Warzenschwein
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Phacochoerus africanus
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Echte Schweine (Suidae)
- Gattung: Warzenschweine (Phacochoerus)
- Lebensraum: Savannen, offenes Grasland und lichte Waldgebiete Afrikas südlich der Sahara
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 100–150 cm, Schulterhöhe 60–85 cm
- Gewicht: 50–100 kg (Eber), 45–75 kg (Bachen)
- Lebenserwartung: 12–18 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Das Warzenschwein ist ein mittelgroßes, kräftig gebautes Wildschwein mit einem breiten, abgeflachten Kopf und einem massiven Schädel. Namensgebend sind die auffälligen, warzenartigen Hautwucherungen im Gesicht. Eber tragen zwei Paar dieser Warzen: ein großes Paar unterhalb der Augen und ein kleineres Paar seitlich am Oberkiefer. Bachen besitzen in der Regel nur das untere Paar. Diese Wucherungen bestehen aus Bindegewebe und dienen vermutlich als Polster bei Rangkämpfen zwischen Ebern.
Besonders markant sind die nach oben gebogenen Hauer. Die oberen Eckzähne können beim Eber eine Länge von bis zu 60 cm erreichen und wachsen in einem Bogen nach außen und oben. Die unteren Hauer sind kürzer, aber deutlich schärfer und dienen als eigentliche Waffen bei der Verteidigung gegen Fressfeinde. Das Fell ist spärlich und besteht aus borstigem, graubraunem bis schwarzem Haar. Entlang des Rückens und Nackens verläuft eine ausgeprägte Mähne aus langen, aufrichtbaren Borsten. Der Schwanz ist lang, dünn und endet in einer kleinen Quaste. Beim Laufen wird er charakteristisch senkrecht nach oben getragen.
Im Vergleich zu anderen Vertretern der Familie der Echten Schweine wirkt das Warzenschwein schlank und hochbeinig. Der Rumpf ist tonnenförmig, die Beine relativ lang, was dem Tier eine überraschend hohe Laufgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h ermöglicht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Warzenschweins erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara. Die Art kommt von Senegal und Mauretanien im Westen bis nach Äthiopien und Somalia im Osten vor und reicht südlich bis nach Namibia und Südafrika. Nicht besiedelt werden die tropischen Regenwälder Zentralafrikas und extrem aride Wüstengebiete.
Als bevorzugtes Habitat dienen offene und halboffene Landschaften: Grassavannen, Buschland, lichte Trockenwälder und die Randzonen von Feuchtgebieten. Warzenschweine sind eng an das Vorhandensein von Wasser gebunden und halten sich selten weiter als wenige Kilometer von einer Wasserstelle entfernt auf. Sie nutzen häufig verlassene Erdbaue von Erdferkeln als Unterschlupf, graben diese bei Bedarf aber auch selbst aus oder erweitern bestehende Höhlen. Die Nähe zu offenen Grasflächen ist entscheidend, da diese die Hauptnahrungsquelle darstellen.
Neben dem Gewöhnlichen Warzenschwein (Phacochoerus africanus) existiert mit dem Wüstenwarzenschwein (Phacochoerus aethiopicus) eine zweite Art innerhalb der Gattung, die auf Teile Ostafrikas beschränkt ist und ein trockeneres Biotop bewohnt.
Ernährung
Warzenschweine sind überwiegend Pflanzenfresser und nehmen den größten Teil ihrer Nahrung in Form von Gräsern auf. In der Regenzeit fressen sie bevorzugt frische Grashalme und -blätter, während sie in der Trockenzeit auf Graswurzeln, Knollen und Rhizome ausweichen. Zum Ausgraben dieser unterirdischen Pflanzenteile nutzen sie ihre harte, knorpelige Rüsselscheibe und die Hauer. Dabei nehmen sie eine typische kniende Haltung ein und rutschen auf den verhornten Karpalgelenken über den Boden – ein Verhalten, das bei keiner anderen Schweineartart so ausgeprägt auftritt.
Ergänzend stehen Früchte, Rinde, Beeren und gelegentlich auch tierische Kost wie Insektenlarven, Würmer oder Aas auf dem Speiseplan. Warzenschweine sind jedoch keine aktiven Jäger. Der Anteil tierischer Nahrung bleibt gering. Koprophagie – das Fressen von Kot anderer Pflanzenfresser – wurde ebenfalls dokumentiert und dient vermutlich der Aufnahme zusätzlicher Nährstoffe.
Verhalten & Lebensweise
Warzenschweine sind vorwiegend tagaktiv und verbringen die Nacht in Erdbauen, die Schutz vor nächtlichen Raubtieren und niedrigen Temperaturen bieten. Sie betreten ihre Baue rückwärts, sodass die Hauer stets dem potenziellen Angreifer zugewandt sind.
Das Sozialgefüge basiert auf kleinen Gruppen, sogenannten Rotten. Bachen leben mit ihren Jungtieren in stabilen Familienverbänden von zwei bis sechs Tieren. Ausgewachsene Eber sind außerhalb der Paarungszeit überwiegend Einzelgänger oder bilden lockere Junggesellengruppen. Feste Reviere im engeren Sinn werden nicht verteidigt, aber die Tiere nutzen überlappende Streifgebiete, die je nach Nahrungsangebot 50 bis 600 Hektar umfassen können.
Zur Körperpflege und Thermoregulation suchen Warzenschweine regelmäßig Suhlen auf. Die Schlammschicht auf der Haut schützt zusätzlich vor Parasiten und Sonnenbrand. Häufig lassen sich Warzenschweine auch von Madenhackern und anderen Vögeln den Parasitenbefall vom Körper ablesen – eine Form der Symbiose.
Zu den natürlichen Fressfeinden zählen Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen, Wildhunde und große Greifvögel, die es auf Frischlinge abgesehen haben. Bei Gef