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Oüßantschaf

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Île d'Ouessant (Ushant), Bretagne, Frankreich
  • Rassestandard: Anerkannt durch die Société Centrale d'Agriculture des Races Ovines (Frankreich); in Deutschland betreut durch den Zuchtverband für Ouessantschafe e. V. sowie regionale Schafzuchtverbände
  • Größe: Widerristhöhe Böcke 46–50 cm, Mutterschafe 42–46 cm
  • Gewicht: Böcke 15–20 kg, Mutterschafe 13–16 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre, einzelne Tiere bis 18 Jahre
  • Fell/Farben: Dichtes, langes Vlies mit ausgeprägter Unterwolle; klassisch schwarz, daneben braun und weiß; gelegentlich gescheckte Tiere, die jedoch im Rassestandard nicht erwünscht sind

Herkunft & Geschichte

Das Ouessantschaf – auch Bretonisches Zwergschaf oder Ushant-Schaf genannt – stammt von der etwa 15 Quadratkilometer kleinen Île d'Ouessant vor der bretonischen Küste Frankreichs. Die rauen klimatischen Bedingungen der sturmgepeitschten Atlantikinsel mit karger Vegetation haben über Jahrhunderte eine natürliche Selektion bewirkt, die zu der kleinsten Schafrasse Europas führte. Bereits im 18. Jahrhundert wurden die Tiere in französischen Aufzeichnungen erwähnt.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert ging der Bestand auf der Insel dramatisch zurück, weil größere, wirtschaftlich ertragreichere Schafrassen eingekreuzt oder die kleinen Schafe durch diese verdrängt wurden. In den 1970er-Jahren engagierten sich französische Züchter um die Groupement des Éleveurs de Moutons d'Ouessant (GEMO), um die verbliebenen reinrassigen Tiere systematisch zu erfassen und einen Zuchtverband zu gründen. Dank dieser Bemühungen konnte die Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden.

Seit den 1980er-Jahren hat sich das Ouessantschaf in ganz Europa verbreitet. In Deutschland sorgt der Zuchtverband für Ouessantschafe e. V. für die Zuchtbuchführung und die Einhaltung des Rassestandards. Die Abstammung jedes eingetragenen Tieres wird dokumentiert, um Inzucht zu vermeiden und die genetische Vielfalt innerhalb der kleinen Population zu erhalten.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Ouessantschaf ist ein harmonisch gebautes Zwergschaf mit kompaktem, leicht rechteckigem Körperbau. Der Kopf ist kurz und breit, die Ohren klein und seitlich abstehend. Böcke tragen kräftige, schneckenförmig gewundene Hörner, während Mutterschafe in der Regel hornlos sind. Die Beine sind relativ kurz, aber stämmig und gut bemuskelt.

Das Vlies ist dicht, lang und leicht gewellt. Die Wollqualität variiert: Die äußere Deckschicht besteht aus gröberen Haaren, darunter liegt eine feine, isolierende Unterwolle. Dieses doppelte Vlies schützt die Tiere hervorragend gegen Wind, Regen und Kälte. Die ursprüngliche und häufigste Farbe ist ein tiefes Schwarz, das im Laufe der Jahre bräunlich ausbleichen kann. Daneben kommen braune und weiße Tiere vor, die ebenfalls im Rassestandard anerkannt sind.

Ein typisches Rassemerkmal ist die Robustheit. Trotz ihrer geringen Größe wirken Ouessantschafe keineswegs zerbrechlich. Sie bewegen sich trittsicher und ausdauernd und zeigen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Witterungsbedingungen.

Charakter & Wesen

Ouessantschafe gelten als neugierig, lebhaft und ausgesprochen sozial. Innerhalb einer Herde herrscht ein ausgeprägtes Sozialgefüge mit klarer Rangordnung. Die Tiere sind zunächst etwas scheu gegenüber Fremden, bauen bei regelmäßigem, ruhigem Umgang aber rasch Vertrauen auf und können erstaunlich zutraulich werden.

Böcke zeigen sich insbesondere während der Brunftzeit von September bis Dezember mitunter eigenwillig und durchsetzungsstark. Mutterschafe sind fürsorgliche, aufmerksame Mütter. Insgesamt sind Ouessantschafe wachsam und reagieren schnell auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Ihr freundliches, ruhiges Wesen macht sie zu beliebten Tieren in der Hobbytierhaltung und in der Landschaftspflege.

Haltung & Pflege

Ouessantschafe benötigen als Herdentiere mindestens zwei bis drei Artgenossen. Eine Einzelhaltung ist tierschutzwidrig. Die Tiere brauchen ausreichend Auslauf auf einer Weidefläche – als Richtwert gelten mindestens 500 Quadratmeter für eine kleine Gruppe, ideal sind deutlich größere Flächen.

Ein trockener, zugfreier Unterstand oder Stall muss jederzeit zugänglich sein, auch wenn die Tiere aufgrund ihrer Robustheit fast ganzjährig draußen gehalten werden können. Die Einzäunung sollte stabil sein; Knotengitterzaun mit einer Höhe von mindestens 90 cm genügt in der Regel, da Ouessantschafe keine ausgeprägten Springer sind.

Die Fellpflege umfasst vor allem die jährliche Schur, die im späten Frühjahr erfolgen sollte. Das dichte Vlies kann bei Vernachlässigung verfilzen und Parasitenbefall begünstigen. Klauenpflege ist alle acht bis zwölf Wochen notwendig, um Fehlstellungen und Moderhinke vorzubeugen. Regelmäßige Beschäftigung bietet sich durch wechselnde Weideflächen, Klettermöglichkeiten oder das Aufstellen von Ästen und Baumstämmen an.

Ernährung

Ouessantschafe sind genügsame Futterverwerter, die an karge Kost angepasst sind. Die Grundlage bildet Weidegras im Sommer und hochwertiges Heu im Winter. Übermäßige Fütterung mit Kraftfutter oder energiereicher Nahrung muss unbedingt vermieden werden, da die Tiere schnell verfetten und daraus ernsthafte Gesundheitsprobleme resultieren können.

Frisches Wasser muss stets zur Verfügung stehen. Ein Mineralstein oder spezi