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Schnabeligel

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Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tachyglossidae (Familie); Gattungen: Tachyglossus (Kurzschnabeligel) und Zaglossus (Langschnabeligel)
  • Ordnung: Kloakentiere (Monotremata)
  • Familie: Tachyglossidae
  • Lebensraum: Wälder, Buschland, Grasland, alpine Regionen (Australien und Neuguinea)
  • Größe: 30–80 cm (je nach Art)
  • Gewicht: 2–16 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 50 Jahre in Gefangenschaft; in freier Wildbahn deutlich kürzer

Hinweis zur Systematik

Schnabeligel werden in populären Darstellungen gelegentlich den Beuteltieren (Marsupialia) zugeordnet. Diese Einordnung ist zoologisch nicht korrekt. Schnabeligel gehören zur Ordnung der Kloakentiere (Monotremata) und bilden gemeinsam mit dem Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) die einzigen heute noch lebenden Vertreter der eierlegenden Säugetiere. Sie stehen damit stammesgeschichtlich weder den Beuteltieren noch den höheren Säugetieren (Placentalia) nahe, sondern repräsentieren eine eigenständige, sehr urtümliche Linie der Klasse Mammalia.

Aussehen & Merkmale

Schnabeligel erinnern auf den ersten Blick an europäische Igel, sind mit diesen aber nicht verwandt. Ihr gedrungener Körper ist auf der Oberseite mit kräftigen, hohlen Stacheln bedeckt, die aus modifiziertem Haar bestehen und je nach Art gelblich, braun oder schwarz gefärbt sind. Zwischen den Stacheln wächst ein grobes, oft dunkles Fell, das in kühleren Habitaten dichter ausgeprägt ist. Die Unterseite ist stachellos und mit weichem Fell bedeckt.

Der namensgebende Schnabel ist eine längliche, röhrenförmige Schnauze ohne Zähne. Der Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus) besitzt eine kürzere, gerade Schnauze, während die drei Arten der Gattung Zaglossus – der Westliche, Östliche und Sir-David-Langschnabeligel – eine deutlich längere, leicht nach unten gebogene Schnauze tragen. Aus der kleinen Mundöffnung an der Schnauzenspitze kann eine lange, klebrige Zunge hervorgeschnellt werden.

Die kurzen, kräftigen Beine enden in starken Grabklauen. Die Hinterfüße tragen bei den Männchen einen Sporn, der – anders als beim Schnabeltier – kein Gift absondert. Die Augen sind klein, das Gehör jedoch gut entwickelt.

Lebensraum & Verbreitung

Der Kurzschnabeligel besitzt das größte Verbreitungsgebiet aller Kloakentiere. Er kommt in nahezu allen terrestrischen Lebensräumen Australiens vor – von den tropischen Regenwäldern Queenslands über das trockene Buschland des Outback bis zu den alpinen Regionen Tasmaniens. Auch in den Tieflandwäldern Neuguineas ist er anzutreffen. Das bevorzugte Habitat variiert stark, denn die Art zeigt eine hohe ökologische Anpassungsfähigkeit.

Die drei Langschnabeligel-Arten sind ausschließlich auf der Insel Neuguinea heimisch. Ihr Biotop umfasst vor allem montane Regenwälder und subalpine Graslandschaften in Höhenlagen zwischen 1.000 und 4.000 Metern. Ihr Verbreitungsgebiet ist weitaus kleiner und fragmentierter als das des Kurzschnabeligels.

Ernährung

Kurzschnabeligel ernähren sich überwiegend von Ameisen und Termiten. Mit ihren kräftigen Klauen brechen sie Termitenhügel auf oder wühlen im Waldboden, um Insektenkolonien freizulegen. Die bis zu 18 cm lange Zunge ist mit zähem, klebrigem Speichel überzogen und kann rasch vor- und zurückbewegt werden, um Beute aufzunehmen. Statt Zähnen befinden sich auf dem hinteren Zungengrund und am Gaumen Hornleisten, zwischen denen die Nahrung zerrieben wird.

Die Langschnabeligel haben sich auf Regenwürmer spezialisiert. Ihre längere, mit nach hinten gerichteten Stacheln besetzte Zunge ist ideal geeignet, um Würmer aus dem feuchten Waldboden zu ziehen. Gelegentlich werden auch Insektenlarven und andere wirbellose Tiere aufgenommen.

Verhalten & Lebensweise

Schnabeligel sind überwiegend Einzelgänger ohne festes Revier. Sie durchstreifen große Aktionsräume, deren Grenzen sie nicht aktiv verteidigen. Kurzschnabeligel sind je nach Region und Jahreszeit tag- oder nachtaktiv: In heißen Gegenden verlagern sie ihre Aktivität in die kühleren Nachtstunden, während sie in gemäßigten Zonen auch tagsüber unterwegs sind. Langschnabeligel gelten als vorwiegend nachtaktiv und extrem scheu.

Bei Gefahr graben sich Schnabeligel innerhalb von Sekunden in den Boden ein oder rollen sich zu einer stacheligen Kugel zusammen – ein effektiver Schutz vor den meisten Fressfeinden. Zu ihren natürlichen Feinden zählen in Australien Dingos, Warane und Raubvögel. Eingeführte Arten wie Füchse und verwilderte Katzen stellen ebenfalls eine Bedrohung dar.

Eine physiologische Besonderheit ist die Fähigkeit zum Torpor. Bei Nahrungsknappheit oder niedrigen Temperaturen senken Schnabeligel ihre Körpertemperatur auf bis zu 5 °C und reduzieren ihren Stoffwechsel drastisch. Dieser Zustand kann über Wochen anhalten und entspricht einem echten Winterschlaf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Schnabeligel unterstreicht ihren stammesgeschichtlich urtümlichen Status. Während der Paarungszeit, die in Australien in die kühleren Monate (Juni bis August) fällt, bilden sich sogenannte „Paarungszüge": Bis zu zehn Männchen folgen einem Weibchen über Tage oder Wochen. Die Balz besteht vor allem aus ausdauerndem Nachfolgen und sanftem Stupsen mit der Schnauze.

Etwa 22 Tage nach der