Pekari
PTierart – Säugetiere > Huftiere – Schweine
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Familie Tayassuidae
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla), Unterordnung Schweineartige (Suina)
- Familie: Nabelschweine (Tayassuidae)
- Gattungen: Pecari, Tayassu, Catagonus
- Arten: Halsbandpekari (Pecari tajacu), Weißbartpekari (Tayassu pecari), Chaco-Pekari (Catagonus wagneri)
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Trockenwälder, Dornbuschsavannen, Halbwüsten – vom Südwesten der USA bis nach Argentinien
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 75–130 cm, Schulterhöhe 40–60 cm (je nach Art)
- Gewicht: 15–40 kg
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 24 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Pekaris ähneln auf den ersten Blick den Schweinen der Alten Welt (Familie Suidae), sind mit diesen jedoch nicht näher verwandt als über die gemeinsame Unterordnung der Schweineartigen. Der Körperbau ist kompakt und gedrungen, der Kopf groß und keilförmig. Die Beine sind im Verhältnis zum Rumpf schlank und enden an den Vorderfüßen in zwei Hauptzehen und zwei verkümmerten Afterzehen – an den Hinterfüßen fehlt die äußere Afterzehe, sodass dort nur drei Zehen vorhanden sind. Dieses Merkmal unterscheidet Pekaris anatomisch klar von echten Schweinen, die an allen Gliedmaßen vier Zehen tragen.
Das Fell ist grob, borstig und dicht. Beim Halsbandpekari zeigt es eine graubraune bis schwarze Grundfärbung mit einem hellen, gelblich-weißen Streifen, der schräg vom Nacken zur Brust verläuft und der Art ihren deutschen Namen gibt. Das Weißbartpekari ist insgesamt dunkler gefärbt und besitzt eine auffällige weiße Zeichnung an Kinn und Unterkiefer. Das Chaco-Pekari wirkt heller, graubraun, mit einem undeutlichen Halsband.
Namensgebend für die Familie ist die Nabeldrüse – eine große Duftdrüse auf dem Rücken, etwa zehn Zentimeter vor dem Schwanzansatz. Diese Drüse sondert ein moschusartiges, öliges Sekret ab, das zur sozialen Kommunikation und Reviermarkierung dient. Der Schwanz selbst ist stark reduziert und äußerlich kaum sichtbar. Der Schädel weist senkrecht stehende, dolchartige Eckzähne auf, die nicht – wie bei Wildschweinen – nach oben gebogen sind, sondern gerade nach unten bzw. oben gerichtet und als Verteidigungswaffen dienen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Pekaris erstreckt sich über weite Teile des amerikanischen Kontinents. Das Halsbandpekari besitzt das größte Areal: Es kommt von den Halbwüsten und Dornbuschgebieten im Süden der USA (Arizona, New Mexico, Texas) über Mittelamerika bis nach Nordargentinien vor. Das Weißbartpekari bewohnt vorwiegend tropische und subtropische Regenwälder von Südmexiko bis nach Paraguay und Nordargentinien. Das Chaco-Pekari hat das kleinste Verbreitungsgebiet und ist auf die Trockenwälder und Dornbuschsavannen des Gran Chaco in Paraguay, Bolivien und Nordargentinien beschränkt.
Die Tiere besiedeln sehr unterschiedliche Habitate: feuchte Tiefland-Regenwälder, Bergnebelwälder bis in Höhen von etwa 3.000 Metern, Savannen, Trockengebiete mit Kakteenvegetation und sogar landwirtschaftlich genutzte Flächen. Entscheidend für die Habitatwahl sind ausreichende Deckung durch Vegetation und Zugang zu Wasser – wobei das Chaco-Pekari bemerkenswert trockenheitsresistent ist und seinen Wasserbedarf weitgehend über Kakteen decken kann.
Ernährung
Pekaris sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Zu ihrer Nahrung zählen Früchte, Wurzeln, Knollen, Samen, Gräser, Pilze, Kakteen und Blätter. Ergänzend nehmen sie Wirbellose wie Insektenlarven, Würmer und Schnecken auf, gelegentlich auch kleine Wirbeltiere, Eier oder Aas. Die kräftigen Kiefer und die robusten Backenzähne erlauben es ihnen, harte Palmfrüchte und Nüsse zu knacken, die für viele andere Pflanzenfresser unzugänglich sind. Im Gran Chaco bilden Kakteen der Gattung Opuntia und Cleistocactus einen wesentlichen Nahrungsbestandteil des Chaco-Pekaris.
Verhalten & Lebensweise
Alle drei Pekari-Arten leben in sozialen Gruppen, deren Größe je nach Art stark variiert. Halsbandpekaris bilden Herden von 5 bis 15 Individuen, die ein festes Revier verteidigen. Weißbartpekaris dagegen formieren sich zu deutlich größeren Verbänden von 50 bis über 300 Tieren, die weite Strecken durch den Wald zurücklegen und keine festen Reviere halten, sondern nomadisch umherziehen. Das Chaco-Pekari lebt in kleinen Gruppen von 2 bis 10 Tieren.
Innerhalb der Herden spielt die gegenseitige Fellpflege eine zentrale Rolle, wobei die Tiere sich häufig mit dem Sekret der Rückendrüse einreiben. Dieser gemeinsame Geruch stärkt den Zusammenhalt der Gruppe und ermöglicht die Erkennung von Gruppenmitgliedern. Bei Gefahr schlagen Pekaris laut mit den Kiefern aufeinander und erzeugen ein weithin hörbares Klappern der Eckzähne. Gleichzeitig verströmen sie intensiven Moschusgeruch. Pekaris sind überwiegend tagaktiv, in heißen Regionen oder in der Nähe menschlicher Siedlungen verlagern sie ihre Aktivität jedoch in die Dämmerung und die Nachtstunden.