Riesengottesanbeterin
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hierodula membranacea
- Ordnung: Fangschrecken (Mantodea)
- Familie: Riesenfangschrecken (Mantidae)
- Gattung: Hierodula
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Buschland, Gärten
- Größe: 7–9 cm (Weibchen), 6–8 cm (Männchen)
- Gewicht: 5–8 g (Weibchen), 3–5 g (Männchen)
- Lebenserwartung: 10–14 Monate
Aussehen & Merkmale
Die Riesengottesanbeterin gehört zu den größeren Vertretern der Ordnung Mantodea. Der Körperbau ist typisch für Fangschrecken: ein langgestreckter, schlanker Rumpf, ein dreieckiger, hochbeweglicher Kopf und kräftig ausgebildete Fangbeine am ersten Brustabschnitt (Prothorax). Diese Fangbeine sind mit Dornenreihen besetzt, die beim Ergreifen der Beute wie eine Klappfalle zusammenschlagen.
Die Grundfärbung variiert je nach Umgebungsbedingungen und individueller Ausprägung zwischen Hellgrün, Gelbgrün und Braun. Diese Variabilität dient der Tarnung im jeweiligen Habitat. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern voll ausgebildet. Weibchen besitzen einen deutlich breiteren Hinterleib als Männchen, was besonders in der Phase der Eiproduktion auffällt. Die Facettenaugen sind groß und ermöglichen ein ausgezeichnetes räumliches Sehen – eine Voraussetzung für die präzise Jagd als Lauerjäger. Zwischen den Facettenaugen sitzen drei Punktaugen (Ocellen), die Helligkeitsunterschiede registrieren.
Ein auffälliges Merkmal der Gattung Hierodula ist ein dunkler Fleck auf der Innenseite der Fangbeine, der bei Drohgebärden sichtbar wird und potenzielle Angreifer abschrecken soll.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Riesengottesanbeterin erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Die Art kommt unter anderem in Indien, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen vor. Sie besiedelt tropische Regenwälder, lichte Wälder, Waldränder, Buschland und kultivierte Flächen wie Gärten und Plantagen.
Als Biotop bevorzugt Hierodula membranacea Vegetation in mittlerer Höhe: Sträucher, niedrige Bäume und krautige Pflanzen, auf denen sie gut getarnt auf Beute lauern kann. Die Art zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebensräume und kommt auch in Siedlungsnähe vor, wo künstliche Lichtquellen nachts Beuteinsekten anlocken.
Ernährung
Die Riesengottesanbeterin ist eine reine Prädatorin. Sie ernährt sich von einer Vielzahl an Wirbellosen: Fliegen, Motten, Heuschrecken, Grillen, Käfer und andere Insekten bilden den Hauptteil ihrer Nahrung. Größere Weibchen erbeuten gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie Geckos, junge Frösche oder Kolibris, wobei solche Fälle eher die Ausnahme darstellen.
Die Jagdstrategie beruht auf dem Lauerprinzip. Die Gottesanbeterin verharrt regungslos auf Pflanzenteilen, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Fangschlag erfolgt innerhalb weniger Millisekunden – die Fangbeine schnellen vor und fixieren die Beute zwischen Femur und Tibia. Die Nahrung wird anschließend von vorn beginnend mit den kauenden Mundwerkzeugen (Mandibeln) verzehrt. Die Beute wird dabei lebendig gefressen, da Fangschrecken kein Gift einsetzen.
Verhalten & Lebensweise
Hierodula membranacea lebt einzelgängerisch. Außerhalb der Paarungszeit meiden die Tiere den Kontakt zu Artgenossen, da bei Fangschrecken Kannibalismus verbreitet ist – insbesondere gegenüber kleineren oder schwächeren Individuen.
Die Art ist vorwiegend tagaktiv, zeigt aber auch in der Dämmerung und bei Nacht Jagdverhalten, besonders in der Nähe von Lichtquellen. Tagsüber sitzt die Gottesanbeterin meist ruhig auf einem Ansitzplatz und wartet auf vorbeikommende Beute. Bei Bedrohung nimmt sie eine charakteristische Drohstellung ein: Die Fangbeine werden gespreizt und nach vorn gerichtet, die Flügel werden aufgefächert, um den Körper optisch zu vergrößern. Dabei werden die Innenseiten der Fangbeine mit den dunklen Flecken sichtbar.
Im Laufe ihrer Entwicklung durchläuft die Riesengottesanbeterin als hemimetaboles Insekt mehrere Häutungsstadien (Nymphenstadien). Nach jeder Häutung wächst das Tier und verändert teilweise seine Färbung. Zwischen der letzten Häutung (Imaginalhäutung) und dem Tod vergehen beim Weibchen in der Regel noch mehrere Monate.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung wird durch visuelle und chemische Signale eingeleitet. Geschlechtsreife Weibchen senden Pheromone aus, die Männchen über größere Distanzen anlocken. Die Balz des Männchens besteht aus vorsichtigen, langsamen Annäherungsbewegungen. Dieses Verhalten dient dazu, nicht als Beutetier wahrgenommen zu werden, denn die Gefahr des sexuellen Kannibalismus ist bei Fangschrecken real. In einigen Fällen wird das Männchen vor, während oder nach der Kopulation vom Weibchen ergriffen und gefressen. Im Freiland geschieht dies jedoch seltener als unter den beengten Bedingungen der Terrarienhaltung.
Nach der Begattung produziert das Weibchen innerhalb weniger Wochen eine Oothek – ein schaumiges Eipaket, das an Ästen oder Blättern befestigt wird und beim Aushärten eine schützende Hülle bildet. Eine einzelne Oothek enthält je nach Größe und Ernährungsz