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Pommerngans

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Pommern (historische Region an der südlichen Ostseeküste, heute Mecklenburg-Vorpommern und nordwestliches Polen)
  • Rassestandard: Anerkannt im Rassegeflügelstandard des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG); Rassenummer in der Europäischen Geflügelnorm (EE)
  • Zuchtverband: Sonderverein der Pommernganszüchter im BDRG
  • Gewicht: Ganter 7–8 kg, Gans 6–7 kg
  • Legeleistung: ca. 40–60 Eier pro Jahr, Eigewicht etwa 150–180 g
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Farbschläge: Weiß, Grau, Gescheckt (sogenannte Schecken mit charakteristischer Weißzeichnung am Kopf und Hals)

Herkunft & Geschichte

Die Pommerngans gehört zu den ältesten deutschen Gänserassen und hat ihren Ursprung in der historischen Provinz Pommern, die sich entlang der südlichen Ostseeküste erstreckte. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wurden dort großrahmige, widerstandsfähige Landgänse gehalten, die als Vorläufer der heutigen Pommerngans gelten. Die Abstammung geht auf die wilde Graugans zurück, wie bei allen domestizierten europäischen Gänserassen.

Im 19. Jahrhundert begann die gezielte Zucht und Selektion auf bestimmte Merkmale wie Körpergröße, Mastfähigkeit und die auffällige Scheckzeichnung. Die Pommerngans wurde als eigenständige Rasse im Rassestandard des BDRG anerkannt und erlangte besonders in Norddeutschland große Verbreitung. Sie diente über Jahrhunderte als zuverlässige Wirtschaftsgans, die Fleisch, Federn, Daunen und Eier lieferte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Bestand deutlich zurück, da industrielle Geflügelhaltung zunehmend auf schnellwüchsige Hybridrassen setzte. Heute steht die Pommerngans auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) und wird als gefährdete Nutztierrasse eingestuft. Engagierte Züchter und Erhaltungszuchtprogramme sichern den Fortbestand dieser kulturhistorisch bedeutsamen Rasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Pommerngans ist eine schwere, großrahmige Gänserasse mit kräftigem, gedrungen wirkendem Körperbau. Der Rumpf ist breit und tief, die Brust voll und gut gerundet. Der Rücken verläuft leicht abfallend zum Schwanz hin. Typisch ist die waagerechte bis leicht aufgerichtete Körperhaltung, die der Gans ein imposantes, aber nicht plumpes Erscheinungsbild verleiht.

Der Kopf ist mittelgroß mit einem kräftigen, mittellangen Schnabel in orangeroter Farbe. Die Augen sind dunkelbraun bei grauen und gescheckten Tieren bzw. blau bei weißen Exemplaren. Der Hals ist mittellang und kräftig, ohne ausgeprägte Kehlwamme. Eine einfache oder doppelte Bauchfalte ist bei älteren Tieren erwünscht und im Rassestandard vorgesehen.

Besonders markant ist der gescheckte Farbschlag, der als das eigentliche Markenzeichen der Rasse gilt. Hierbei zeigen die Tiere eine graue Grundfarbe mit weißer Zeichnung an Kopf, Hals und Brust. Die Abgrenzung zwischen den Farbbereichen soll möglichst scharf und symmetrisch sein – ein Merkmal, das in der Zucht hohe Ansprüche stellt. Daneben existieren der reinweiße und der einfarbig graue Farbschlag. Das Gefieder ist dicht und liegt fest am Körper an, was die Rasse besonders wetterfest macht. Die Läufe sind kräftig und orangerot gefärbt.

Charakter & Wesen

Pommerngänse gelten als ausgesprochen wachsam und territorial. Fremden gegenüber zeigen sie sich aufmerksam und lautstark, was sie seit jeher zu geschätzten „Wachgänsen" auf Bauernhöfen machte. Innerhalb ihrer vertrauten Umgebung sind sie dagegen ruhig, ausgeglichen und entwickeln eine erstaunlich enge Bindung an ihre Halter. Erfahrene Züchter beschreiben sie als treu und anhänglich, wobei einzelne Tiere durchaus zutraulich werden können, wenn sie von Hand aufgezogen wurden.

Untereinander leben Pommerngänse in festen sozialen Strukturen. Ganter können während der Brutzeit durchaus temperamentvoll und verteidigungsbereit auftreten – ein Verhalten, das bei der Haltung berücksichtigt werden sollte. Generell sind sie robuste, selbstbewusste Tiere mit einem aktiven, neugierigen Wesen. Sie bewegen sich gerne und verbringen einen großen Teil des Tages mit der Futtersuche auf der Weide.

Haltung & Pflege

Die Pommerngans benötigt großzügigen Auslauf auf einer Weidefläche. Als Mindestfläche sollten pro Tier etwa 100–150 Quadratmeter Grünland eingeplant werden. Ein Zugang zu Badewasser – sei es ein Teich, ein Bach oder zumindest ein größeres Wasserbecken – ist für die Gefiederpflege und das Wohlbefinden unverzichtbar. Gänse nutzen das Wasser intensiv zur Reinigung ihres Federkleids und zur Thermoregulation.

Der Stall muss trocken, zugfrei und ausreichend belüftet sein. Eingestreute Flächen mit Stroh oder Hobelspänen haben sich bewährt. Pro Tier rechnet man mit etwa einem Quadratmeter Stallfläche. Die Pommerngans ist dank ihres dichten Gefieders ausgesprochen winterhart und kann auch bei Frost im Freien gehalten werden, solange ein geschützter Unterstand vorhanden ist.

Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst, sofern Badegelegenheiten gegeben sind. Regelmäßig kontrolliert werden sollten jedoch die Füße und Läufe auf Verletzungen oder Ballenentzündungen, insbesondere bei Haltung auf harten Böden. Die Haltung in Gruppen ist artgerecht, wobei ein Ganter mit zwei bis vier Gänsen eine harmonische Zuchtgruppe bildet.

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