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Pfau

P

Tierart – Vögel > Hühnervögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pavo cristatus (Blauer Pfau), Pavo muticus (Ährenträger-Pfau)
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Pavo
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Buschland, offene Kulturlandschaften
  • Größe: Körperlänge 90–130 cm (Hahn mit Schleppe bis 230 cm)
  • Gewicht: Hennen 2,5–4 kg, Hähne 4–6 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Pfau zählt zu den auffälligsten Vögeln weltweit. Beim Blauen Pfau (Pavo cristatus) zeigt der Hahn ein metallisch schimmerndes Gefieder in Blau- und Grüntönen an Hals und Brust. Der Rücken ist bronzegrün mit schwarzer Schuppenzeichnung. Auf dem Kopf sitzt eine aufrechte Federkrone aus fächerförmig angeordneten Schmuckfedern.

Das markanteste Merkmal des männlichen Pfaus ist die sogenannte Schleppe – ein verlängertes Oberschwanzdeckgefieder, das bis zu 150 cm lang werden kann. Diese Federn tragen die charakteristischen „Augenflecken" (Ocelli), die aus konzentrischen Ringen in Blau, Grün, Bronze und Kupfer bestehen. Der eigentliche Schwanz (Stoß) darunter ist kurz und bräunlich und dient als Stütze beim Aufstellen der Schleppe.

Die Henne ist deutlich schlichter gefärbt. Ihr Gefieder ist überwiegend bräunlich bis graugrün, was im natürlichen Habitat eine hervorragende Tarnung bietet. Auch sie trägt eine Federkrone, die jedoch kürzer und weniger ausgeprägt ist. Der sexuelle Dimorphismus ist beim Pfau damit extrem stark ausgeprägt.

Der Ährenträger-Pfau (Pavo muticus) unterscheidet sich vom Blauen Pfau durch ein insgesamt grüneres Gefieder und eine ährenförmige Kopfkrone. Auch die Hennen dieser Art sind intensiver gefärbt als die des Blauen Pfaus.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Blauen Pfaus erstreckt sich über den indischen Subkontinent, einschließlich Indien, Sri Lanka, Pakistan und Nepal. Er besiedelt dort lichte Laubwälder, Waldränder, Flussufer und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Nähe zu Wasser ist ein wesentlicher Faktor bei der Wahl des Habitats.

Der Ährenträger-Pfau kommt in Südostasien vor – von Myanmar über Thailand und Vietnam bis nach Java. Sein bevorzugtes Biotop umfasst tropische und subtropische Feuchtwälder sowie Graslandschaften in Flussnähe.

Durch menschliche Verbreitung ist der Blaue Pfau heute weltweit in Parks, Gärten und auf Landgütern anzutreffen. Verwilderte Populationen haben sich in Teilen Floridas, Australiens, Neuseelands und Südafrikas etabliert. In Europa wird der Pfau seit der Antike als Ziervogel gehalten – die Römer importierten ihn als Schmuck- und Speisevogel.

Ernährung

Pfauen sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Getreidekörnern, Beeren, Blüten und jungen Pflanzentrieben. Ergänzt wird der pflanzliche Anteil durch Insekten, Spinnen, kleine Eidechsen, Frösche und gelegentlich auch junge Schlangen. In Indien genießt der Pfau unter anderem deshalb einen besonderen Ruf, weil er als Vertilger von Kobras gilt – auch wenn solche Begegnungen seltener vorkommen, als die Folklore vermuten lässt.

Die Nahrungssuche findet überwiegend am Boden statt. Pfauen scharren mit ihren kräftigen Füßen im Laub und lockeren Erdreich nach Wirbellosen und Samen. In der Nähe menschlicher Siedlungen nehmen sie auch Küchenabfälle und Futterangebote an.

Verhalten & Lebensweise

Pfauen sind tagaktive Vögel, die in kleinen Gruppen leben. Diese bestehen häufig aus einem Hahn mit mehreren Hennen oder aus reinen Hennenverbänden. Außerhalb der Brutzeit bilden sich auch größere, lockere Schwärme an Nahrungsplätzen oder Schlafbäumen.

Trotz ihrer Größe und der ausladenden Schleppe können Pfauen fliegen, tun dies jedoch nur auf kurzen Strecken – etwa um auf Schlafbäumen Schutz vor nachtaktiven Raubtieren wie Leoparden oder Tigern zu finden. Zum Schlafen bevorzugen sie hohe Bäume, die sie in der Dämmerung aufsuchen.

Pfauen sind territorial. Hähne beanspruchen während der Balzzeit feste Reviere, sogenannte Balzarenen (Leks), in denen sie ihre Schleppe zu einem imposanten Fächer aufstellen und unter rhythmischem Zittern der Federn den Hennen präsentieren. Der laute, durchdringende Ruf des Hahns – ein wiederholtes, katzenartiges „Miau" – ist über große Distanzen hörbar und dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Anlockung paarungsbereiter Hennen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balzzeit fällt im natürlichen Verbreitungsgebiet in die Monate vor und während der Regenzeit (etwa April bis September in Indien). Der Hahn schlägt dabei sein Rad – er richtet die Schleppe auf und vibriert mit den Federn, sodass ein schimmerndes, raschelndes Schauspiel entsteht. Studien haben gezeigt, dass Hennen bevorzugt Hähne mit einer hohen Anzahl an Augenflecken und symmetrischem Federschmuck wählen – ein Paradebeispiel für sexuelle Selektion im Sinne von Darwins Theorie.

Die Henne legt 4 bis 8 bräunlich-weiße Eier