Saugwels
STierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hypostomus plecostomus (häufigste Art); die Bezeichnung „Saugwels" wird als Trivialname für zahlreiche Arten der Familie Loricariidae verwendet
- Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
- Familie: Harnischwelse (Loricariidae)
- Lebensraum: Süßgewässer Mittel- und Südamerikas; tropische und subtropische Fließ- und Stillgewässer
- Größe: je nach Art 4 cm (Otocinclus) bis über 50 cm (Hypostomus, Pterygoplichthys)
- Gewicht: wenige Gramm bis über 1 kg bei großwüchsigen Arten
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre, in Aquarienhaltung bei guter Pflege teilweise über 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Saugwelse verdanken ihren deutschen Trivialnamen dem auffällig umgestalteten Maul, das zu einer breiten, scheibenförmigen Saugscheibe ausgebildet ist. Mit dieser Saugscheibe heften sich die Tiere an Steine, Wurzeln oder Glasscheiben im Aquarium. Die Lippen sind mit feinen, raspelartigen Zähnchen besetzt, die zum Abraspeln von Aufwuchs dienen.
Der Körper ist dorsoventral abgeflacht und mit Reihen verknöcherter Knochenplatten – sogenannter Scuta – bedeckt, die anstelle der bei vielen anderen Fischen üblichen Schuppen eine Art Panzerung bilden. Daher rührt auch die Bezeichnung „Harnischwels" für die gesamte Familie Loricariidae. Die Grundfärbung variiert je nach Art und Gattung erheblich: Von einheitlich graubraun über olivgrün bis hin zu kontrastreichen Punkt- und Streifenmustern bei Gattungen wie Ancistrus, Peckoltia oder Hypancistrus (z. B. der bekannte Zebrawels L046) reicht das Spektrum.
Die Brustflossen sind kräftig entwickelt und dienen zusammen mit der Saugscheibe der Fortbewegung in starker Strömung. Viele Arten besitzen zudem einen oder mehrere Interoperculardorne – seitlich am Kiemendeckel sitzende, ausklappbare Stacheln –, die zur Verteidigung und bei innerartlichen Auseinandersetzungen eingesetzt werden. Bei Männchen der Gattung Ancistrus bilden sich darüber hinaus auffällige, verzweigte Tentakel auf der Kopfoberseite, die als sekundäres Geschlechtsmerkmal gelten.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Saugwelse erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Südamerikas – vom südlichen Mexiko bis nach Argentinien. Besonders artenreich sind die Einzugsgebiete des Amazonas, des Orinoco und des Río de la Plata. Die Familie Loricariidae umfasst mit über 900 beschriebenen Arten eine der artenreichsten Fischfamilien überhaupt.
Als Habitat bevorzugen Saugwelse sauerstoffreiche Fließgewässer mit steinigem oder kiesigem Untergrund, wo sie sich an Felsen und Totholz festheften. Einige Arten besiedeln aber auch ruhigere Biotope wie Altarme, überflutete Wälder (Várzea und Igapó) oder schlammige Tieflandbäche. Die Wassertemperatur in den natürlichen Habitaten liegt meist zwischen 22 und 28 °C, der pH-Wert je nach Region im leicht sauren bis neutralen Bereich.
Durch Aquarienaussetzungen und gezielte Nutzung zur Algenbekämpfung haben sich einige großwüchsige Arten – insbesondere der Gattung Pterygoplichthys – als invasive Neozoen in tropischen und subtropischen Gewässern Nordamerikas, Südostasiens und Australiens etabliert, wo sie einheimische Fischfaunen verdrängen und Uferbereiche durch ihre Grabaktivitäten destabilisieren.
Ernährung
Die meisten Saugwelse ernähren sich vorwiegend herbivor bis omnivor. Hauptnahrungsquelle ist der Aufwuchs – ein Biofilm aus Algen, Mikroorganismen, Detritus und Kleinstlebewesen –, der mit der Saugscheibe von harten Oberflächen abgeweidet wird. Daneben fressen viele Arten weiches Pflanzenmaterial und abgestorbene Pflanzenteile.
Einige Gattungen weichen von dieser überwiegend pflanzlichen Ernährung ab: Vertreter von Hypancistrus und Panaqolus sind stärker carnivor und nehmen bevorzugt tierische Kost wie Insektenlarven, Würmer und Krebstiere auf. Arten der Gattung Panaque wiederum gehören zu den wenigen Wirbeltieren, die Holz als Nahrungsquelle nutzen – sie raspeln mit ihren kräftigen Zähnen Holzfasern ab und verdauen diese mithilfe symbiotischer Darmbakterien.
Im Aquarium sollte die Fütterung der jeweiligen Art angepasst werden: Grünfuttertabletten, überbrühtes Gemüse (Gurke, Zucchini, Spinat) und Holzwurzeln als Dauernageobjekt für holzfressende Arten ergänzen den natürlichen Aufwuchs. Proteinreiches Frostfutter empfiehlt sich für die carnivor orientierten Gattungen.
Verhalten & Lebensweise
Saugwelse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen, unter Wurzeln oder zwischen Steinen und werden erst in den Abendstunden aktiv, um auf Nahrungssuche zu gehen. Dieses Verhalten sollte in der Aquarienhaltung durch ausreichend Versteckplätze berücksichtigt werden – Tonhöhlen, aufgeschichtete Schieferplatten und Moorkienholz eignen sich dazu.
Je nach Art zeigen Saugwelse ein unterschiedlich ausgeprägtes Territorialverhalten. Besonders Männchen können gegenüber Artgenossen durchaus aggressiv werden und verteidigen ihr Revier mit aufgestellten Interoperculardornen und seitlichen Rammstößen. In ausreichend großen Becken mit genügend Versteckmöglichkeiten lässt sich dieses Verhalten jedoch deutlich entschärfen. Kleinere