Resedaweißling
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pontia edusa (Fabricius, 1777)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Weißlinge (Pieridae)
- Unterfamilie: Pierinae
- Gattung: Pontia
- Lebensraum: Trockenwarme Offenlandschaften, Brachen, Ruderalflächen, Wegränder
- Flügelspannweite: 38–48 mm
- Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
- Lebenserwartung: Imagines etwa 2–4 Wochen; als Art mit mehreren Generationen pro Jahr ganzjähriger Lebenszyklus
Aussehen & Merkmale
Der Resedaweißling ist ein mittelgroßer Tagfalter, dessen Flügeloberseiten überwiegend weiß gefärbt sind. Die Vorderflügel tragen an der Spitze einen markanten, schwarz-grünlich gemusterten Fleck, der aus mehreren zusammenfließenden dunklen Schuppen gebildet wird. Zusätzlich befindet sich auf der Vorderflügelmitte ein deutlicher schwarzer Diskalfleck. Die Hinterflügel zeigen oberseits nur eine schwache dunkle Zeichnung entlang des Außenrandes.
Besonders charakteristisch ist die Unterseite der Hinterflügel: Sie weist ein auffälliges grünlich-gelbes bis olivfarbenes Marmormuster auf weißem Grund auf. Dieses Muster dient der Tarnung, wenn der Falter mit geschlossenen Flügeln auf Blüten oder am Boden sitzt. Die Unterseite der Vorderflügel zeigt die dunklen Flecke der Oberseite durchscheinend, ergänzt durch gelblich-grüne Bereiche an der Flügelspitze.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur geringfügig: Weibchen besitzen in der Regel eine etwas stärkere dunkle Zeichnung auf der Flügeloberseite. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern keulenförmig und dunkel mit hellen Ringeln. Der Körper ist schlank und dicht mit weißlich-grauen Schuppen bedeckt.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Grünaderweißling (Pieris napi) und dem Karstweißling (Pieris mannii). Die marmorierte Hinterflügelunterseite des Resedaweißlings ist jedoch deutlich kontrastreicher und grobfleckiger als die eher fein geaderte Zeichnung des Grünaderweißlings.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Resedaweißlings erstreckt sich von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis nach Zentralasien. In Europa kommt die Art vor allem im mediterranen Raum dauerhaft vor. In Mitteleuropa, einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz, tritt der Resedaweißling als Wanderfalter auf, der in günstigen Jahren aus dem Süden einwandert und hier temporäre Populationen aufbauen kann. In besonders warmen Sommern kann er bis nach Norddeutschland und Südskandinavien vordringen.
Als Habitat bevorzugt der Resedaweißling trockenwarme, offene Landschaften. Typische Biotope sind Brachflächen, Trockenrasen, Ruderalstandorte, Bahndämme, Kiesgruben und extensiv genutzte Äcker. Er meidet geschlossene Wälder und stark beschattete Bereiche. Entscheidend für das Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Raupennahrungspflanzen, die an warmen, nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Standorten gedeihen.
Ernährung
Die Raupen des Resedaweißlings ernähren sich von Pflanzen aus zwei Familien: den Resedagewächsen (Resedaceae) und den Kreuzblütlern (Brassicaceae). Zu den bevorzugten Nahrungspflanzen zählen die Gelbe Resede (Reseda lutea), die Färber-Resede (Reseda luteola) sowie verschiedene wildwachsende Kreuzblütler wie Weg-Rauke (Sisymbrium officinale) und Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris). Gelegentlich werden auch kultivierte Kreuzblütler angenommen, wirtschaftliche Schäden verursacht der Resedaweißling jedoch nicht.
Die erwachsenen Falter (Imagines) nehmen mit ihrem Saugrüssel Nektar aus einer Vielzahl von Blütenpflanzen auf. Bevorzugt werden violette und blaue Blüten, darunter Luzerne, Flockenblumen und verschiedene Lippenblütler. Männchen saugen gelegentlich an feuchten Bodenstellen, um Mineralsalze aufzunehmen – ein Verhalten, das als „Mud-Puddling" bezeichnet wird.
Verhalten & Lebensweise
Der Resedaweißling ist ausschließlich tagaktiv. Er fliegt schnell und geradlinig in geringer Höhe über die Vegetation, wobei er regelmäßig Blütenbesuche einlegt. Anders als viele andere Weißlinge der Gattung Pieris zeigt er einen eher rastlosen Flugstil und legt dabei mitunter beachtliche Strecken zurück.
Als Wanderfalter besitzt der Resedaweißling ein ausgeprägtes Dispersionsverhalten. In warmen Frühjahren wandern Individuen aus dem Mittelmeerraum nordwärts und besiedeln dabei geeignete Habitate in Mitteleuropa. Diese Nordwanderung kann innerhalb einer oder zweier Generationen erfolgen. Ob eine reguläre Rückwanderung stattfindet, ist bisher nicht sicher belegt.
In Mitteleuropa bildet der Resedaweißling zwei bis drei Generationen pro Jahr aus, wobei die Flugzeiten von April bis Oktober reichen. In den dauerhaften Verbreitungsgebieten Südeuropas können bis zu vier Generationen auftreten. Die Überwinterung erfolgt als Puppe, in Mitteleuropa gelingt dies jedoch nur in klimatisch begünstigten Lagen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz des Resedaweißlings ist typisch für Weißlinge: Männchen patrouillieren entlang geeigneter Habitate auf der Suche nach Weibchen. Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne, spindelförmige Eier an die Blätter und Blütenstände der Raupennahrungspflanzen ab. Die Eier sind