virginia-Opossum, häufigste Art)
  • Ordnung: Beuteltiere (Marsupialia)
  • Familie: Beutelratten (Didelphidae)
  • Gattung: Didelphis (Großopossums), insgesamt über 100 Arten in der Familie Didelphidae
  • Lebensraum: Wälder, Buschland, Grasland, Feuchtgebiete, Kulturlandschaften und Siedlungsräume
  • Größe: 35–55 cm Kopf-Rumpf-Länge, Schwanz zusätzlich 25–55 cm
  • Gewicht: 1–6 kg (je nach Art und Geschlecht)
  • Lebenserwartung: 2–4 Jahre in freier Wildbahn, bis 7 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Opossums gehören zu den mittelgroßen Beuteltieren und erinnern auf den ersten Blick an Ratten, sind mit diesen jedoch nicht näher verwandt. Der Körperbau ist gedrungen mit relativ kurzen Beinen und einem spitzen, länglichen Kopf. Das Fell ist bei den meisten Arten der Gattung Didelphis grau bis graubraun, durchsetzt mit weißlichen Grannenhaaren, die dem Tier ein leicht zerzaustes Aussehen verleihen. Die Unterseite ist heller gefärbt. Das Gesicht ist auffallend hell, fast weiß, mit dunklen Augen und großen, dünnen, häufig schwarz gefärbten Ohren, die unbehaart sind.

Ein besonderes anatomisches Merkmal ist der Greifschwanz (Wickelschwanz), der im vorderen Bereich behaart, im hinteren Abschnitt jedoch nackt und schuppig beschaffen ist. Er dient als fünfte Extremität beim Klettern und kann Äste und Zweige umschlingen. Die Hinterfüße besitzen einen opponierbaren Daumen ohne Kralle, der ebenfalls beim Greifen und Klettern hilft. Das Gebiss umfasst 50 Zähne – mehr als bei jedem anderen nordamerikanischen Landsäugetier. Weibchen tragen einen nach vorn geöffneten Beutel (Marsupium), in dem die Jungtiere ihre früheste Entwicklungsphase verbringen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Familie Didelphidae erstreckt sich über weite Teile der Neuen Welt. Die meisten Arten leben in Mittel- und Südamerika. Das Virginia-Opossum (Didelphis virginiana) ist die einzige Beuteltierart, die nördlich von Mexiko heimisch ist, und hat sein Habitat seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich nach Norden ausgedehnt – heute reicht sein Verbreitungsgebiet von Costa Rica bis in den Süden Kanadas.

Opossums sind ausgesprochene Generalisten, was die Wahl ihres Biotops betrifft. Sie besiedeln Laub- und Mischwälder, tropische Regenwälder, Sumpfgebiete, Grasland und Halbwüsten. Ebenso häufig finden sie sich in der Nähe menschlicher Siedlungen, etwa in Vorstädten, Parks, Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen. Dort nutzen sie Dachböden, Schuppen, Holzstapel und Abfallcontainer als Unterschlupf. Diese Anpassungsfähigkeit an anthropogen veränderte Lebensräume hat wesentlich zum Ausbreitungserfolg der Art beigetragen.

Ernährung

Opossums sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem äußerst breiten Nahrungsspektrum. Ihre Ernährung umfasst Insekten, Würmer, Schnecken, Amphibien, kleine Reptilien, Vogeleier, Jungvögel, Mäuse und andere Kleinsäuger. Pflanzliche Kost wie Früchte, Beeren, Samen und Nüsse ergänzt den Speiseplan je nach Jahreszeit. Aas wird bereitwillig angenommen, was den Tieren eine ökologische Rolle als Gesundheitspolizei einbringt. In Siedlungsnähe durchsuchen Opossums Mülltonnen und fressen Haustierfutter.

Von besonderem ökologischen Interesse ist, dass Opossums große Mengen an Zecken verzehren. Studien an der Cary Institute of Ecosystem Studies ergaben, dass ein einzelnes Virginia-Opossum pro Saison tausende Zecken durch Fellpflege aufnimmt und tötet, was sich positiv auf die Regulierung zeckenübertragener Krankheiten wie der Lyme-Borreliose auswirken kann.

Verhalten & Lebensweise

Opossums sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen sie in Baumhöhlen, verlassenen Bauten anderer Tiere, unter Felsen, in Holzstapeln oder ähnlichen Verstecken. Sie sind Einzelgänger ohne festes Revier; ihre Streifgebiete überlappen sich weitgehend, und es gibt kaum territoriales Verhalten. Die Tiere wechseln ihre Schlafplätze häufig und nutzen selten denselben Unterschlupf mehrere Nächte hintereinander.

Opossums sind gute Kletterer und bewegen sich mit Hilfe ihres Greifschwanzes sicher in Bäumen. Entgegen einer verbreiteten Vorstellung hängen erwachsene Tiere jedoch nicht dauerhaft am Schwanz von Ästen – dafür ist ihr Körpergewicht zu hoch. Sie können kurze Strecken schwimmen. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind Opossums kälteempfindlich; in nördlichen Populationen treten häufig Erfrierungen an den unbehaarten Ohren und am Schwanz auf.

Bekannt ist das sogenannte Sich-Totstellen (Thanatose, im Englischen playing possum): Bei extremer Bedrohung verfällt das Tier in eine unwillkürliche, katalepsieähnliche Starre. Es liegt reglos auf der Seite, die Augen sind geöffnet oder halb geschlossen, die Zunge hängt heraus, und aus den Analdrüsen wird ein übel riechendes Sekret abgesondert. Dieser Zustand kann Minuten bis Stunden andauern und dient dazu, Fressfeinde wie Kojoten, Rotluchse, Greifvögel oder Hunde abzuschrecken, die auf lebende Beute reagieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Oposs