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Schleierschwanz

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carassius auratus (Zuchtform)
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Carassius
  • Ursprünglicher Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer Ostasiens
  • Größe: 15–25 cm (ohne Schwanzflosse), mit Beflossung bis 35 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 100–300 g, in Ausnahmefällen bis 500 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre bei guter Haltung, vereinzelt über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Schleierschwanz ist eine der ältesten und bekanntesten Zuchtformen des Goldfisches (Carassius auratus). Sein auffälligstes Merkmal ist die lang herabhängende, zweigeteilte Schwanzflosse, die im Ruhezustand wie ein fließender Schleier wirkt – daher der deutsche Name. Die Schwanzflosse kann bei ausgewachsenen Tieren die Körperlänge erreichen oder sogar übertreffen. Sie ist in der Mitte geteilt und bildet zwei symmetrische Hälften, die bei hochwertigen Zuchttieren gleichmäßig und ohne Knicke herabhängen.

Der Körper ist im Vergleich zum gewöhnlichen Goldfisch deutlich kompakter und eiförmig gerundet. Der Rücken ist hoch gewölbt, der Bauch stark gerundet. Die Rückenflosse steht aufrecht und erreicht eine beachtliche Höhe. Auch die Brust- und Bauchflossen sind verlängert und fließend geformt. Die Schuppen sind groß, rundlich und je nach Farbschlag metallisch glänzend oder matt.

Schleierschwänze treten in zahlreichen Farbvarianten auf: einfarbig rot, orange, weiß, schwarz oder in Kombinationen wie Rot-Weiß (Sarasa), Kaliko (dreifarbig mit blauen, roten und weißen Anteilen) und Schwarz-Orange. Es gibt sowohl Exemplare mit normalen Schuppen als auch solche mit Perlschuppen oder gänzlich ohne sichtbare Beschuppung (sogenannte Matten).

Lebensraum & Verbreitung

Die Stammform des Schleierschwanzes, der Goldfisch, stammt ursprünglich aus Ostasien. Wilde Populationen von Carassius auratus besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer in China, Japan und Korea – Teiche, Seen, Altarme und flache Flussabschnitte mit dichter Vegetation. Die gezielte Zucht von Schleierschwänzen begann vermutlich im China der Ming-Dynastie (14.–17. Jahrhundert) und wurde in Japan weiterentwickelt.

Als reine Zuchtform existiert der Schleierschwanz nicht in freier Wildbahn. Sein Habitat ist das Aquarium oder der Gartenteich. Aufgrund seines veränderten Körperbaus – der kompakten Form und der langen Flossen – ist er in natürlichen Gewässern kaum überlebensfähig. Er schwimmt langsamer als seine Wildform und wäre Fressfeinden nahezu schutzlos ausgeliefert. Das Verbreitungsgebiet des Schleierschwanzes erstreckt sich heute weltweit, allerdings ausschließlich in menschlicher Obhut. Große Zuchtbetriebe befinden sich in China, Japan, Thailand, Israel und zunehmend auch in Osteuropa.

Ernährung

Schleierschwänze sind Allesfresser (Omnivoren). In der Aquarienhaltung nehmen sie handelsübliches Goldfischfutter in Flocken- oder Granulatform bereitwillig an. Eine ausgewogene Ernährung sollte pflanzliche und tierische Bestandteile enthalten. Geeignetes Lebendfutter umfasst Mückenlarven, Daphnien (Wasserflöhe) und Tubifex. Auch Frostfutter wird gut angenommen.

Pflanzliche Ergänzungen wie blanchierter Spinat, geschälte Erbsen oder Spirulina-haltige Futtermittel fördern die Verdauung und beugen Verstopfungen vor. Letztere sind beim Schleierschwanz aufgrund seines gestauchten Körperbaus und des dadurch verkürzten Verdauungstrakts ein häufiges Problem. Eine Überfütterung sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Schwimmblasenerkrankungen führen kann – eine der typischen Gesundheitsprobleme dieser Zuchtform.

Verhalten & Lebensweise

Schleierschwänze sind gesellige Fische, die in kleinen Gruppen von mindestens drei bis vier Tieren gehalten werden sollten. Sie zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten und sind gegenüber Artgenossen weitgehend friedlich. Aggressive Interaktionen beschränken sich in der Regel auf die Laichzeit.

Die Tiere sind vorwiegend tagaktiv und durchschwimmen ihr Becken in gemächlichem Tempo. Ihre langen Flossen machen sie zu langsamen Schwimmern, weshalb sie nicht mit schnellschwimmenden Fischarten vergesellschaftet werden sollten – diese würden ihnen bei der Fütterung regelmäßig zuvorkommen. Geeignete Gesellschafter sind andere Goldfisch-Zuchtformen mit ähnlichem Körperbau, etwa Orandas, Löwenköpfe oder Ryukins.

Für die Haltung im Aquarium wird ein Mindestvolumen von 150 Litern für zwei bis drei Tiere empfohlen, wobei größere Becken grundsätzlich vorzuziehen sind. Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 und 24 °C liegen. Schleierschwänze sind Kaltwasserfische und benötigen keine Heizung, vertragen jedoch auch keine extremen Temperaturschwankungen. Ein leistungsfähiger Filter ist unerlässlich, da Goldfische generell eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen und das Wasser stark belasten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife erreichen Schleierschwänze mit etwa ein bis zwei Jahren. Die Unterscheidung der Geschlechter ist außerhalb der Laichzeit schwierig. Während der Fortpflanzungsphase, die typischerweise im Frühjahr bei steigenden Wassertemperaturen einsetzt, entwickeln die Männchen am Kiemendeckel und an den Brustflossen kleine weiße Erhebungen – den sogenannten Laichausschlag. Die Balz besteht aus einem ausdauernden Treiben, bei dem das Männchen das Weibchen über Stunden durch das Becken