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Rostbraunes Wiesenvögelchen

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Coenonympha glycerion
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
  • Gattung: Wiesenvögelchen (Coenonympha)
  • Lebensraum: Magerwiesen, Halbtrockenrasen, lichte Waldränder, extensiv genutzte Graslandschaften
  • Flügelspannweite: 28–34 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,2 g
  • Lebenserwartung: Imagines ca. 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr (eine Generation pro Jahr)

Aussehen & Merkmale

Das Rostbraune Wiesenvögelchen ist ein kleiner, eher unscheinbarer Tagfalter, der auf den ersten Blick leicht mit verwandten Arten der Gattung Coenonympha verwechselt werden kann. Die Flügeloberseiten sind einheitlich rostbraun bis orangebraun gefärbt, wobei die Intensität der Färbung je nach Population und Individuum variiert. Ein markantes Merkmal ist die helle, oft weißlich bis cremefarbene Binde auf der Hinterflügelunterseite, die durch eine gezackte oder wellenförmige Begrenzung auffällt. Diese Binde grenzt das Rostbraune Wiesenvögelchen gut vom nahe verwandten Kleinen Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) ab, dem dieses Merkmal fehlt.

Auf der Unterseite der Hinterflügel befinden sich mehrere kleine, weiß gekernte Augenflecken (Ozellen), die in der Regel schwarz umrandet und von einem orangefarbenen Hof umgeben sind. Die Anzahl dieser Ozellen schwankt zwischen drei und sechs, wobei regionale Unterschiede auftreten. Die Flügelunterseiten der Vorderflügel zeigen meist nur einen einzelnen, weniger auffälligen Augenfleck nahe der Flügelspitze. Der Körper ist schlank, mit feinen Schuppen bedeckt und farblich an die Flügel angepasst. Die Fühler sind relativ kurz und enden in einer deutlichen, aber schmalen Keule.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rostbraunen Wiesenvögelchens erstreckt sich von Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien. In Mitteleuropa kommt die Art vor allem in Süd- und Mitteldeutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei und Ungarn vor. Nach Norden hin wird das Vorkommen lückenhafter; in Norddeutschland und Skandinavien fehlt die Art weitgehend.

Das bevorzugte Habitat sind extensiv bewirtschaftete, blütenreiche Magerwiesen und Halbtrockenrasen auf kalkhaltigen oder sandigen Böden. Auch lichte Wälder, Waldlichtungen, Waldränder und buschige Hänge werden besiedelt, sofern eine grasreiche Krautschicht vorhanden ist. Entscheidend ist eine geringe Nutzungsintensität: Intensiv gedüngte oder häufig gemähte Wiesen meidet das Rostbraune Wiesenvögelchen. In den Alpen steigt die Art bis auf Höhenlagen von etwa 1.800 Metern auf, wobei sie in tieferen Lagen häufiger anzutreffen ist. In geeigneten Biotopen tritt sie oft gemeinsam mit anderen Augenfaltern wie dem Großen Ochsenauge (Maniola jurtina) oder dem Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus) auf.

Ernährung

Die erwachsenen Falter (Imagines) saugen Nektar an verschiedenen Wiesenblumen, darunter Flockenblumen (Centaurea), Skabiosen (Scabiosa), Thymian (Thymus) und Witwenblumen (Knautia). Sie bevorzugen dabei niedrigwüchsige, blütenreiche Vegetation. Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Gräsern. Als Futterpflanzen dienen unter anderem Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Rot-Schwingel (Festuca rubra) und verschiedene Rispengräser (Poa). Die Raupen fressen vorwiegend nachts und ruhen tagsüber verborgen an den Grashalmen.

Verhalten & Lebensweise

Das Rostbraune Wiesenvögelchen ist tagaktiv und fliegt bei warmem, sonnigem Wetter in einem langsamen, taumelnden Flug dicht über der Grasnarbe. Bei Bewölkung oder Wind setzen sich die Falter mit zusammengeklappten Flügeln an Grashalme oder niedrige Pflanzen und sind durch ihre unscheinbare Flügelunterseite gut getarnt. Die Flügel werden in Ruhestellung stets geschlossen gehalten, sodass im Freiland fast ausschließlich die Unterseiten sichtbar sind.

Die Art ist nicht territorial. Die Falter bewegen sich in einem relativ kleinen Aktionsradius und zeigen geringe Flugdistanzen, was sie anfällig gegenüber der Verinselung ihrer Lebensräume macht. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Höhenlage und Region von Mitte Juni bis Anfang August, wobei das Maximum im Juli liegt. Pro Jahr wird nur eine Generation ausgebildet (univoltin).

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet während der sommerlichen Flugzeit statt. Eine ausgeprägte Balz im engeren Sinne wurde beim Rostbraunen Wiesenvögelchen nicht beobachtet; die Männchen suchen aktiv nach Weibchen, indem sie das Habitat abfliegen. Nach der Begattung legt das Weibchen die Eier einzeln an verschiedenen Grasarten ab. Die Eier sind länglich-oval, zunächst weißlich und dunkeln im Verlauf der Entwicklung nach.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und beginnen sofort mit der Nahrungsaufnahme. Die Raupe ist grün gefärbt mit feinen, hellen Längslinien und erreicht eine Länge von etwa 20–25 mm. Sie durchläuft mehrere Häutungsstadien (Larvenstadien). Mit Einsetzen der kühlen Herbstwitterung stellt die Raupe die Nahr