Pekingente
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Steckbrief
- Herkunft: China (Peking), weiterentwickelt in den USA und Europa
- Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG); in den USA durch die American Poultry Association (APA) seit 1874
- Kategorie: Schwere Entenrasse / Fleischente
- Gewicht: Erpel 3,5–4,5 kg, Ente 3,0–4,0 kg
- Legeleistung: ca. 80–120 Eier pro Jahr, Eigewicht ca. 70–90 g, Schalenfarbe weiß bis gelblich
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder: Reinweiß bis cremeweiß, dichte Unterwolle mit öliger Deckfeder
Herkunft & Geschichte
Die Pekingente zählt zu den ältesten domestizierten Entenrassen der Welt. Ihre Abstammung geht auf die Stockente (Anas platyrhynchos) zurück, die in China bereits vor über 2.000 Jahren gezielt zur Fleischproduktion gezüchtet wurde. Im kaiserlichen Peking entstand durch jahrhundertelange Selektion eine besonders großrahmige, schnellwüchsige Ente, die am Kaiserhof als Delikatesse geschätzt wurde. Die berühmte Pekingente als Gericht und die Rasse selbst sind untrennbar mit der chinesischen Kulinarik und Kulturgeschichte verbunden.
Der entscheidende Wendepunkt in der internationalen Verbreitung kam 1872, als James E. Palmer eine kleine Gruppe Pekingenten von China in die Vereinigten Staaten importierte. Dort begann eine intensive Weiterzucht, die den sogenannten amerikanischen Typ hervorbrachte – eine aufrechter stehende, noch massigere Variante. Die American Poultry Association erkannte die Rasse bereits 1874 offiziell an. Nach Europa gelangte die Pekingente etwa zur gleichen Zeit, wo sich parallel der sogenannte deutsche oder europäische Typ entwickelte, der eine eher waagerechte Körperhaltung zeigt.
In Deutschland wird die Pekingente vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter betreut und ist im Rassestandard detailliert beschrieben. Im Zuchtverband unterscheidet man klar zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Schlag, wobei beide Linien eigene Bewertungskriterien besitzen. In der modernen Geflügelwirtschaft ist die Pekingente die weltweit bedeutendste Mastente – nahezu die gesamte kommerzielle Entenmast basiert auf Zuchtlinien, die aus der Pekingente hervorgingen.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Pekingente ist eine imposante, großrahmige Ente mit einem breiten, tiefen Körperbau. Der europäische Typ zeigt einen langgestreckten Rumpf mit nahezu waagerechter Haltung, während der amerikanische Typ deutlich aufrechter steht, fast in einem Winkel von 60 bis 70 Grad. Beide Schläge zeichnen sich durch eine volle, tiefe Brust, einen breiten Rücken und eine insgesamt kräftige Statur aus.
Das Gefieder ist dicht und reinweiß bis cremeweiß. Eine besonders üppige, wattige Unterwolle verleiht der Pekingente ihr charakteristisch rundes, fast puffiges Erscheinungsbild. Der Schnabel ist kräftig, mittellang und von orangegelber bis gelber Farbe. Die Läufe sind ebenfalls orangegelb und relativ kurz, was dem Gang eine leicht watschelnde Note verleiht. Die Augen sind dunkelblau bis dunkelgrau. Der Kopf ist rund und massiv, beim amerikanischen Typ häufig mit auffälligen Backenpartien versehen.
Im Rassestandard werden Fehler wie farbige Federn, ein blasser oder fleckiger Schnabel, Kielbrüste oder eine fehlerhafte Körperhaltung als zuchtausschließende Mängel bewertet.
Charakter & Wesen
Pekingenten gelten als ruhig, gesellig und vergleichsweise zutraulich. Im Gegensatz zu vielen leichteren Entenrassen sind sie weniger flugfähig und entsprechend gelassen im Umgang. Bei regelmäßigem Kontakt zum Menschen werden sie erstaunlich zahm und lassen sich gut an feste Fütterungsroutinen gewöhnen. Scheu oder Aggressivität sind bei gut sozialisierten Tieren selten.
Ihr Sozialverhalten ist ausgeprägt – Pekingenten sollten niemals einzeln gehalten werden. In der Gruppe zeigen sie ein lebhaftes, kommunikatives Verhalten mit vielfältigen Lautäußerungen. Die Enten sind dabei deutlich lauter als die Erpel, was bei der Haltungsplanung berücksichtigt werden sollte. Als wachsam kann man sie durchaus bezeichnen: Fremde Personen oder ungewohnte Geräusche quittieren sie zuverlässig mit lautstarkem Schnattern.
Haltung & Pflege
Pekingenten benötigen ausreichend Auslauf auf einer Wiesenfläche, idealerweise mindestens 10 Quadratmeter pro Tier. Da sie kaum flugfähig sind, genügt ein niedriger Zaun von etwa 80 cm Höhe zur Begrenzung des Geheges. Ein befestigter, trockener Stallbereich mit frischer Einstreu aus Stroh oder Hobelspänen schützt vor Feuchtigkeit und Kälte. Zugluft sollte unbedingt vermieden werden, während eine gute Belüftung sichergestellt sein muss.
Der Zugang zu Badewasser ist für eine artgerechte Haltung unverzichtbar. Ein Teich, ein stabiles Planschbecken oder ein Wassergraben ermöglicht die Gefiederpflege, die für die Fettung und Imprägnierung der Federn essentiell ist. Ohne Bademöglichkeit leidet die Gefiederqualität erheblich, und die Tiere werden anfälliger für Hautkrankheiten.
Die eigentliche Gefiederpflege übernehmen die Enten selbst, sofern ausreichend Wasser vorhanden ist. Die Haltung erfordert allerdings regelmäßiges Ausmisten des Stalls, Kontrolle der Wasserstellen und tägliche Überprüfung des Gesundheitszustands. Beschäftigung bieten ein großzügiger Auslauf mit Grasflächen, flachen Wasserbereichen und Möglichkeiten zum Gründeln.
Ernährung
Pekingenten sind als schwere Rasse vergleichsweise anspruchsvoll in der Fütterung. Die