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Rostfarbiger Dickkopffalter

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ochlodes sylvanus (Esper, 1777)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Dickkopffalter (Hesperiidae)
  • Unterfamilie: Hesperiinae
  • Gattung: Ochlodes
  • Lebensraum: Waldränder, Lichtungen, Wiesen, Wegränder, Gärten
  • Flügelspannweite: 25–32 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,3 g
  • Lebenserwartung: Imago ca. 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus etwa 1 Jahr

Aussehen & Merkmale

Der Rostfarbige Dickkopffalter ist ein kleiner, kompakt gebauter Tagfalter. Die Flügeloberseiten sind bei beiden Geschlechtern warm orangebraun bis rostfarben gefärbt – eine Eigenschaft, die dem Tier seinen deutschen Namen verleiht. Entlang der Flügelränder verläuft ein schmaler, dunkelbrauner Saum. Die Flügelunterseiten erscheinen deutlich blasser und zeigen ein mattes Olivgelb bis Grünlichbraun mit diffusen, hellen Flecken, die je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Ein typisches Merkmal der Dickkopffalter ist der breite, kräftige Kopf, der im Verhältnis zum Körper auffällig groß wirkt. Die Fühler sind relativ kurz und enden in einer keulenförmigen Verdickung, deren Spitze hakenförmig nach hinten gebogen ist – ein diagnostisches Merkmal der Familie Hesperiidae. Der Körper ist gedrungen und dicht behaart, was den Falter eher mottenartig erscheinen lässt, obwohl er eindeutig zu den Tagfaltern gehört.

Die Männchen lassen sich anhand eines dunklen, schräg über die Vorderflügeloberseite verlaufenden Duftschuppenstreifens (Androkonienfleck) von den Weibchen unterscheiden. Dieser Stigmafleck dient der Abgabe von Pheromonen. Weibchen sind insgesamt etwas größer und breiter geflügelt, ihre Grundfärbung tendiert stärker ins Braune.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rostfarbigen Dickkopffalters erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Er kommt von Westeuropa bis nach Ostasien vor, einschließlich der Britischen Inseln, Skandinaviens (bis etwa zum 64. Breitengrad), der Mittelmeerregion und großer Teile des gemäßigten Asiens bis nach China und Japan. In den Alpen besiedelt er Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter.

Als Habitat bevorzugt Ochlodes sylvanus halboffene bis offene Landschaften mit einer ausreichenden Vielfalt an Blütenpflanzen und Gräsern. Typische Biotope sind blütenreiche Waldlichtungen, Waldränder, Saumgesellschaften entlang von Hecken und Wegen, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Ruderalflächen und naturnahe Gärten. Der Falter meidet sowohl dichte, geschlossene Wälder als auch intensiv genutzte Agrarflächen ohne Randstrukturen. Entscheidend für die Besiedlung eines Lebensraums ist das Vorhandensein geeigneter Gräser als Raupennahrung in Kombination mit einem guten Nektarangebot für die Imagines.

Ernährung

Die erwachsenen Falter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen eine breite Palette an Blütenpflanzen und zeigen dabei eine Vorliebe für violette und blaue Blüten. Zu den bevorzugten Nektarquellen zählen Flockenblumen (Centaurea), Kratzdisteln (Cirsium), Skabiosen (Scabiosa), Rotklee (Trifolium pratense) und Natternkopf (Echium vulgare). Mit ihrem langen Saugrüssel erreichen sie auch tiefer liegende Nektarvorräte in Röhrenblüten.

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae). Als Futterpflanzen dienen unter anderem Knäuelgras (Dactylis glomerata), Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Gewöhnliches Rispengras (Poa trivialis), Honiggras (Holcus lanatus), Quecke (Elymus repens) sowie verschiedene Schwingel-Arten (Festuca). Die Raupen fressen vorwiegend in der Dämmerung und nachts, tagsüber ruhen sie in zusammengesponnenen Grashalmen.

Verhalten & Lebensweise

Der Rostfarbige Dickkopffalter ist tagaktiv und zeigt sich bei Sonnenschein besonders flugfreudig. Sein Flug ist schnell, geradlinig und wirkt durch kurze Gleitphasen ruckartig – ein Merkmal, das für viele Vertreter der Hesperiidae charakteristisch ist. In Ruhestellung nehmen Dickkopffalter häufig eine typische Haltung ein, bei der die Hinterflügel flach ausgebreitet, die Vorderflügel jedoch schräg nach oben gestellt werden. Diese sogenannte „Düsenjäger-Haltung" unterscheidet sie optisch von den meisten anderen Tagfaltern.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie besetzen sonnige Ansitzwarten – häufig exponierte Blätter oder Grashalme – und vertreiben von dort aus Rivalen und andere Insekten durch kurze, aggressive Verfolgungsflüge. Nach der Vertreibung kehren sie oft exakt an denselben Sitzplatz zurück. Die Flugzeit der Imagines liegt in Mitteleuropa zwischen Juni und August, wobei jährlich nur eine Generation (univoltin) ausgebildet wird. In südlichen Regionen kann gelegentlich eine partielle zweite Generation auftreten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung wird vom Männchen eingeleitet, das vorbeifliegende Weibchen von seiner Sitzwarte aus verfolgt. Nach der Kopulation legt das Weibchen die Eier einzeln an den Blättern verschiedener Süßgräser ab. Die weißlichen bis gelblichen Eier sind halbkugelförmig und relativ groß im Verhältnis zur Körpergröße des Falters.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und beginnen sofort mit dem Bau einer Wohnröhre, indem sie ein