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Salmonellose

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – Infektionskrankheiten

Definition & Überblick

Die Salmonellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Erreger der Gattung Salmonella hervorgerufen wird. Sie zählt zu den bedeutendsten Zoonosen – also Erkrankungen, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind – und betrifft ein breites Spektrum an Tierarten. Besonders häufig erkranken Rinder, Schweine, Geflügel, Pferde, Reptilien sowie Hunde und Katzen. Auch Wildtiere und Ziervögel können betroffen sein.

Salmonellen sind gramnegative, stäbchenförmige Bakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae. Es existieren über 2.500 verschiedene Serovare (Untertypen), von denen einige streng wirtsspezifisch sind – etwa Salmonella Dublin beim Rind oder Salmonella Choleraesuis beim Schwein – während andere wie Salmonella Typhimurium und Salmonella Enteritidis zahlreiche Tierarten und den Menschen gleichermaßen infizieren können.

Die Salmonellose ist in Deutschland eine meldepflichtige Tierseuche gemäß der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten. Bei bestimmten Nutztierarten, insbesondere Geflügel und Rindern, gelten zusätzlich spezifische Bekämpfungsverordnungen.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Infektion erfolgt überwiegend auf fäkal-oralem Weg: Die Tiere nehmen die Bakterien über kontaminiertes Futter, verunreinigtes Trinkwasser oder durch direkten Kontakt mit infizierten Artgenossen bzw. deren Ausscheidungen auf. Salmonellen sind ausgesprochen widerstandsfähige Umweltkeime, die in Erde, Gülle, Staub und getrocknetem Kot über Monate, unter günstigen Bedingungen sogar über Jahre überleben können.

Wesentliche Risikofaktoren für den Ausbruch einer klinischen Salmonellose umfassen:

  • Stress durch Transport, Stallwechsel, Futterumstellung oder Überbelegung
  • Immunsuppression durch Begleiterkrankungen, Parasitenbefall oder Medikamentengabe (z. B. Kortikosteroide)
  • Junges Alter – Neonaten und Jungtiere sind aufgrund ihres unreifen Immunsystems besonders gefährdet
  • Mangelhafte Hygiene in Ställen, Futterlagern und Tränkesystemen
  • Hohe Besatzdichte in Intensivtierhaltungen
  • Kontakt mit asymptomatischen Dauerausscheidern, die den Erreger ohne eigene Krankheitszeichen verbreiten

Reptilien verdienen besondere Erwähnung: Ein Großteil der gehaltenen Reptilien – Schätzungen reichen bis über 90 Prozent – trägt Salmonellen als Teil der normalen Darmflora, ohne selbst zu erkranken. Sie stellen damit ein erhebliches Zoonoserisiko für ihre Halter dar.

Symptome & Erkennung

Das klinische Bild der Salmonellose variiert stark je nach Tierart, Alter, Immunstatus und beteiligtem Serovar. Grundsätzlich lassen sich drei Verlaufsformen unterscheiden:

  • Perakuter bis akuter Verlauf: Hohes Fieber (über 40 °C), schwere wässrige bis blutige Durchfälle (Enteritis), rasche Dehydratation, Apathie, Fressunlust und Kreislaufversagen. Bei Jungtieren kann dieser Verlauf innerhalb von 24 bis 48 Stunden zum Tod führen. Beim Kalb zeigt sich häufig ein übelriechender, gelblich-grauer Durchfall mit Beimengungen von Fibrin und Blut.
  • Subakuter bis chronischer Verlauf: Intermittierende Durchfälle, Abmagerung, struppiges Fell, verminderte Leistung (Milchrückgang, reduzierte Legeleistung), gelegentlich Gelenksentzündungen (Arthritis) oder Aborte bei tragenden Tieren.
  • Latente Infektion: Das Tier zeigt keinerlei klinische Symptome, scheidet den Erreger aber phasenweise oder dauerhaft aus. Diese klinisch inapparenten Träger sind epidemiologisch besonders problematisch, da sie als unerkannte Infektionsquelle fungieren.

Bei Geflügel äußert sich eine akute Salmonellose durch Kükensterben in den ersten Lebenstagen (Pullorum-Krankheit durch S. Gallinarum/Pullorum), Durchfall, gesträubtes Gefieder und Atemnot. Bei Pferden kann eine Salmonelleninfektion eine lebensbedrohliche Kolitis mit massivem Flüssigkeitsverlust und Endotoxämie auslösen.

Beim Hund und bei der Katze verläuft die Infektion häufig subklinisch. Klinische Symptome treten vor allem bei Welpen, immungeschwächten oder mit Rohfutter (BARF) gefütterten Tieren auf.

Diagnose

Der klinische Verdacht auf Salmonellose ergibt sich aus der Kombination von Durchfall, Fieber und den jeweiligen Risikofaktoren. Eine sichere Diagnose erfordert jedoch den direkten Erregernachweis.

  • Bakteriologische Kultur: Goldstandard ist die Anzucht aus Kotproben, Rektalabstrichen, Organproben (bei Sektionen) oder Blut auf selektiven Nährmedien wie Xylose-Lysin-Desoxycholat-Agar (XLD) oder Brillantgrün-Agar. Mehrfache Probenentnahme erhöht die Nachweiswahrscheinlichkeit, da die Ausscheidung intermittierend erfolgen kann.
  • Serotypisierung: Nach erfolgreicher Anzucht wird das Isolat mittels Antigenanalyse nach dem Kauffmann-White-Schema einem Serovar zugeordnet – entscheidend für epidemiologische Zusammenhänge.
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Ermöglicht einen schnelleren Nachweis spezifischer Salmonellen-DNA, ist allerdings nicht in jedem Labor routinemäßig verfügbar.