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Psittakose

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Die Psittakose – auch als Papageienkrankheit oder Ornithose bezeichnet – ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch den intrazellulären Erreger Chlamydia psittaci (früher Chlamydophila psittaci) verursacht wird. Sie befällt vorwiegend Vögel, insbesondere Papageienartige (Psittaziden), kann aber grundsätzlich bei nahezu allen Vogelspezies auftreten. Betroffen sind neben Wellensittichen, Nymphensittichen und Großpapageien auch Tauben, Enten, Truthühner und wildlebende Singvögel.

Die Psittakose zählt zu den Zoonosen – also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Beim Menschen verläuft die Infektion häufig als atypische Pneumonie und kann in seltenen Fällen lebensbedrohlich werden. In Deutschland unterliegt die Psittakose beim Menschen der Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Im Tierbereich ist die Krankheit bei Psittaziden nach der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen ebenfalls anzeigepflichtig. Diese doppelte Meldepflicht unterstreicht die Bedeutung der Erkrankung für die öffentliche Gesundheit.

Ursachen & Risikofaktoren

Chlamydia psittaci ist ein obligat intrazelluläres Bakterium, das sich ausschließlich innerhalb von Wirtszellen vermehren kann. Der Erreger bildet sogenannte Elementarkörperchen – hochresistente Dauerformen, die in der Umwelt über Wochen bis Monate infektiös bleiben. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über:

  • Inhalation von erregerhaltigem Staub aus getrocknetem Kot, Federstaub oder Nasensekret
  • Direkten Kontakt mit infizierten Vögeln oder deren Ausscheidungen
  • Schmierinfektion über kontaminierte Gegenstände wie Käfige, Futternäpfe oder Kleidung

Besonders tückisch: Viele Vögel sind latente Träger des Erregers. Sie scheiden Chlamydien intermittierend aus, ohne selbst Symptome zu zeigen. Stresssituationen wie Transport, Besitzerwechsel, Mauser, Überbesiedelung oder Begleiterkrankungen können die latente Infektion aktivieren und zu massiver Erregerausscheidung führen.

Zu den Risikofaktoren zählen mangelnde Hygiene in der Vogelhaltung, Zukauf von Vögeln unbekannter Herkunft ohne Quarantäne, Haltung verschiedener Vogelarten in unmittelbarer Nähe sowie ein geschwächtes Immunsystem der Tiere. Jungvögel und immunsupprimierte Tiere erkranken besonders häufig und schwer.

Symptome & Erkennung

Das klinische Bild der Psittakose ist ausgesprochen variabel und reicht von symptomlosen Verläufen bis hin zu perakuten Todesfällen innerhalb weniger Stunden. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 5 bis 14 Tage, kann aber deutlich länger sein.

Typische Krankheitszeichen bei Vögeln umfassen:

  • Apathie und Lethargie – die Vögel wirken aufgeplustert und teilnahmslos
  • Atemwegssymptome – Nasenausfluss (Rhinitis), Niesen, erschwerte Atmung (Dyspnoe), rasselnde Atemgeräusche
  • Augenveränderungen – ein- oder beidseitige Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit wässrigem bis eitrigem Sekret
  • Verdauungsstörungen – gelblich-grünlicher, wässriger Durchfall, teils mit Beimengung von Harnsäure (Polyurie)
  • Gewichtsverlust und Fressunlust (Anorexie)
  • Zentralnervöse Störungen – Zittern, Koordinationsprobleme, Krämpfe in fortgeschrittenen Fällen

Bei der Sektion verendeter Vögel finden sich charakteristischerweise eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) und Milz (Splenomegalie), Fibrinbeläge auf serösen Häuten (Serositis) sowie eine Entzündung der Luftsäcke (Aerosacculitis). Diese pathologischen Befunde sind hinweisend, aber nicht beweisend für eine Chlamydien-Infektion.

Diagnose

Die klinische Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem Vorbericht, der Symptomatik und den pathologischen Befunden. Eine sichere Diagnose erfordert jedoch den direkten oder indirekten Erregernachweis:

  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion) – gilt als Methode der Wahl. Sie weist erregerspezifische DNA in Tupferproben (Kloake, Choane, Konjunktiva) oder Organmaterial nach. Die Sensitivität ist hoch, jedoch kann ein einzelner negativer Befund eine Infektion nicht sicher ausschließen, da latent infizierte Vögel den Erreger nur intermittierend ausscheiden.
  • Antigen-ELISA – weniger sensitiv als die PCR, aber als Schnelltest in der Praxis einsetzbar
  • Serologie – der Nachweis spezifischer Antikörper (IgM, IgG) mittels Komplementbindungsreaktion oder ELISA kann eine Exposition belegen, unterscheidet aber nicht zuverlässig zwischen aktiver Infektion und zurückliegender Auseinandersetzung mit dem Erreger
  • Zellkultur – der kulturelle Erregernachweis ist der Goldstandard, wird aber aufgrund des hohen Aufwands und der Biogefährdung nur in Speziallaboren durchgeführt

Ergänzende Blutuntersuchungen zeigen häufig erhöhte Leberwerte (AST, LDH), eine Leukozytose sowie erhöhte Akute-Phase-Proteine. Röntgenaufnahmen können eine Hepatomegalie, Splenomegalie oder Veränderungen der Luftsäcke sichtbar m