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Riffbarsch

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pomacentridae (Familie); zahlreiche Gattungen, u. a. Chromis, Dascyllus, Stegastes, Abudefduf
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Riffbarsche (Pomacentridae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Korallenriffe, Lagunen, Felsküsten
  • Größe: 3–20 cm, je nach Art; die meisten Aquarienarten zwischen 5 und 12 cm
  • Gewicht: Wenige Gramm bis ca. 100 g
  • Lebenserwartung: 5–15 Jahre, in Aquarienhaltung bei guter Pflege bis über 10 Jahre

Aussehen & Merkmale

Riffbarsche sind in der Regel kompakt gebaute, seitlich abgeflachte Fische mit einem hohen Körperprofil. Die Schuppen sind kräftig ausgebildet und ctenoid, also am hinteren Rand fein gezähnt – ein typisches Merkmal vieler Barschartiger. Die durchgehende Rückenflosse besteht aus einem vorderen, hartstrahligen und einem hinteren, weichstrahligen Abschnitt. Die Afterflosse trägt meist zwei Hartflossenstrahlen. Das Maul ist relativ klein und endständig, die Zähne sind je nach Ernährungsweise unterschiedlich geformt: bei herbivor lebenden Arten eher breit und schneidend, bei planktivoren Arten fein und spitz.

Die Farbvielfalt innerhalb der Familie Pomacentridae ist enorm. Viele Arten zeigen leuchtend blaue, gelbe, orange oder schwarze Zeichnungen. Die Gattung Chrysiptera umfasst beispielsweise zahlreiche intensiv blau gefärbte Arten, während Vertreter der Gattung Dascyllus häufig schwarz-weiß gezeichnet sind. Juvenile Tiere unterscheiden sich in der Färbung oft deutlich von adulten Exemplaren, was die Bestimmung einzelner Arten erschweren kann.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Riffbarsche erstreckt sich über sämtliche tropischen und subtropischen Meere. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Indopazifik, insbesondere im sogenannten Korallendreieck zwischen den Philippinen, Indonesien und Papua-Neuguinea. Einige Arten kommen auch im Roten Meer, im westlichen Atlantik und in der Karibik vor. Der Sergeant Major (Abudefduf saxatilis) gehört zu den wenigen Arten mit nahezu pantropischer Verbreitung.

Ihr Habitat sind vorwiegend Korallenriffe in Tiefen zwischen 1 und 40 Metern. Manche Arten besiedeln bevorzugt verzweigte Steinkorallen der Gattungen Acropora oder Pocillopora, andere halten sich im Bereich von Fels- und Geröllzonen auf. Einzelne Vertreter der Gattung Stegastes bewohnen auch flache Seegraswiesen und Mangrovenränder. Das jeweilige Biotop wird oft eng an das Nahrungsangebot und die Verfügbarkeit geeigneter Versteckplätze geknüpft.

Ernährung

Die Ernährungsstrategien innerhalb der Familie sind vielfältig. Planktivore Arten wie die Schwalbenschwänzchen der Gattung Chromis bilden Schwärme über dem Riff und fangen Zooplankton aus der Strömung. Herbivor lebende Arten der Gattung Stegastes dagegen bewirtschaften regelrechte Algengärten auf dem Substrat, die sie aktiv gegen Nahrungskonkurrenten verteidigen. Omnivore Vertreter ergänzen ihren Speiseplan mit kleinen Wirbellosen, Fischeiern und Detritus.

In der Aquarienhaltung nehmen die meisten Riffbarsche sowohl Frost- als auch Trockenfutter an. Artemia, Mysis und qualitativ hochwertiges Flockenfutter bilden eine gute Ernährungsgrundlage. Für herbivore Arten sollte zusätzlich pflanzliche Kost in Form von Nori-Algenblättern oder Spirulina-Präparaten angeboten werden.

Verhalten & Lebensweise

Das Sozialverhalten der Riffbarsche reicht von ausgesprochen gesellig bis streng territorial. Schwarmbildende Arten wie Chromis viridis leben in großen Gruppen über Korallenblöcken und ziehen sich bei Gefahr blitzschnell zwischen die Korallenäste zurück. Im Gegensatz dazu besetzen viele Vertreter der Gattung Stegastes ein klar abgegrenztes Revier, das sie aggressiv gegen Eindringlinge – auch deutlich größere Fische und Taucher – verteidigen.

Die Aktivitätsphase liegt bei den meisten Arten tagsüber; nachts suchen sie Schutz in Riffhöhlen und Spalten. Die innerartliche Aggression steigt häufig in beengten Verhältnissen, weshalb in der Aquaristik auf ein ausreichend großes Beckenvolumen und genügend Rückzugsmöglichkeiten geachtet werden muss. Für Schwarmarten empfiehlt sich die Haltung in Gruppen ab fünf Tieren, um Stress durch Rangkämpfe zu verteilen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Riffbarsche sind Substratlaicher. Das Männchen reinigt eine geeignete Stelle auf Fels, Korallentotholz oder einem anderen harten Untergrund und lockt durch eine ausgeprägte Balz – bestehend aus Farbwechseln, Körperzittern und einer auffälligen Schwimmweise – ein laichbereites Weibchen an. Das Weibchen heftet die Eier in einer einlagigen Schicht an das Substrat, woraufhin das Männchen sie befruchtet.

Die Brutpflege übernimmt in der Regel das Männchen. Es bewacht das Gelege über mehrere Tage, befächelt die Eier mit den Brustflossen, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung sicherzustellen, und entfernt verpilzte oder unbefruchtete Eier. Die Larven schlüpfen je nach Art und Wassertemperatur nach drei bis sieben Tagen und durchleben zunächst eine pelagische Phase, in der sie als Teil des Planktons in der Wassersäule treiben, bevor sie sich nach einigen Wochen am Riff ansiedeln.