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Riesengürteltier

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Tierart – Säugetiere > Sonstige Säugetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Priodontes maximus
  • Ordnung: Gepanzerte Nebengelenktiere (Cingulata)
  • Familie: Gürteltiere (Dasypodidae) bzw. Chlamyphoridae
  • Gattung: Priodontes (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen und Grasländer Südamerikas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 75–100 cm, Schwanzlänge 45–50 cm
  • Gewicht: 25–55 kg, in Ausnahmefällen bis über 60 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis etwa 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Das Riesengürteltier ist die mit Abstand größte lebende Art unter den Gürteltieren und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 150 cm einschließlich des Schwanzes. Sein auffälligstes Merkmal ist der massive Rückenpanzer, der aus zahlreichen verknöcherten Hautplatten – sogenannten Osteoderme – besteht. Diese Knochenplatten sind in 11 bis 13 bewegliche Gürtel (Banden) gegliedert, die dem Tier trotz des schweren Panzers eine gewisse Flexibilität ermöglichen. Die Panzerplatten sind dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt, während die Ränder der einzelnen Schuppen einen helleren, gelblich-weißen Saum aufweisen.

Der Kopf ist relativ klein und kegelförmig, die Ohren kurz und rundlich. Die Augen sind auffallend klein, was auf die überwiegend unterirdische und nächtliche Lebensweise hindeutet. Das Riesengürteltier besitzt bis zu 80–100 kleine, stiftförmige Zähne – mehr als die meisten anderen Landsäugetiere. Diese Zähne sind allerdings nicht mit Zahnschmelz überzogen und nutzen sich im Laufe des Lebens ab. Besonders markant sind die kräftigen Vorderbeine mit langen, sichelförmigen Grabkrallen. Die dritte Kralle der Vorderfüße kann eine Länge von über 20 cm erreichen und gehört damit zu den längsten Krallen im gesamten Tierreich. Die Unterseite des Körpers ist weitgehend ungeschützt und mit spärlicher, weicher Behaarung bedeckt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Priodontes maximus erstreckt sich über weite Teile Südamerikas östlich der Anden. Es reicht vom nördlichen Venezuela und den Guyanas südwärts über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien und Paraguay bis in den Norden Argentiniens. Als bevorzugtes Habitat dienen ungestörte tropische Regenwälder, Trockenwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen sowie Cerrado-Savannen. Das Tier kommt in Höhenlagen vom Tiefland bis auf etwa 500 Meter vor, vereinzelt wurden Sichtungen bis auf 750 Meter Höhe dokumentiert.

Die Art benötigt große, zusammenhängende Waldgebiete mit intaktem Boden, da sie auf lockere, grabfähige Substrate angewiesen ist. Die Biotope müssen zudem einen ausreichenden Bestand an Termitenbauten und Ameisennestern aufweisen, die als primäre Nahrungsquelle dienen. Durch fortschreitende Entwaldung und Fragmentierung der Landschaft schrumpft der verfügbare Lebensraum kontinuierlich.

Ernährung

Das Riesengürteltier ernährt sich überwiegend myrmekophag, also von Ameisen und Termiten. Mit seinen mächtigen Grabkrallen bricht es selbst stark verhärtete Termitenbauten auf und leckt die Insekten mithilfe seiner langen, klebrigen Zunge auf. Neben Termiten und Ameisen stehen auch Käferlarven, Regenwürmer, Spinnen und andere wirbellose Bodenbewohner auf dem Speiseplan. Gelegentlich nimmt das Tier auch pflanzliche Nahrung wie Früchte auf oder frisst Aas. Ein einzelnes Riesengürteltier kann in einer Nacht eine gesamte Termitenkolonie zerstören und dabei mehrere Kilogramm Insekten verzehren. Die aufgebrochenen Termitenhügel werden nach der Nahrungsaufnahme nicht wieder aufgesucht, sondern das Tier wandert in der folgenden Nacht zu neuen Nahrungsquellen weiter.

Verhalten & Lebensweise

Priodontes maximus ist streng nachtaktiv und führt eine einzelgängerische Lebensweise. Die Tiere verbringen den Tag in selbst gegrabenen Erdbauen, die beachtliche Ausmaße annehmen können: Einzelne Baue erreichen eine Tiefe von bis zu fünf Metern und haben Eingänge mit einem Durchmesser von etwa 40–50 cm. Jedes Individuum legt in seinem Revier zahlreiche solcher Baue an und wechselt diese regelmäßig. Diese verlassenen Baue sind ökologisch bedeutsam, da sie von Dutzenden anderer Tierarten als Unterschlupf genutzt werden – darunter Ozelots, Nasenbären, Pekaris und verschiedene Reptilien. Das Riesengürteltier gilt daher als sogenannter Ökosystem-Ingenieur.

Die Streifgebiete sind ausgedehnt und umfassen je nach Lebensraumqualität zwischen 5 und 25 Quadratkilometer. Das Tier bewegt sich langsam und schwerfällig fort, kann sich bei Gefahr jedoch überraschend schnell in die Erde eingraben. Eine Einrollung zum Schutz der weichen Bauchseite, wie sie kleinere Gürteltierarten praktizieren, ist dem Riesengürteltier aufgrund seiner Körpergröße nicht möglich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über das Fortpflanzungsverhalten von Priodontes maximus ist aufgrund der scheuen und verborgenen Lebensweise vergleichsweise wenig bekannt. Die Paarung findet vermutlich ohne feste Saisonalität statt, wobei sich Männchen und Weibchen nur kurzzeitig zur Kopulation zusammenfinden. Nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt, seltener Zwillinge. Das Neugeborene wiegt rund 100–115 Gramm und besitzt bereits einen weichen, ledrigen Panzer, der in den folgenden Wochen zunehmend verhärtet.

Die Aufzucht erfolgt ausschließlich durch das Muttertier. Das