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Rüsselkäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Curculionidae (Familie)
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Überfamilie: Curculionoidea
  • Familie: Curculionidae
  • Anzahl der Arten: über 60.000 beschriebene Arten weltweit, etwa 1.000 in Mitteleuropa
  • Lebensraum: nahezu alle terrestrischen Habitate – Wälder, Wiesen, Äcker, Steppen, tropische Regenwälder
  • Größe: 1 mm bis etwa 60 mm (je nach Art)
  • Gewicht: wenige Milligramm bis ca. 2 g
  • Lebenserwartung: wenige Monate bis 2 Jahre (adulte Tiere), artabhängig

Aussehen & Merkmale

Das auffälligste Merkmal aller Rüsselkäfer ist der namensgebende Rüssel, eine zu einem schmalen Rostrum verlängerte Kopfkapsel. An dessen Spitze sitzen die kleinen, kauend-beißenden Mundwerkzeuge. Die Fühler sind gekniet, das heißt, sie besitzen ein verlängertes erstes Glied (Scapus), das in einem Winkel zu den übrigen Gliedern steht. Diese Fühlerform ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Käferfamilien.

Der Körper der Rüsselkäfer ist in der Regel kompakt und oval gebaut. Die Flügeldecken (Elytren) sind hart und oft mit Längsrillen (Punktstreifen) versehen. Viele Arten tragen Schuppen oder kurze Borsten auf der Körperoberfläche, die je nach Spezies silbrige, goldene, grüne oder braune Muster erzeugen. Einige tropische Vertreter, etwa die Gattung Eupholus aus Neuguinea, gehören mit ihren leuchtend türkisen und schwarzen Zeichnungen zu den farbenprächtigsten Käfern überhaupt.

Die Körpergröße variiert erheblich innerhalb der Familie. Während der heimische Haselnussbohrer (Curculio nucum) etwa 6 bis 9 mm misst, erreichen tropische Palmrüssler (Rhynchophorus) Längen von über 50 mm. Der Rüssel selbst kann je nach Art kürzer als der Kopf oder länger als der gesamte Körper sein – beim Eichelbohrer (Curculio glandium) etwa ist er auffallend lang und dünn.

Lebensraum & Verbreitung

Rüsselkäfer sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst praktisch jedes terrestrische Biotop, in dem Pflanzen vorkommen: von tropischen Regenwäldern über gemäßigte Laubwälder und Graslandschaften bis hin zu Halbwüsten und Hochgebirgsregionen. Die höchste Artendiversität findet sich in den Tropen, insbesondere in Südostasien und Südamerika.

In Mitteleuropa besiedeln Rüsselkäfer ein breites Spektrum an Lebensräumen. Viele Arten sind eng an bestimmte Wirtspflanzen gebunden und kommen daher nur in Habitaten vor, in denen diese Pflanzen wachsen. Der Große Kiefernrüssler (Hylobius abietis) ist typisch für Nadelwälder, während der Luzernerüssler (Hypera postica) vor allem auf landwirtschaftlichen Flächen auftritt.

Ernährung

Alle Rüsselkäfer ernähren sich phytophag, also ausschließlich von pflanzlichem Material. Die adulten Käfer fressen an Blättern, Knospen, Rinde, Blüten oder Früchten. Die Larven leben häufig endophytisch, das heißt im Inneren von Pflanzengeweben – in Samen, Früchten, Stängeln, Wurzeln oder unter der Rinde von Bäumen.

Die meisten Arten sind auf eine oder wenige Wirtspflanzen spezialisiert (oligophag). Der Haselnussbohrer etwa entwickelt sich ausschließlich in den Nüssen von Haselsträuchern, während der Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum) seine Eier in Apfelblütenknospen ablegt. Einige wenige Arten gelten als polyphag und nutzen ein breiteres Pflanzenspektrum.

Durch ihre Ernährungsweise spielen Rüsselkäfer eine bedeutende Rolle als Pflanzenschädlinge in der Land- und Forstwirtschaft. Der Baumwollkapselrüssler (Anthonomus grandis) verursachte im 20. Jahrhundert massive Ernteverluste in den US-amerikanischen Baumwollanbaugebieten. Der Rote Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) bedroht heute Palmenbestände im Mittelmeerraum.

Verhalten & Lebensweise

Rüsselkäfer sind überwiegend einzelgängerisch. Viele Arten sind dämmerungs- oder nachtaktiv und verbergen sich tagsüber in der Bodenstreu, unter Rinde oder in Blattachseln. Bei Störung zeigen zahlreiche Arten eine Totstellreaktion (Thanatose): Sie ziehen die Beine eng an den Körper und lassen sich fallen, wobei ihre oft erdbraune Färbung als Tarnung dient.

Einige Rüsselkäfer können nicht fliegen, da ihre Flügeldecken miteinander verwachsen sind und die Hinterflügel zurückgebildet wurden. Dies betrifft vor allem bodenbewohnende Gattungen wie Otiorhynchus (Dickmaulrüssler). Flugfähige Arten nutzen die Flügel zur Ausbreitung und zum Auffinden neuer Wirtspflanzen, werden jedoch selten über weite Strecken fliegend beobachtet.

Zur Abwehr von Fressfeinden setzen manche Arten neben der Thanatose auf chemische Signale. Einige Vertreter sondern über Drüsen unangenehm riechende Substanzen ab. Die harten Deckflügel und die kompakte Körperform bieten zudem einen mechanischen Schutz gegen Prädatoren wie Vögel, Spitzmäuse und räuberische Insekten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Weibchen nutzen ihren Rüssel, um Löcher in Pflanzengewebe zu bohren, in die sie anschließend einzelne Eier ablegen. Dieses Verhalten sichert