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Prärie

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Biologie & Ökologie > Lebensräume – Typen

Definition und Überblick

Die Prärie ist ein weiträumiger, überwiegend baumloser Grasland-Lebensraum, der sich in Nordamerika zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Laubwäldern im Osten erstreckt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort prairie ab, das schlicht „Wiese" bedeutet. Ökologisch zählt die Prärie zu den temperaten Grasländern – einer Biom-Kategorie, die weltweit auch die südamerikanische Pampa, die eurasische Steppe und das südafrikanische Veld umfasst. Charakteristisch ist die Dominanz von Gräsern und krautigen Pflanzen, während Bäume und Sträucher nur entlang von Wasserläufen oder an geschützten Standorten vorkommen. Die Prärie bedeckte einst rund 3,6 Millionen Quadratkilometer und gehört heute zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Erde.

Klima und Boden

Das Präriklima ist kontinental geprägt: heiße Sommer mit Temperaturen über 35 °C wechseln sich mit kalten Wintern ab, in denen das Thermometer weit unter den Gefrierpunkt fällt. Die jährliche Niederschlagsmenge variiert stark von Ost nach West – von etwa 1.000 mm an der Grenze zu den Laubwäldern bis unter 400 mm am Fuß der Rocky Mountains. Diese Niederschlagsverteilung bestimmt maßgeblich die Vegetationsstruktur.

Die Böden der Prärie zählen zu den fruchtbarsten der Welt. Über Jahrtausende haben absterbende Graswurzeln, die bis zu zwei Meter tief reichen, eine mächtige Humusschicht aufgebaut. Die daraus entstandenen Schwarzerden (Mollisole) zeichnen sich durch hohen Gehalt an organischer Substanz, gute Wasserspeicherkapazität und stabile Krümelstruktur aus. Genau diese Bodenfruchtbarkeit wurde der ursprünglichen Prärie zum Verhängnis, denn sie machte das Land für den Ackerbau äußerst attraktiv.

Vegetationstypen

Je nach Niederschlag und Grashöhe wird die Prärie in drei Haupttypen unterteilt:

  • Langgrasprärie (Tallgrass Prairie): Im feuchteren Osten wachsen Gräser wie der Große Bartgras (Andropogon gerardii) und das Indianergras (Sorghastrum nutans), die Wuchshöhen von bis zu zwei Metern erreichen. Zahlreiche Wildblumen – darunter Sonnenhut, Prärieklee und verschiedene Asternarten – durchsetzen die Grasmatrix.
  • Mischgrasprärie (Mixed-grass Prairie): In der Übergangszone dominieren mittelhohe Gräser wie das Kleine Bartgras (Schizachyrium scoparium) und verschiedene Federgräser. Die Artenzusammensetzung schwankt je nach Jahreswitterung zwischen Elementen der Lang- und Kurzgrasprärie.
  • Kurzgrasprärie (Shortgrass Prairie): Im trockenen Westen herrschen niedrigwüchsige, dürreresistente Arten wie Büffelgras (Bouteloua dactyloides) und Blaugrama (Bouteloua gracilis) vor. Die Vegetationsdecke ist lückiger, und die Gräser bleiben meist unter 30 cm Höhe.

Tierwelt

Die Fauna der Prärie hat sich über Millionen von Jahren an das offene Grasland angepasst. Große Pflanzenfresser stehen an der Spitze der Nahrungskette dieser Landschaft. Der Amerikanische Bison (Bison bison) durchstreifte einst in Herden von mehreren Millionen Tieren die Ebenen. Durch seine Beweidung und das Suhlen in Erdmulden – sogenannten Suhlen oder Wallows – schuf er ein Mosaik unterschiedlicher Vegetationsstadien und förderte so die Artenvielfalt.

Zu den weiteren typischen Säugetieren zählen der Gabelbock (Antilocapra americana), das schnellste Landsäugetier Nordamerikas, sowie der Präriehund (Cynomys spp.). Präriehunde sind grabende Nagetiere, die in ausgedehnten unterirdischen Kolonien – sogenannten „Towns" – leben. Ihre Bauten bieten zahlreichen anderen Arten Unterschlupf, darunter der Kaninchenkauz, die Prärierasselnatter und der stark gefährdete Schwarzfußiltis (Mustela nigripes), der fast ausschließlich von Präriehunden lebt.

Die Vogelwelt der Prärie umfasst bodenbrütende Arten wie das Beifußhuhn (Centrocercus urophasianus), das Präriehuhn (Tympanuchus cupido) und die Prärielerche (Sturnella magna). Greifvögel wie der Königsbussard, der Präriefalke und der Steinadler nutzen das offene Gelände zur Jagd. In den Feuchtgebieten innerhalb der Prärie – den sogenannten Potholes – rasten Millionen von Zugvögeln, insbesondere Enten, Gänse und Kraniche.

Unter den Wirbellosen spielen bestäubende Insekten eine zentrale Rolle. Wildbienen, Schmetterlinge – darunter der Monarchfalter – und zahlreiche Käferarten sichern die Fortpflanzung der Prärieflora. Auch Heuschrecken treten in großer Artenvielfalt und Individuenzahl auf und bilden eine wesentliche Nahrungsgrundlage für Vögel und kleine Säuger.

Feuer als ökologischer Faktor

Feuer ist ein natürlicher und unverzichtbarer Bestandteil des Prärieökosystems. Durch Blitzschlag oder historisch durch gezielte Brandlegung indigener Völker ausgelöst, brannten regelmäßig große Flächen ab. Die Gräser überstehen Brände dank ihrer unterirdischen Wachstumspunkte und treiben innerhalb weniger Wochen wieder aus. Gehölze und invasive Pflanzenarten werden dagegen zurückgedrängt. Ohne periodische Brände verbuscht die Prärie allmählich, und die charakteristische Graslandvegetation geht verloren. In heutigen Schutzgebieten werden deshalb kontrollierte Brände – sogenannte prescribed burns – als Managementwerkzeug eingesetzt.

Bedrohung und Schutz

Die Umwandlung in Ackerland hat die Prärie auf einen Bruchteil ihrer einstigen Ausdehnung reduziert. Von der Langgrasprärie existieren heute weniger als 4 % der ursprüng