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Rotkehlanolis

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Tierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anolis carolinensis
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Dactyloidae (früher den Leguanen, Iguanidae, zugeordnet)
  • Gattung: Anolis
  • Lebensraum: Laubwälder, Gärten, Parks, Siedlungsränder im Südosten Nordamerikas
  • Größe: 12–20 cm Gesamtlänge (davon etwa zwei Drittel Schwanz)
  • Gewicht: 3–7 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in freier Wildbahn, bis 8 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Rotkehlanolis ist eine schlanke, zierlich gebaute Echse mit langen Gliedmaßen und einem auffällig langen Schwanz. Die Grundfärbung der feinkörnigen Schuppen variiert zwischen leuchtendem Grün und Braun – ein Farbwechsel, der oft zu Verwechslungen mit Chamäleons führt. Die Fähigkeit zur Farbänderung wird jedoch nicht primär zur Tarnung eingesetzt, sondern hängt vor allem von Temperatur, Lichtverhältnissen und dem physiologischen Zustand des Tieres ab. Gestresste oder unterkühlte Individuen nehmen häufig eine dunkelbraune Färbung an, während entspannte Tiere in warmem Umfeld intensiv grün erscheinen.

Das namensgebende Merkmal ist die leuchtend rote Kehlfahne (Dewlap) der Männchen. Dieser dehnbare Hautlappen am Kinn wird durch das Zungenbein aufgespannt und dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Balz. Weibchen besitzen ebenfalls einen Dewlap, dieser ist jedoch deutlich kleiner und eher rosa bis weißlich gefärbt. Die Zehen tragen verbreiterte Haftlamellen mit feinen Rillen, die es dem Rotkehlanolis ermöglichen, problemlos an glatten Oberflächen wie Blättern, Rinde oder sogar Glas zu klettern.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Rotkehlanolis erstreckt sich über den Südosten der USA – von North Carolina über Florida bis nach Texas. Er besiedelt bevorzugt lichte Laubwälder, Waldränder, Hecken, Gärten und Parklandschaften. Als Kulturfolger hat er sich erfolgreich in menschlichen Siedlungsgebieten etabliert und ist dort häufig an Hauswänden, Zäunen und Veranden anzutreffen.

Das Habitat zeichnet sich durch ein warm-feuchtes Klima mit ausgeprägten Jahreszeiten aus. Der Rotkehlanolis ist eine baumbewohnende (arborikole) Art, die sich überwiegend in Höhen zwischen einem und drei Metern aufhält. In Gebieten, in denen sich der eingeschleppte Braune Anolis (Anolis sagrei) ausbreitet, wird der Rotkehlanolis zunehmend in höhere Straten der Vegetation verdrängt – ein gut dokumentiertes Beispiel für ökologische Nischenverschiebung durch interspezifische Konkurrenz.

Außerhalb Nordamerikas wurden eingeschleppte Populationen unter anderem auf Hawaii, auf den Ogasawara-Inseln (Japan) sowie in Teilen der Karibik nachgewiesen.

Ernährung

Der Rotkehlanolis ist ein Insektenfresser (Insektivore). Seine Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen wie Grillen, Fliegen, Spinnen, Käfern, Raupen und Blattläusen. Gelegentlich nimmt er auch andere kleine Arthropoden wie Asseln oder Tausendfüßer zu sich. Die Jagd erfolgt als Ansitzjäger: Das Tier verharrt reglos an einer exponierten Stelle und schnappt bei Annäherung eines Beutetiers blitzschnell zu. Die Beute wird im Ganzen verschluckt.

In Gefangenschaft werden Rotkehlanolis häufig mit Heimchen, kleinen Schaben und Fruchtfliegen gefüttert. Eine Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist dabei notwendig, um Mangelerscheinungen wie metabolische Knochenerkrankungen zu vermeiden.

Verhalten & Lebensweise

Der Rotkehlanolis ist tagaktiv und verbringt einen Großteil des Tages mit Sonnenbaden (Thermoregulation) an exponierten Stellen. Als ektothermes Tier ist er auf externe Wärmequellen angewiesen, um seine Körpertemperatur auf ein optimales Niveau von etwa 28–33 °C zu bringen.

Männchen sind ausgesprochen territorial. Sie verteidigen ihr Revier aktiv gegen Artgenossen, indem sie den Dewlap spreizen, Liegestütz-ähnliche Auf- und Abbewegungen des Körpers (sogenanntes „Push-up-Display") ausführen und sich seitlich aufstellen, um größer zu wirken. Dringt ein Rivale dennoch ein, kann es zu Beißereien kommen, bei denen Schwanzverluste oder Verletzungen auftreten. Der Schwanz kann bei Bedrohung durch Autotomie abgeworfen werden und wächst anschließend in vereinfachter Form nach – das Regenerat enthält anstelle von Wirbelknochen einen Knorpelstab.

Während der kühlen Wintermonate in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets verfällt der Rotkehlanolis in eine Kälteruhe (Brumation), bei der die Stoffwechselaktivität stark herabgesetzt ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis September. Während der Balz präsentieren die Männchen ihre rote Kehlfahne in schneller Folge und führen rhythmische Kopfnickbewegungen aus. Paarungswillige Weibchen signalisieren ihre Bereitschaft durch Verharren und Absenken des Kopfes.

Nach der Paarung legt das Weibchen etwa alle zwei Wochen ein einzelnes Ei – seltener zwei – in feuchtes Substrat wie lockere Erde, Laubstreu oder Mulch. Pro Saison können so bis zu zehn Eier abgesetzt werden. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur fünf bis sieben Wochen. Eine elterliche Brutpflege findet nicht statt.

Die Schlüpflinge sind etwa 5–6 cm lang und von Beginn an selbstständig. Sie ernähren sich von sehr kleinen Insekten und wach