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Regenbogenfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Melanotaeniidae (Familie); bekannteste Gattung: Melanotaenia
  • Ordnung: Atheriniformes (Ährenfischartige)
  • Familie: Melanotaeniidae (Regenbogenfische)
  • Lebensraum: Süßgewässer und Brackwasser in Australien, Neuguinea und einigen vorgelagerten Inseln
  • Größe: Je nach Art zwischen 3 und 20 cm, die meisten Aquarienarten 5–12 cm
  • Gewicht: Wenige Gramm bis ca. 30 g bei großen Arten
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre, in guter Aquarienhaltung teils bis 10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Regenbogenfische verdanken ihren deutschen Namen der intensiven, oft metallisch schimmernden Färbung, die bei erwachsenen Männchen besonders ausgeprägt ist. Der Körper ist seitlich abgeflacht (laterokomprimiert) und hochrückig, wobei das genaue Profil je nach Art variiert. Typisch für die Familie ist die zweigeteilte Rückenflosse: Eine kürzere erste Dorsale wird durch einen deutlichen Abstand von der längeren zweiten Dorsale getrennt. Dieses Merkmal unterscheidet die Melanotaeniidae äußerlich sofort von den meisten anderen Süßwasserfischen.

Die Schuppen sind relativ groß, cykloid und sitzen fest in der Haut. Entlang der Körpermitte verläuft bei vielen Arten ein dunkler Lateralstreifen, der je nach Lichtverhältnissen und Stimmung des Fisches stärker oder schwächer sichtbar wird. Die Farbpalette reicht von Türkis und Blau über Gelb und Orange bis hin zu Rot – häufig treten mehrere Farbtöne gleichzeitig auf, was den irisierenden Gesamteindruck erzeugt. Weibchen sind in der Regel blasser gefärbt und etwas kleiner als die Männchen.

Bekannte Arten in der Aquaristik sind unter anderem der Boeseman-Regenbogenfisch (Melanotaenia boesemani), der Lachsrote Regenbogenfisch (Glossolepis incisus), der Diamant-Regenbogenfisch (Melanotaenia praecox) sowie der Dreistreifen-Regenbogenfisch (Melanotaenia trifasciata).

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Regenbogenfische erstreckt sich über Australien, Neuguinea, Teile Indonesiens (insbesondere West-Papua und die Aru-Inseln) sowie einige kleinere Inseln der Region. Sie besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten: langsam fließende Bäche, Flussarme, Seen, Sümpfe und gelegentlich auch Brackwasserzonen in Küstennähe.

Viele Arten bewohnen eng begrenzte Biotope – einzelne Seen oder isolierte Flusssysteme –, was zu einer hohen Artbildungsrate geführt hat. Allein auf Neuguinea wurden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche neue Arten beschrieben. Die Gewässer sind häufig dicht von Wasserpflanzen bewachsen und weisen je nach Region sehr unterschiedliche Wasserwerte auf: von weichem, saurem Wasser in Regenwaldflüssen bis hin zu hartem, alkalischem Wasser in australischen Binnenseen.

In der Aquaristik werden Regenbogenfische seit den 1950er-Jahren gepflegt. Die meisten im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Nachzuchten, doch einige seltenere Arten gelangen als Wildfänge in den Handel.

Ernährung

Regenbogenfische sind Allesfresser (Omnivore) mit einer Tendenz zur insektivoren Ernährung. In der Natur stehen kleine Insekten, Insektenlarven, Zooplankton, Algenaufwuchs und gelegentlich pflanzliche Bestandteile auf dem Speiseplan. Viele Arten nehmen Nahrung sowohl von der Wasseroberfläche als auch aus der Wassersäule auf.

Im Aquarium akzeptieren sie problemlos handelsübliches Flocken- und Granulatfutter. Für eine optimale Farbentwicklung und Kondition empfiehlt sich die regelmäßige Zugabe von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven (weiße, schwarze oder rote) und Daphnien. Pflanzliche Beikost in Form von Spirulina-Flocken oder überbrühtem Gemüse wird ebenfalls angenommen und fördert die Vitalität.

Verhalten & Lebensweise

Regenbogenfische sind ausgesprochen gesellige Schwarmfische, die in Gruppen von mindestens sechs bis acht Tieren gehalten werden sollten – besser sind zehn oder mehr. In der Natur bilden sie teils Schwärme von mehreren Hundert Individuen. Die Tiere sind tagaktiv und zeigen vor allem in den Morgenstunden intensive Balzaktivitäten.

Männchen konkurrieren untereinander durch Imponierverhalten: Sie spreizen die Flossen, intensivieren ihre Körperfärbung und schwimmen parallel zueinander oder vor den Weibchen her. Diese ritualisierten Auseinandersetzungen verlaufen in der Regel unblutig. Eine Revierbildung im engeren Sinne findet nicht statt, doch dominante Männchen beanspruchen temporär bestimmte Bereiche des Gewässers oder Aquariums für die Balz.

Im Aquarium nutzen Regenbogenfische bevorzugt den mittleren und oberen Wasserbereich. Sie sind aktive Schwimmer und benötigen ausreichend freien Schwimmraum. Ein Becken ab 100 cm Kantenlänge ist für die meisten Arten das Minimum; größere Arten wie Glossolepis incisus benötigen deutlich mehr Platz.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Regenbogenfische folgt einem für Ährenfischartige typischen Muster. Die Laichzeit erstreckt sich in der Natur meist über die Regenzeit, im Aquarium kann sie durch Temperaturerhöhung, vermehrtes Lebendfutter und häufigere Wasserwechsel ausgelöst werden.

Während der Balz führt das Männchen intensive Schwimmmanöver vor dem Weibchen aus. Die Eiablage erfolgt bevorzugt über feinfiedrigen Wasserpflanzen, Javamoos oder speziellen Laichmops. Die Eier sind klein (ca. 1–1,5