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Reisfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oryzias latipes (Temminck & Schlegel, 1846)
  • Ordnung: Zahnkärpflingsartige (Beloniformes)
  • Familie: Reisfische (Adrianichthyidae)
  • Gattung: Oryzias
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer, Reisfelder, Brackwasserbereiche
  • Größe: 2,5–4 cm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: 2–4 Jahre (in Aquarienhaltung bis 5 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Japanische Reisfisch, im englischen Sprachraum als Medaka bekannt, ist ein zierlicher Kleinfisch mit gestrecktem, leicht seitlich abgeflachtem Körper. Die Grundfärbung der Wildform reicht von einem hellen Graubraun bis zu einem warmen Gelbton. Der Rücken ist dunkler gefärbt, während die Bauchseite silbrig bis weißlich erscheint. Auffällig sind die großen, nach oben gerichteten Augen, die dem Fisch eine gute Sicht auf die Wasseroberfläche ermöglichen – eine Anpassung an seine oberflächennahe Lebensweise.

Die Schuppen sind relativ groß und deutlich sichtbar. Die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper und ist kurz. Die Afterflosse ist etwas länger ausgezogen. Die Schwanzflosse ist abgerundet bis leicht gegabelt. Männchen lassen sich anhand einiger Merkmale von Weibchen unterscheiden: Sie besitzen eine größere und am Rand gezackte Afterflosse sowie leicht verlängerte Rückenflossensstrahlen. Weibchen sind insgesamt etwas fülliger gebaut, besonders im Bauchbereich.

Durch jahrhundertelange Zucht in Japan existieren zahlreiche Farbvarianten. Die bekannteste ist der orange-rote Himedaka, daneben gibt es weiße, cremefarbene, blaue und sogar durchscheinende Zuchtformen. Letztere werden in der Wissenschaft geschätzt, da durch den transparenten Körper innere Organe am lebenden Tier beobachtet werden können.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Oryzias latipes erstreckt sich über weite Teile Ostasiens. Die Art kommt in Japan, Korea, Ostchina und Teilen Vietnams vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, stehende bis langsam fließende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs. Typische Biotope sind überflutete Reisfelder – daher der deutsche Name –, Bewässerungsgräben, Teiche, Sumpfgebiete und flache Uferzonen von Flüssen.

Reisfische tolerieren ein breites Spektrum an Umweltbedingungen. Sie kommen sowohl in reinem Süßwasser als auch in leichtem Brackwasser vor und vertragen Wassertemperaturen von etwa 4 °C bis über 35 °C. Diese Anpassungsfähigkeit hat die Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet zu einem der häufigsten Kleinfische gemacht. In Japan wurde der Medaka traditionell als typischer Bewohner ländlicher Gewässer wahrgenommen, weshalb er dort eine gewisse kulturelle Bedeutung besitzt.

Die Gattung Oryzias umfasst über 30 beschriebene Arten, die von Japan bis Indonesien verbreitet sind. Verwandte Arten wie der Sulawesi-Reisfisch (Oryzias celebensis) oder der Woworae-Reisfisch (Oryzias woworae) sind in der Aquaristik ebenfalls beliebt, haben aber deutlich kleinere und oft bedrohte natürliche Vorkommen.

Ernährung

Reisfische sind Allesfresser mit einer Vorliebe für tierische Nahrung. Im natürlichen Lebensraum besteht ihr Nahrungsspektrum hauptsächlich aus kleinen Insektenlarven, Mückenlarven, Wasserflöhen, Kleinkrebsen und anderen Wirbellosen der Wasseroberfläche. Daneben nehmen sie auch Algenaufwuchs und pflanzliche Partikel auf. Durch ihre oberständige Mundöffnung sind sie darauf spezialisiert, Nahrung von der Wasseroberfläche und aus den oberen Wasserschichten aufzunehmen.

Im Aquarium akzeptieren Reisfische feines Flockenfutter, Granulat, Lebend- und Frostfutter. Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Daphnien und Cyclops werden gern gefressen und fördern Kondition und Laichbereitschaft. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit einem hohen Anteil an Lebendfutter kommt dem natürlichen Ernährungsverhalten am nächsten.

Verhalten & Lebensweise

Reisfische sind tagaktive Schwarmfische, die sich vorwiegend in den oberen Wasserschichten aufhalten. Sie bilden lockere Gruppen und zeigen ein ruhiges, gleichmäßiges Schwimmverhalten. Innerhalb des Schwarms kommt es zwischen Männchen zu milden Rangeleien und Imponierverhalten, das jedoch selten zu Verletzungen führt. Die Tiere sind nicht territorial im engeren Sinne, Männchen beanspruchen aber während der Fortpflanzungszeit kurzzeitig kleine Bereiche gegenüber Rivalen.

Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Reisfische friedlich und zurückhaltend. In der Aquarienhaltung eignen sie sich gut für Gesellschaftsbecken mit anderen kleinen, friedlichen Arten. Die empfohlene Gruppengröße liegt bei mindestens acht bis zehn Tieren, da kleinere Gruppen zu Stress und verstärkten innerartlichen Konflikten führen können.

Das Aquarium sollte dicht bepflanzt sein und eine geringe Strömung aufweisen. Schwimmpflanzen bieten den oberflächenorientierten Fischen Deckung und simulieren ihr natürliches Biotop. Wassertemperaturen zwischen 18 °C und 26 °C, ein pH-Wert von 6,5 bis 8,0 und eine Gesamthärte von 5 bis 25 °dGH werden gut vertragen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung des Reisfischs ist vergleichsweise einfach zu beobachten und gehört zu den Gründen für seine Beliebtheit in Aquaristik und Forschung. Zur Balz schwimmt das Männ