Schachbrettfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Melanargia galathea
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
- Gattung: Melanargia
- Lebensraum: Magerrasen, Trockenwiesen, extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen
- Flügelspannweite: 37–52 mm
- Gewicht: ca. 0,2–0,3 g
- Lebenserwartung: ca. 2–3 Wochen (Imago); gesamter Lebenszyklus ca. 1 Jahr
- Flugzeit: Juni bis August
Aussehen & Merkmale
Der Schachbrettfalter trägt seinen deutschen Namen aufgrund der auffälligen schwarzweißen Musterung seiner Flügeloberseiten, die an ein Schachbrett erinnert. Die Grundfarbe der Oberseite ist weiß bis cremefarben, durchzogen von kräftigen schwarzen bis dunkelbraunen Feldern und Binden. Die Flügelunterseiten zeigen ein deutlich blasseres Muster mit graubraunen und weißlichen Bereichen. Auf den Hinterflügeln befinden sich unterseits mehrere kleine Augenflecken (Ocelli), die von hellen Ringen umgeben sind – ein typisches Merkmal der Unterfamilie der Augenfalter.
Der Körper ist dunkel behaart, die Fühler tragen eine deutlich abgesetzte, kolbenförmige Verdickung an der Spitze – ein kennzeichnendes Merkmal aller Tagfalter. Die Beine des Schachbrettfalters sind wie bei allen Edelfaltern zu Putzpfoten reduziert: Das vordere Beinpaar ist stark verkürzt und dient nicht mehr der Fortbewegung, sodass der Falter nur vier funktionsfähige Laufbeine besitzt.
Weibchen und Männchen unterscheiden sich nur geringfügig. Die Weibchen sind tendenziell etwas größer und zeigen auf der Flügelunterseite eine wärmere, gelblich-braune Tönung. Die Männchen wirken in der Regel kontrastreicher gezeichnet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Melanargia galathea erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis in den Iran. In Europa kommt die Art von der Iberischen Halbinsel über Frankreich, Mitteleuropa und den Balkan bis nach Kleinasien vor. In Skandinavien und auf den Britischen Inseln fehlt der Schachbrettfalter weitgehend, lediglich in Südengland existieren isolierte Populationen.
Das bevorzugte Habitat sind magere, blütenreiche Wiesen und Halbtrockenrasen auf kalkhaltigen Böden. Typische Biotope umfassen Magerrasen, Böschungen, Wegränder, Streuobstwiesen und lichte Waldränder. Entscheidend ist das Vorhandensein von ungenutzten oder extensiv genutzten Grasflächen, da die Raupen auf verschiedene Gräser als Futterpflanzen angewiesen sind. Intensiv bewirtschaftetes Grünland, das häufig gemäht oder gedüngt wird, eignet sich als Lebensraum nicht.
In Mitteleuropa besiedelt der Schachbrettfalter bevorzugt Höhenlagen zwischen 200 und 1.500 Metern, in südlichen Regionen seines Areals steigt er bis auf etwa 2.000 Meter auf.
Ernährung
Die erwachsenen Falter (Imagines) ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen eine Vielzahl von Blütenpflanzen, darunter Flockenblumen (Centaurea), Skabiosen (Scabiosa), Witwenblumen (Knautia), Disteln (Cirsium, Carduus) und Thymian (Thymus). Die Tiere sind dabei nicht auf bestimmte Nektarquellen spezialisiert, bevorzugen aber violette und rosafarbene Blüten.
Die Raupen fressen an verschiedenen Süßgräsern. Zu den nachgewiesenen Futterpflanzen zählen Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Gewöhnliches Knäuelgras (Dactylis glomerata), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) und verschiedene Rispengräser (Poa). Die Raupen sind nachtaktiv und fressen ausschließlich in der Dunkelheit, tagsüber verbergen sie sich am Boden zwischen Grashalmen.
Verhalten & Lebensweise
Der Schachbrettfalter ist ein tagaktiver Falter, dessen Flugzeit sich in Mitteleuropa von Mitte Juni bis Mitte August erstreckt. An warmen Sommertagen lassen sich die Tiere häufig auf Blütenköpfen sitzend beobachten, wobei sie die Flügel in der Regel zusammengeklappt halten und so die weniger kontrastreiche Unterseite zeigen.
Die Art tritt oft in hoher Individuendichte auf. Auf geeigneten Wiesen können Dutzende bis Hunderte Falter gleichzeitig fliegen. Der Flug ist relativ langsam, gaukelnd und bodennah. Bei Störungen flüchten die Tiere mit kurzen, flatternden Flugbewegungen und setzen sich rasch wieder in die Vegetation.
Im Gegensatz zu vielen anderen Tagfaltern zeigen die Männchen kein ausgeprägtes Revierverhalten. Stattdessen suchen sie die Weibchen im sogenannten Patrouillenflug, indem sie die Habitatflächen niedrig überstreichen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz des Schachbrettfalters umfasst ein kurzes Werbeverhalten, bei dem das Männchen das Weibchen im Flug verfolgt und nach der Landung mit rhythmischen Flügelbewegungen umwirbt. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln ab – auf eine für Schmetterlinge ungewöhnliche Art: Es lässt sie im Flug in die Grasvegetation fallen, ohne sie gezielt an bestimmten Pflanzen zu befestigen. Die kugelförmigen, anfangs weißlich-gelben Eier werden so zwischen Grashalmen und Streu verstreut.
Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen und begeben sich ohne vorherige Nahrungsaufnahme direkt in die Winterruhe (Diapause). Erst im folgenden