Rothuhn
RTierart – Vögel > Hühnervögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Alectoris rufa
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
- Gattung: Steinhühner (Alectoris)
- Lebensraum: Offene, trockene Landschaften mit niedriger Vegetation – Macchie, Garrigue, Weinberge, Brachland, steinige Hänge
- Größe: 32–35 cm Körperlänge
- Gewicht: 400–550 g
- Lebenserwartung: Etwa 5–6 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis 10 Jahre
Aussehen & Merkmale
Das Rothuhn ist ein kompakt gebauter Hühnervogel mittlerer Größe. Die Oberseite des Gefieders zeigt ein warmes Olivbraun bis Sandbraun, das eine gute Tarnung in seinem bevorzugten Habitat bietet. Die Unterseite ist heller, mit einer rahmfarbenen bis gelblichen Tönung an Brust und Bauch. Das auffälligste Merkmal ist die Kopfzeichnung: Ein breiter, schwarzer Kehlfleck wird von einem weißen Band eingerahmt, das über Stirn, Augenbrauen und Wangen verläuft. Unterhalb dieses weißen Bandes befinden sich schwarze Streifen, die in Flecken auf der oberen Brust übergehen.
Die Flanken tragen ein charakteristisches Streifenmuster aus Schwarz, Weiß und Kastanienbraun, das sich deutlich vom übrigen Gefieder absetzt. Schnabel und Augenring leuchten in kräftigem Rot – ein Merkmal, das der Art ihren deutschen Namen verleiht. Die Beine und Füße sind ebenfalls rot gefärbt. Eine Befiederung der Läufe fehlt, anders als bei einigen verwandten Hühnervogelarten. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; das Männchen ist im Durchschnitt geringfügig größer und zeigt etwas kräftigere Farben an der Kopfzeichnung sowie oft kurze, stumpfe Sporen an den Läufen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Rothuhns erstreckt sich über Südwesteuropa. Hauptverbreitungsländer sind Frankreich, Spanien, Portugal und – in geringerem Umfang – Nordwestitalien. In Spanien und Frankreich ist die Art am häufigsten und besiedelt dort weite Teile des Flach- und Hügellands. Eingeführte Populationen existieren in Großbritannien, vor allem in Südengland, wo das Rothuhn seit dem 18. Jahrhundert gezielt für jagdliche Zwecke angesiedelt wurde. Auch auf den Balearen, den Azoren und den Kanarischen Inseln kommen eingebürgerte Bestände vor.
Als Biotop bevorzugt das Rothuhn offene, trockene und warme Landschaften. Typische Habitate sind mediterrane Macchie und Garrigue, steinige Berghänge, extensiv bewirtschaftete Agrarflächen, Weinberge, Olivenhaine und Brachland mit niedriger Strauchvegetation. Geschlossene Wälder werden gemieden. Die Art kommt vom Tiefland bis in Höhenlagen von rund 2.000 Metern vor, wobei der Schwerpunkt unter 1.000 Metern liegt. Entscheidend ist ein mosaikartiges Biotop mit Deckung bietenden Sträuchern, offenen Bodenflächen zur Nahrungssuche und geeigneten Nistplätzen.
Ernährung
Das Rothuhn ist ein Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf pflanzlicher Nahrung. Samen von Gräsern, Kräutern und Getreide bilden einen großen Teil der Nahrung, ergänzt durch Blätter, Knospen, Wurzeln und Beeren. Besonders im Frühjahr und Sommer steigt der Anteil tierischer Kost: Insekten, Käfer, Ameisen, Heuschrecken, Spinnen und gelegentlich kleine Schnecken werden aufgenommen. Für die Küken ist proteinreiche Insektennahrung in den ersten Lebenswochen überlebenswichtig.
Die Nahrungssuche findet am Boden statt. Die Vögel scharren mit den Füßen im lockeren Erdreich und wenden Laub und kleine Steine. Wasser wird regelmäßig aufgenommen, wobei die Art in der Lage ist, einen beträchtlichen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über taufeuchte Pflanzenteile zu decken.
Verhalten & Lebensweise
Rothühner sind tagaktive Vögel. Ihre Aktivitätsphasen konzentrieren sich auf die frühen Morgen- und die späten Nachmittagsstunden; die heißen Mittagsstunden verbringen sie ruhend im Schatten von Büschen oder Steinen. Außerhalb der Brutzeit leben sie in Gruppen, sogenannten Ketten, von 5 bis 20 Individuen. Diese Ketten lösen sich mit Beginn der Balzzeit im Spätwinter auf, wenn sich Paare bilden.
Die Art ist überwiegend ein Bodenvogel. Rothühner laufen schnell und geschickt und fliegen nur bei akuter Bedrohung auf. Der Flug ist dann kurz, niedrig und kraftvoll, mit schnellen Flügelschlägen und einer Gleitphase. Bei Gefahr verlassen sich die Vögel zunächst auf ihre Tarnung und drücken sich reglos an den Boden. Erst bei dichtem Annähern eines Prädators fliegen sie explosionsartig auf – ein Verhalten, das als typisches „Hühner-Aufstehen" bekannt ist.
Während der Balz lassen die Männchen einen lauten, dreisilbigen Ruf hören, der häufig als „tschak-tschak-tscharr" umschrieben wird. Dieser Reviergesang ist über mehrere hundert Meter hörbar und dient sowohl der Revierabgrenzung gegenüber anderen Männchen als auch der Anlockung von Weibchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutsaison beginnt im April und erstreckt sich bis Juni. Das Nest ist eine flache, mit Gras und Federn ausgekleidete Mulde am Boden, die unter einem Busch, an einem Felsvorsprung oder in dichter Krautvegetation angelegt wird. Das Gelege umfasst in der Regel 10 bis 16 Eier, die eine gelbliche bis bräunliche Grundfarbe mit rötlich-braunen Flecken aufweisen.
Eine Besonderheit des Rothuhns betrifft die Brut