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Petermännchen

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trachinus draco
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Petermännchen (Trachinidae)
  • Gattung: Trachinus
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, Sand- und Schlickböden des Ostatlantiks und Mittelmeers
  • Größe: 25–40 cm, maximal bis 53 cm
  • Gewicht: bis ca. 1,8 kg
  • Lebenserwartung: ca. 10–15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das Große Petermännchen (Trachinus draco) besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der an die bodennahe Lebensweise angepasst ist. Der Kopf ist verhältnismäßig groß, die Augen sitzen weit oben und sind nach oben gerichtet – eine typische Anpassung bei Lauerjägern, die im Substrat eingegraben auf Beute warten. Das Maul ist steil nach oben gerichtet und mit kleinen, spitzen Zähnen besetzt.

Die Grundfärbung variiert von graubraun über gelbbraun bis hin zu einem sandigen Beige, durchsetzt mit schräg verlaufenden, dunkleren Streifen an den Flanken. Die Bauchseite ist heller. Die Schuppen sind klein und sitzen fest in der Haut. Die erste Rückenflosse ist kurz, besteht aus fünf bis sieben Hartstrahlen und zeigt eine auffällig schwarze Färbung – sie dient als Warnsignal. Die zweite Rückenflosse ist deutlich länger und weichstrahlig. Die Brustflossen sind groß und abgerundet.

Das markanteste Merkmal sind die Giftdrüsen: Sowohl an den Strahlen der ersten Rückenflosse als auch an je einem kräftigen Dorn auf den Kiemendeckeln befinden sich Giftdrüsen, die ein hochwirksames Protein-Toxin produzieren. Das Gift zählt zu den potentesten unter den europäischen Meeresfischen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Petermännchens erstreckt sich über den östlichen Atlantik von Norwegen und den Britischen Inseln südwärts bis zu den Küsten Westafrikas einschließlich Mauretaniens. Im gesamten Mittelmeer und im Schwarzen Meer kommt die Art ebenfalls vor. Auch in der Nordsee und der westlichen Ostsee tritt sie auf, dort allerdings seltener.

Das bevorzugte Habitat sind weiche Sand- und Schlickböden in Tiefen von 1 bis 150 Metern, wobei sich die Tiere vor allem in flacheren Küstengewässern bis etwa 30 Meter Tiefe aufhalten. Besonders in den Sommermonaten kommen Petermännchen in sehr seichte Bereiche, darunter auch Badestrände, wo sie sich in den Sand eingraben. In den Wintermonaten ziehen sie sich in tiefere Bereiche zurück. Gelegentlich findet man sie auch auf Kies- oder Geröllgrund, doch klare Präferenz hat sandiges Substrat, in das sie sich bis auf die Augen und die Rückenflossen eingraben können.

Ernährung

Petermännchen sind räuberische Fische, die sich überwiegend von kleinen Bodenfischen, Garnelen, Krabben und anderen Krebstieren ernähren. Jungfische fressen zudem Polychaeten (Vielborster) und kleine Weichtiere. Die Jagdstrategie entspricht der eines typischen Lauerjägers: Der Fisch liegt eingegraben im Sand und wartet, bis geeignete Beute in Reichweite kommt. Dann erfolgt ein blitzschneller Vorstoß nach oben. Die steil nach oben gerichteten Augen und das oberständige Maul ermöglichen es dem Tier, Beute zu erfassen, die sich knapp über dem Meeresboden bewegt.

Verhalten & Lebensweise

Das Große Petermännchen ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verharrt es meist eingegraben im Sediment und zeigt wenig Aktivität. In der Dämmerung und nachts wird es mobiler und begibt sich aktiv auf Nahrungssuche, wobei es sich aber stets bodennah aufhält.

Die Art lebt überwiegend solitär und bildet keine Schwärme oder dauerhaften Gruppen. Territorial im engeren Sinne sind die Tiere nicht, allerdings verteidigen sie ihren unmittelbaren Ruheplatz bei Störung aggressiv. Wird ein eingegrabenes Petermännchen bedroht – etwa durch einen Tritt eines Watenden –, richtet es reflexartig die erste Rückenflosse auf und schlägt mit dem Körper seitlich zu, wobei die Kiemendeckeldornen und Flossenstacheln in die Haut des Angreifers eindringen. Ein Stich verursacht sofort starke, brennende Schmerzen, die über Stunden anhalten können. Schwellungen, Übelkeit und in seltenen Fällen Kreislaufprobleme sind dokumentierte Symptome. Für gesunde Erwachsene ist der Stich in der Regel nicht lebensbedrohlich, aber äußerst schmerzhaft.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit des Großen Petermännchens fällt in die Monate Juni bis August. Die Weibchen geben pelagische Eier ins freie Wasser ab, die vom Männchen extern befruchtet werden. Die Eier sind klein, kugelrund und enthalten einen Öltropfen, der ihnen Auftrieb verleiht, sodass sie in den oberen Wasserschichten treiben. Eine Brutpflege findet nicht statt.

Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und leben zunächst planktisch in der Wassersäule. In diesem Stadium ernähren sie sich von Zooplankton. Mit zunehmender Größe gehen die Jungfische zur bodennahen Lebensweise über und nehmen die für adulte Tiere typische Ernährungs- und Verhaltensweise an. Die Geschlechtsreife wird je nach Umweltbedingungen im Alter von etwa zwei bis vier Jahren erreicht.

Bedrohung & Schutzstatus

Das Große Petermännchen wird von der IUCN derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet häufig und zeigt keine rückläufigen Bestandstrends. Petermännchen werden in der kommerziellen Fischerei als Beifang gefangen, in einigen Regionen – insbesondere in Frankreich, Belgien und Südeuropa – aber