Roter von Rio
RTierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hyphessobrycon flammeus (Myers, 1924)
- Ordnung: Characiformes (Salmlerartige)
- Familie: Characidae (Echte Salmler)
- Gattung: Hyphessobrycon
- Lebensraum: Küstennahe Fließ- und Stillgewässer im Südosten Brasiliens
- Größe: 3–4 cm (Gesamtlänge)
- Gewicht: ca. 1–2 g
- Lebenserwartung: 3–5 Jahre (in Aquarienhaltung bis 6 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Rote von Rio ist ein kleinbleibender Süßwasserfisch mit seitlich abgeflachtem, hochrückigem Körperbau, der typisch für viele Vertreter der Gattung Hyphessobrycon ist. Die Grundfärbung des Körpers variiert von einem silbrig-bräunlichen Ton im vorderen Bereich bis zu einem intensiven Rot, das sich über die hintere Körperhälfte, die Afterflosse, die Schwanzflosse und Teile der Rückenflosse erstreckt. Diese namensgebende Rotfärbung ist bei Männchen deutlich kräftiger ausgeprägt als bei Weibchen.
Charakteristisch sind zwei dunkle, senkrecht verlaufende Schulterflecke hinter dem Kiemendeckel, die als sicheres Erkennungsmerkmal dienen. Die Schuppen sind relativ groß und gut sichtbar. Die Fettflosse – ein typisches Merkmal der Salmlerartigen – ist klein und rötlich gefärbt. Männchen sind insgesamt schlanker und farbintensiver als die etwas fülliger gebauten Weibchen, deren Rotanteile blasser ausfallen und deren Bauchpartie, besonders zur Laichzeit, deutlich gerundeter erscheint.
Neben der Wildform existieren durch selektive Zucht verschiedene Farbvarianten, darunter eine nahezu vollständig rote Form sowie eine goldene Zuchtform, die im Handel gelegentlich als „Goldflamme" angeboten wird.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Roten von Rio beschränkt sich auf einen vergleichsweise kleinen Bereich im Küstentiefland des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro. Die Art besiedelt dort langsam fließende Bäche, kleine Flüsse und stehende Gewässer im Einzugsgebiet der Guanabara-Bucht sowie angrenzende Küstengewässersysteme. Das Habitat zeichnet sich durch weiches, leicht saures Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 7,5 aus. Die Temperaturen in diesen Biotopen liegen typischerweise zwischen 22 und 28 °C.
Die Gewässer sind häufig von dichter Ufervegetation beschattet und weisen Bereiche mit Falllaub, Wurzeln und Wasserpflanzen auf, die dem Fisch Deckung und Nahrungsgrundlage bieten. Im natürlichen Biotop lebt der Rote von Rio in Bereichen mit geringer bis mäßiger Strömung über sandigem oder schlammigem Grund.
Durch die Urbanisierung der Region um Rio de Janeiro sind viele der ursprünglichen Habitate stark beeinträchtigt oder zerstört worden. Die wild lebenden Populationen gelten als stark rückläufig.
Ernährung
Der Rote von Rio ist ein Allesfresser (Omnivore) mit einem breiten Nahrungsspektrum. In der Natur ernährt er sich von kleinen Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebsen, Algen und pflanzlichem Material, das ins Wasser fällt. Als typischer Salmler nimmt er Nahrung bevorzugt im mittleren Wasserbereich und an der Oberfläche auf.
In der Aquarienhaltung akzeptiert die Art handelsübliches Flockenfutter, Granulatfutter und gefriergetrocknetes Futter problemlos. Regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops oder Mückenlarven fördern die Farbintensität und das Wohlbefinden der Tiere erheblich. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit pflanzlichen Anteilen – etwa Spirulina-Flocken – entspricht dem natürlichen Nahrungsspektrum.
Verhalten & Lebensweise
Der Rote von Rio ist ein ausgesprochen geselliger Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden sollte. Einzeln oder in zu kleinen Gruppen gepflegte Exemplare zeigen Stressverhalten und neigen dazu, andere Fische zu beknabbern – insbesondere Arten mit langen Flossen.
Innerhalb des Schwarms etablieren die Männchen eine lockere Rangordnung, die durch kurze Imponierrituale und gelegentliches Flossenspreizen ausgetragen wird. Diese Auseinandersetzungen verlaufen in aller Regel harmlos. Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf. Bei ausreichender Schwarmgröße zeigen die Tiere ein ruhiges, gleichmäßiges Schwimmverhalten und bilden lockere Gruppen, die sich gemeinsam durch das Becken bewegen.
Gegenüber anderen Fischarten verhält sich der Rote von Rio weitgehend friedlich und eignet sich gut für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinbleibenden, friedfertigen Arten wie Panzerwelsen (Corydoras), anderen Salmlern oder kleinen Bärblingen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Vermehrung des Roten von Rio gilt als unkompliziert und gelingt auch weniger erfahrenen Aquarianern. Die Art gehört zu den Freilaichern, die ihre Eier ohne weitere Brutpflege zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder über dem Bodengrund abgeben.
Zur Balz intensivieren die Männchen ihre Rotfärbung deutlich und umwerben die Weibchen mit gespreizten Flossen und zitternden Schwimmbewegungen. Das Ablaichen erfolgt paarweise oder in kleinen Gruppen, meist in den frühen Morgenstunden. Ein Weibchen gibt pro Laichvorgang zwischen 100 und 300 leicht klebrige, durchscheinende Eier ab, die an Pflanzen und Substrat haften.
Da die Elterntiere ausgeprägte Laichräuber sind, empfiehlt sich das Entfernen der Eltern nach dem Ablaichen oder die Verwendung eines Laichrostes. Die Eier entwickeln sich bei