Polargebiet
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Definition und Überblick
Als Polargebiete werden die Regionen der Erde bezeichnet, die sich nördlich des nördlichen Polarkreises (66,5° N) und südlich des südlichen Polarkreises (66,5° S) erstrecken. Sie umfassen die Arktis im Norden und die Antarktis im Süden. Beide Gebiete zählen zu den extremsten Lebensräumen des Planeten: Monatelange Dunkelheit im Winter, Dauerlicht im Sommer, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und eine permanente Eis- oder Schneebedeckung prägen diese Regionen. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen haben zahlreiche Tierarten erstaunliche Anpassungsstrategien entwickelt, die ihnen das Überleben in der polaren Kälte ermöglichen.
Klima und abiotische Bedingungen
Das Klima der Polargebiete ist durch extrem niedrige Temperaturen, geringe Niederschläge und starke Winde gekennzeichnet. In der Antarktis wurden Temperaturen von unter −89 °C gemessen – der kälteste jemals auf der Erdoberfläche registrierte Wert. Die Arktis ist im Vergleich etwas milder, da der Arktische Ozean als Wärmespeicher wirkt. Dennoch fallen die Wintertemperaturen regelmäßig unter −40 °C.
Ein zentrales Merkmal ist das Polarlicht-Regime: Während der Polarnacht bleibt die Sonne über Wochen bis Monate unter dem Horizont, während im Polarsommer durchgehend Tageslicht herrscht. Diese extremen Lichtverhältnisse steuern die biologischen Rhythmen nahezu aller dort lebenden Organismen – von der Planktonblüte im Südpolarmeer bis zum Fortpflanzungszyklus arktischer Vögel.
Die Niederschlagsmengen sind gering. Weite Teile der Antarktis gelten als Kältewüste, da die jährliche Niederschlagsmenge unter 200 mm liegt. Permafrostböden, also dauerhaft gefrorene Bodenschichten, bestimmen die arktische Landschaft und begrenzen das Pflanzenwachstum auf eine dünne, im Sommer auftauende Aktivschicht.
Arktis und Antarktis – Zwei unterschiedliche Polarregionen
Obwohl Arktis und Antarktis beide als Polargebiete gelten, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Geografie und Tierwelt. Die Arktis ist ein von Landmassen umgebener Ozean, der von einer saisonalen und teilweise ganzjährigen Eisdecke bedeckt ist. Im Gegensatz dazu ist die Antarktis ein von Ozean umgebener Kontinent mit einem durchschnittlich über 2.000 Meter dicken Eispanzer.
Diese geografischen Unterschiede haben weitreichende Folgen für die Besiedlung durch Tiere. Die Arktis ist über Landbrücken und angrenzende Tundra-Gebiete mit gemäßigten Zonen verbunden, was die Einwanderung von Landsäugetieren ermöglichte. Die Antarktis hingegen ist seit Millionen von Jahren isoliert; Landsäugetiere fehlen dort völlig. Stattdessen dominieren Meerestiere und Vögel, die sich vom nährstoffreichen Südpolarmeer ernähren.
Tierwelt der Polargebiete
Die Fauna der Polargebiete ist artenarm im Vergleich zu tropischen Lebensräumen, doch die vorhandenen Arten treten oft in enormen Individuenzahlen auf. In der Arktis leben unter anderem:
- Eisbär (Ursus maritimus) – das größte Landraubtier der Erde, perfekt angepasst an das Leben auf dem Packeis
- Polarfuchs (Vulpes lagopus) – mit dichtem Winterfell und kompaktem Körperbau als Kälteschutz
- Moschusochse (Ovibos moschatus) – ein Überlebender der letzten Eiszeit mit extrem dichtem Unterfell (Qiviut)
- Ringelrobbe (Pusa hispida) – die häufigste arktische Robbenart und Hauptbeute des Eisbären
- Narwal (Monodon monoceros) – ein ganzjährig in arktischen Gewässern lebender Zahnwal
Die Antarktis beherbergt eine gänzlich andere Tierwelt:
- Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) – brütet mitten im antarktischen Winter bei Temperaturen unter −50 °C
- Leopardenrobbe (Hydrurga leptonyx) – ein Spitzenprädator, der Pinguine und andere Robben erbeutet
- Antarktischer Krill (Euphausia superba) – ein kleiner Krebs, der als Nahrungsgrundlage des gesamten antarktischen Ökosystems gilt
- Weddellrobbe (Leptonychotes weddellii) – die am südlichsten vorkommende Säugetierart
Anpassungen an extreme Kälte
Das Überleben in Polargebieten erfordert hochspezialisierte physiologische und verhaltensbiologische Anpassungen. Viele arktische Säugetiere verfügen über eine dicke Fettschicht (Blubber), die als Isolierung und Energiespeicher dient. Robben und Wale tragen unter ihrer Haut Speckschichten von bis zu 15 Zentimetern Dicke.
Die Bergmannsche Regel zeigt sich besonders deutlich in Polargebieten: Tiere derselben oder verwandter Arten sind in kälteren Regionen größer als in wärmeren, da ein größeres Körpervolumen relativ weniger Wärme verliert. Ergänzend beschreibt die Allensche Regel, dass Körperanhänge wie Ohren, Schwänze und Extremitäten bei polaren Arten verkürzt sind. Der Polarfuchs etwa hat deutlich kleinere Ohren als sein Verwandter, der Wüstenfuchs.
Viele polare Tierarten nutzen das Gegenstromprinzip in ihren Blutgefäßen: Arterien und Venen liegen dicht beieinander, sodass warmes arterielles Blut das kalte venöse Blut aus den Extremitäten vorwärmt. So können Möwen und Pinguine stundenlang auf Eis stehen, ohne auszukühlen. Einige arktische F