Rebhuhn
RTierart – Vögel > Hühnervögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Perdix perdix
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
- Gattung: Rebhühner (Perdix)
- Lebensraum: Offene Agrarlandschaften, Steppen, Brachflächen, Feldränder
- Größe: 28–32 cm Körperlänge
- Gewicht: 300–450 g
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, selten bis 7 Jahre
Aussehen & Merkmale
Das Rebhuhn ist ein kompakt gebauter, rundlicher Hühnervogel mit kurzem Schwanz und relativ kurzen, abgerundeten Flügeln. Das Gefieder der Oberseite zeigt eine fein gemusterte Mischung aus Braun-, Grau- und Ockertönen, die eine hervorragende Tarnung in offenen Landschaften bietet. Die Brust ist grau gefärbt, die Flanken tragen auffällige rotbraune Querbänder. Ein charakteristisches Merkmal des Hahns ist der hufeisenförmige, dunkelbraune Brustfleck, der bei der Henne deutlich schwächer ausgeprägt ist oder ganz fehlen kann. Das Gesicht zeigt eine orangebraune Färbung, die sich vom übrigen Kopfgefieder deutlich abhebt.
Die Läufe sind unbefiedert und von gelblich-grauer Farbe. Im Flug fallen die rostbraunen äußeren Schwanzfedern auf, die im Kontrast zur übrigen Gefiederfärbung stehen. Die Geschlechter ähneln sich insgesamt stark – eine sichere Unterscheidung gelingt im Feld am besten anhand der Schulterfedern: Beim Weibchen tragen diese helle Querbänder, beim Männchen fehlen diese weitgehend. Jungvögel sind matter gefärbt und zeigen noch nicht die typische Brustzeichnung der Altvögel.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Perdix perdix erstreckt sich über weite Teile der gemäßigten Zone Eurasiens – von den Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel ostwärts bis nach Westsibirien und in den Nordwesten Chinas. In Nordamerika wurde die Art im 19. und 20. Jahrhundert als Jagdwild eingebürgert und hat sich dort in einigen Regionen etabliert. Innerhalb dieses großen Areals werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter Perdix perdix perdix in Mitteleuropa.
Als typischer Kulturfolger besiedelt das Rebhuhn bevorzugt offene, strukturreiche Agrarlandschaften. Sein Habitat umfasst Ackerfluren mit Feldrainen, Brachflächen, Hecken und Ruderalstreifen. Entscheidend für die Qualität des Biotops ist das Vorhandensein von Deckung bietenden Randstrukturen – Altgrasstreifen, niedrige Gebüschgruppen und unbefestigte Feldwege. Reine Intensivackerflächen ohne solche Strukturen werden gemieden. In Mitteleuropa sind Rebhühner vom Tiefland bis in Lagen von etwa 600 Metern anzutreffen, in südlicheren Teilen des Verbreitungsgebiets auch höher.
Ernährung
Die Ernährung des Rebhuhns ist jahreszeitlich variabel. Adulte Vögel nehmen überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich: Samen von Wildkräutern und Getreide, grüne Pflanzenteile, Knospen und Beeren. Im Frühjahr und Sommer ergänzen Insekten und andere Wirbellose den Speiseplan – darunter Käfer, Blattläuse, Ameisen und kleine Schnecken.
Für die Küken ist tierische Nahrung in den ersten zwei bis drei Lebenswochen überlebenswichtig. Sie ernähren sich in dieser Phase fast ausschließlich von Insekten und deren Larven, da der hohe Proteingehalt für das schnelle Wachstum unerlässlich ist. Der Rückgang von Insekten in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften – insbesondere durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – gilt als eine der Hauptursachen für die hohe Kükensterblichkeit und den damit verbundenen Bestandsrückgang.
Verhalten & Lebensweise
Rebhühner sind überwiegend tagaktiv mit Aktivitätsschwerpunkten in den Morgen- und Abendstunden. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens am Boden, wo sie sich laufend fortbewegen und im Boden nach Nahrung scharren. Aufgescheucht fliegen sie mit schnellen, kurzen Flügelschlägen und langen Gleitphasen dicht über dem Boden davon – dieser typische Fluchtflug ist oft von dem charakteristischen, schnarrenden Ruf begleitet.
Außerhalb der Brutzeit leben Rebhühner in Familienverbänden, den sogenannten Ketten, die aus dem Elternpaar und den Jungvögeln des Jahres bestehen. Mehrere Ketten können sich im Winter zu größeren Gruppen – sogenannten Völkern – zusammenschließen. Bei Kälte übernachten die Vögel einer Kette dicht aneinandergedrängt in einem Kreis, die Köpfe nach außen gerichtet. Diese „Schlafrose" oder „Huderrose" dient der Wärmeregulation und ermöglicht eine schnelle Flucht in alle Richtungen bei Störungen. Im Spätwinter lösen sich die Ketten auf, und die Paare besetzen Reviere, die sie gegen Artgenossen verteidigen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt je nach Witterung im Februar oder März. Der Hahn macht durch seinen zweisilbigen, rauen Ruf – ein nasales „kirreck" – auf sich aufmerksam und verteidigt sein Revier gegenüber Rivalen. Rebhühner führen eine monogame Saisonehe; manche Paare finden sich in aufeinanderfolgenden Jahren erneut zusammen.
Das Nest ist eine einfache, mit trockenem Pflanzenmaterial ausgepolsterte Mulde am Boden, meist gut versteckt in dichter Krautvegetation, an Feldrändern oder unter Hecken. Das Gelege umfasst in der Regel 10 bis 20 Eier – es gehört damit zu den größten Gelegen unter den europäischen Vögeln. Die Eier sind einfarbig olivbraun bis graugrün. Die Brutdauer beträgt 23 bis 25 Tage; ausschließlich die Henne brütet, während der Hahn in Nestnähe W