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Perlmuttfalter

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Argynnis spp. (häufigste Art: Großer Perlmuttfalter – Argynnis aglaja)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Heliconiinae
  • Gattung: Argynnis, Boloria, Issoria, Brenthis u. a.
  • Lebensraum: Blütenreiche Wiesen, Magerrasen, Waldlichtungen, Moorränder
  • Flügelspannweite: 30–65 mm (artabhängig)
  • Gewicht: ca. 0,2–0,5 g
  • Lebenserwartung: Imagines ca. 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Als Perlmuttfalter wird eine Gruppe von Tagfaltern innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) bezeichnet, die sich durch ein gemeinsames Merkmal auszeichnen: silbrig bis perlmuttartig glänzende Flecken auf der Unterseite der Hinterflügel. Dieser metallische Schimmer, der an Perlmutt erinnert, entsteht durch die spezielle Struktur der Flügelschuppen, die das einfallende Licht brechen und reflektieren.

Die Flügeloberseiten sind bei den meisten Arten kräftig orangebraun gefärbt und tragen ein charakteristisches Muster aus schwarzen Flecken, Strichen und Bogenlinien. Dieses Zeichnungsmuster variiert je nach Art, folgt aber einem für die Gattung Argynnis und verwandte Gattungen typischen Grundschema. Die Unterseite der Hinterflügel zeigt neben den namensgebenden Perlmuttflecken häufig grünliche, gelbliche oder bräunliche Tönungen, die als Tarnfärbung dienen, wenn der Falter mit zusammengeklappten Flügeln ruht.

Der Körperbau entspricht dem typischen Bauplan der Edelfalter: ein relativ kräftiger, dicht behaarter Thorax, ein schlankes Abdomen, große Facettenaugen und ein aufrollbarer Saugrüssel. Die Vorderbeine sind wie bei allen Nymphalidae zu kleinen Putzpfoten reduziert und werden nicht zum Laufen genutzt – die Falter stehen funktionell auf vier Beinen.

Lebensraum & Verbreitung

Perlmuttfalter sind in der gesamten Paläarktis verbreitet, mit Schwerpunkt in Europa und den gemäßigten Zonen Asiens. Einige Arten, etwa der Silberfleck-Perlmuttfalter (Argynnis paphia), kommen auch in Nordafrika vor. In Mitteleuropa zählen sie zu den regelmäßig anzutreffenden Tagfaltern, sofern geeignete Habitate vorhanden sind.

Ihr bevorzugtes Biotop sind extensiv bewirtschaftete, blütenreiche Wiesen, Magerrasen, Halbtrockenrasen und Waldlichtungen. Einige Arten wie der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) besiedeln auch Feuchtwiesen und Moorränder. Der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) ist eng an feuchte Hochstaudenfluren gebunden, in denen seine Raupenfutterpflanze Mädesüß wächst. Die Höhenverbreitung reicht je nach Art vom Flachland bis in alpine Lagen über 2.000 Meter.

Das Verbreitungsgebiet einzelner Arten ist in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts geschrumpft, da geeignete Lebensräume durch intensive Landwirtschaft, Düngung und Flächenversiegelung verloren gegangen sind.

Ernährung

Adulte Perlmuttfalter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen eine breite Palette von Blütenpflanzen, bevorzugen aber violette und rosafarbene Blüten wie Flockenblumen (Centaurea), Disteln (Cirsium, Carduus), Skabiosen (Scabiosa) und Dost (Origanum vulgare). Die Falter lassen sich häufig beim ausdauernden Blütenbesuch beobachten und tragen dabei zur Bestäubung bei.

Die Raupen der meisten Perlmuttfalterarten sind auf Veilchengewächse (Violaceae) als Futterpflanzen angewiesen, insbesondere auf verschiedene Veilchen-Arten (Viola). Einzelne Arten weichen davon ab: Die Raupen von Brenthis ino fressen an Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Brombeere (Rubus), jene des Hochmoor-Perlmuttfalters (Boloria aquilonaris) an Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Die Nahrungsspezialisierung der Raupen ist ein wesentlicher Faktor für die Bindung der jeweiligen Art an ihr spezifisches Habitat.

Verhalten & Lebensweise

Perlmuttfalter sind ausschließlich tagaktiv. Sie fliegen bei sonnigem, warmem Wetter und ruhen bei Bewölkung oder kühlen Temperaturen mit geschlossenen Flügeln in der Vegetation. Ihr Flug ist schnell und gleitend, unterbrochen von kurzen Schlagphasen – ein Flugstil, der für viele Arten der Gattung Argynnis typisch ist.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und patrouillieren entlang von Waldrändern, Wegen oder Hangkanten, um Weibchen abzufangen. Bei der Balz umfliegt das Männchen das Weibchen und präsentiert dabei Duftschuppen (Androconien) auf den Vorderflügeln, die Pheromone freisetzen. Die Flugzeit der meisten mitteleuropäischen Arten liegt zwischen Juni und August, wobei die meisten Arten eine Generation pro Jahr (univoltin) hervorbringen. Der Kleine Perlmuttfalter (Issoria lathonia) bildet eine Ausnahme: Er kann in günstigen Jahren zwei bis drei Generationen ausbilden und fliegt von April bis Oktober.

Fortpflanzung & Aufz