Riesengarnele
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Macrobrachium rosenbergii (Süßwasser-Riesengarnele) / Penaeus monodon (Riesentiger-Garnele, Meerwasser)
- Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
- Familie: Felsengarnelen (Palaemonidae) bzw. Penaeidae
- Gattung: Macrobrachium bzw. Penaeus
- Lebensraum: Tropische und subtropische Süß- und Brackgewässer (M. rosenbergii); Küstengewässer, Mangroven und Flussmündungen (P. monodon)
- Größe: Bis 35 cm Körperlänge (M. rosenbergii), bis 36 cm (P. monodon)
- Gewicht: Bis 500 g (M. rosenbergii), bis 300 g (P. monodon)
- Lebenserwartung: 2–4 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Unter der Bezeichnung „Riesengarnele" werden verschiedene besonders großwüchsige Garnelenarten zusammengefasst. Die bekannteste Süßwasserart ist die Rosenberggarnele (Macrobrachium rosenbergii), die auch als „Giant Freshwater Prawn" bezeichnet wird. Im Meerwasserbereich trägt vor allem die Riesentiger-Garnele (Penaeus monodon), auch „Black Tiger Shrimp" genannt, diesen Trivialnamen.
Der Körperbau folgt dem typischen Grundplan der Zehnfußkrebse: Der Panzer (Carapax) aus Chitin bedeckt den Cephalothorax, also die verschmolzene Kopf-Brust-Region. Das Abdomen besteht aus sechs gegliederten Segmenten und endet in einem fächerförmigen Schwanz (Telson), der als Fluchtorgan dient. Das Rostrum – ein nach vorn gerichteter, gezähnter Stirnfortsatz – ist bei M. rosenbergii auffallend lang und leicht nach oben gebogen.
Die Rosenberggarnele zeichnet sich durch ihre auffällig verlängerten zweiten Scherenbeine aus, die bei geschlechtsreifen Männchen die Körperlänge deutlich übertreffen können. Sie sind intensiv blau gefärbt, während der restliche Körper eine bräunlich-grüne bis bläuliche Tönung aufweist. Die Riesentiger-Garnele zeigt ein charakteristisches Streifenmuster aus dunklen Querbändern auf hellerem Grund, das ihr den Namen verleiht. Wie bei allen Garnelen sind fünf Paar Schreitbeine (Pereiopoden) und fünf Paar Schwimmbeine (Pleopoden) vorhanden. Zwei Paar Antennen dienen als Sinnesorgane für Tasten und chemische Wahrnehmung.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Macrobrachium rosenbergii erstreckt sich vom Indischen Subkontinent über Südostasien bis nach Nordaustralien. Die Art besiedelt Flüsse, Seen, Bewässerungskanäle und Überschwemmungsgebiete. Zur Fortpflanzung wandern die Weibchen in Brackwasserzonen nahe der Flussmündungen, da die Larven für ihre Entwicklung Salzwasser benötigen.
Penaeus monodon bewohnt Küstengewässer des Indopazifiks, von der ostafrikanischen Küste über Süd- und Südostasien bis nach Japan und Australien. Ihr Habitat umfasst Mangrovenwälder, Flussmündungen und flache Küstengewässer mit sandigem oder schlammigem Grund. Juvenile Tiere nutzen Mangrovenbiotope als Aufwuchsgebiet, während adulte Exemplare in tieferes Wasser abwandern.
Durch Aquakultur wurden beide Arten weit über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus eingeführt. M. rosenbergii wird mittlerweile in Teilen Afrikas, Südamerikas und der Karibik gezüchtet. Verwilderte Populationen von P. monodon haben sich im westlichen Atlantik etabliert und gelten dort als invasive Art.
Ernährung
Riesengarnelen sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer deutlichen Tendenz zur tierischen Kost. Ihr Nahrungsspektrum umfasst Detritus, Algen, Würmer, Insektenlarven, kleine Mollusken und Aas. Mit ihren Scherenbein-Paaren zerkleinern sie pflanzliches Material und greifen kleine Beutetiere. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Gewässergrund, wo die Tiere den Sedimentboden durcharbeiten. In Aquakulturanlagen werden sie mit proteinreichem Futter auf Basis von Fischmehl, Sojamehl und pflanzlichen Zusätzen versorgt.
Verhalten & Lebensweise
Riesengarnelen sind vorwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen, unter Totholz, zwischen Wurzelwerk oder graben sich teilweise in den Bodengrund ein. Bei Dunkelheit beginnen sie ihre Streifzüge auf der Suche nach Nahrung.
Männchen von M. rosenbergii zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und eine klare Dominanzhierarchie. Es werden drei morphologische Männchentypen unterschieden: Blauklauen-Männchen mit den größten Scheren dominieren die Hierarchie und verteidigen ein Revier gegenüber Artgenossen. Orangeklauen-Männchen sind subdominant, während kleine Männchen ohne auffällige Scheren eine alternative Fortpflanzungsstrategie verfolgen und sich durch Tarnung als Weibchen Zugang zu paarungsbereiten Tieren verschaffen.
Bei Bedrohung nutzen Riesengarnelen eine typische Fluchtreaktion: Durch ruckartiges Einschlagen des Schwanzfächers schießen sie blitzartig rückwärts durch das Wasser. Diese als „Karidoidreflex" bezeichnete Reaktion ist bei vielen Dekapoden verbreitet.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet kurz nach der Häutung des Weibchens statt, da der noch weiche Panzer die Übertragung der Spermien erleichtert. Das Männchen heftet ein Spermapaket (Spermatophore) an die Bauchseite des Weibchens. Die Eier – bei