Schlammspringer
STierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Periophthalmus barbarus (häufigste im Handel erhältliche Art); Gattung Periophthalmus, Boleophthalmus, Periophthalmodon u. a.
- Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
- Familie: Oxudercidae (früher als Unterfamilie Oxudercinae der Grundeln, Gobiidae, geführt)
- Lebensraum: Mangrovenwälder, Wattflächen, Flussmündungen und Brackwasserzonen tropischer Küsten
- Größe: Je nach Art 8–25 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 10–80 g (artabhängig)
- Lebenserwartung: Etwa 5–7 Jahre in der Natur; in gut gepflegten Aquarien bis zu 8 Jahre
Aussehen & Merkmale
Schlammspringer besitzen einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der von kleinen, in Schleim eingebetteten Schuppen bedeckt ist. Die Grundfärbung variiert je nach Art von olivgrün über graubraun bis hin zu bläulich schimmernden Tönen; viele Arten zeigen helle Flecken oder dunkle Querbänder auf den Flanken. Das auffälligste Merkmal sind die hoch auf dem Kopf sitzenden, vorstehenden Augen, die unabhängig voneinander bewegt werden können und dem Tier ein Sichtfeld von nahezu 360 Grad ermöglichen. Über wie unter Wasser liefern diese Augen ein scharfes Bild – eine unter Fischen seltene Anpassung.
Die Brustflossen sind muskulös und an der Basis gewinkelt, sodass sie wie kurze Arme funktionieren. Mit ihnen stützen sich Schlammspringer auf dem Substrat ab und bewegen sich in einer Art „Krückengang" über Schlamm, Wurzeln und Steine. Die erste Rückenflosse ist häufig leuchtend gefärbt – bei Periophthalmus barbarus beispielsweise orange bis rötlich mit dunklem Saum – und wird bei Revierstreitigkeiten und während der Balz segelartig aufgestellt. Die Schwanzflosse ist abgerundet und dient sowohl beim Schwimmen als auch beim charakteristischen Katapultsprung, mit dem das Tier bei Gefahr über die Schlammfläche schnellt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Schlammspringer erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Küstenregionen Afrikas, Süd- und Südostasiens sowie Nordaustraliens. Ihr bevorzugtes Habitat sind Mangrovenwälder, Brackwasserlagunen und die Gezeitenzonen von Flussmündungen, wo sich ausgedehnte Wattflächen bilden. In diesen Biotopen schwanken Salzgehalt, Wasserstand und Temperatur im Tagesverlauf erheblich – Bedingungen, an die Schlammspringer hervorragend angepasst sind.
Einige Arten, etwa Periophthalmus novemradiatus aus dem Ganges-Delta, dringen weit in Süßwasserbereiche vor, weshalb Schlammspringer gelegentlich auch als Süßwasserfische geführt werden. In der Aquaristik werden sie meist in Brackwasser-Paludarien gehalten, die den natürlichen Lebensraum mit einer Kombination aus Land- und Wasserzone nachbilden.
Ernährung
Schlammspringer sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Im natürlichen Biotop erbeuten sie kleine Krebstiere (Flohkrebse, Garnelen, Asseln), Insekten, Würmer und Schnecken. Zusätzlich weiden einige Arten Algenbeläge und Detritus von Schlammflächen und Mangrovenwurzeln ab. Die Beute wird mit einem schnellen Vorstoß des Kopfes gepackt; die kleinen, spitzen Zähne halten weiches Beutetier sicher fest.
Im Aquarium nehmen Schlammspringer Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, kleine Heimchen und Fliegen bereitwillig an. Eine abwechslungsreiche Fütterung beugt Mangelerscheinungen vor. Pflanzliche Beikost – etwa Spirulina-Flocken – ergänzt den Speiseplan.
Verhalten & Lebensweise
Schlammspringer sind überwiegend tagaktiv und verbringen einen Großteil ihrer Zeit außerhalb des Wassers auf schlammigem Untergrund, Steinen oder Mangrovenwurzeln. Die Hautatmung spielt dabei eine zentrale Rolle: Über die stark durchblutete Haut und die Auskleidung der Mundhöhle nehmen sie Sauerstoff direkt aus der Luft auf. Zusätzlich speichern sie in den vergrößerten Kiemenkammern einen Wasservorrat, der die Kiemenblättchen feucht hält.
Männchen sind ausgesprochen territorial. Sie besetzen ein Revier auf der Schlammfläche und verteidigen es aggressiv gegen Artgenossen. Bei Revierkonflikten stellen beide Kontrahenten die Rückenflossen auf, reißen das Maul weit auf und vollführen ruckartige Sprünge – ein eindrucksvolles Imponiergehabe. In der Haltung sollte daher ausreichend Grundfläche eingeplant werden: Für eine kleine Gruppe von drei bis vier Tieren empfehlen sich Paludarien mit mindestens 150 cm Kantenlänge und großzügiger Landfläche.
Bei Ebbe sind Schlammspringer besonders aktiv und durchstreifen ihr Revier auf Nahrungssuche. Mit steigender Flut ziehen sie sich in selbstgegrabene Schlammhöhlen zurück oder klettern auf Wurzeln und Steine oberhalb der Wasserlinie.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung ist eng an die Gezeiten gekoppelt. Zur Balzzeit intensivieren die Männchen ihre Revierverteidigung und führen auffällige Sprungdisplays vor, bei denen sie sich mit kräftigen Schwanzschlägen bis zu 30 cm in die Höhe katapultieren. Gleichzeitig wird die erste Rückenflosse in voller Pracht aufgerichtet, um Weibchen anzulocken.
Das Männchen gräbt eine tiefe Höhle im weichen Schlammgrund, die als Laichkammer dient. In diese Höhle legt das Weibchen mehrere hundert Eier ab, die an der Wand haften. Eine Besonderheit: Das Männchen transportiert Luft in die unterird