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Schnabeltier

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Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ornithorhynchus anatinus
  • Ordnung: Kloakentiere (Monotremata)
  • Familie: Schnabeltiere (Ornithorhynchidae)
  • Gattung: Ornithorhynchus
  • Lebensraum: Süßgewässer, Flüsse, Bäche und Seen im östlichen Australien und auf Tasmanien
  • Größe: 30–45 cm Körperlänge (ohne Schwanz), Schwanz ca. 10–15 cm
  • Gewicht: 0,7–2,4 kg; Männchen deutlich schwerer als Weibchen
  • Lebenserwartung: Bis zu 21 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn geschätzt 12–15 Jahre

Hinweis zur Klassifikation

Das Schnabeltier wird in populären Darstellungen gelegentlich den Beuteltieren (Marsupialia) zugeordnet. Das ist taxonomisch nicht korrekt. Es gehört zur Ordnung der Kloakentiere (Monotremata) und bildet gemeinsam mit den vier Arten der Ameisenigel (Tachyglossidae) die einzigen heute noch lebenden Vertreter der eierlegenden Säugetiere. Die Kloakentiere stellen eine eigenständige Unterklasse (Protheria) dar und sind weder Beuteltiere noch Plazentatiere, sondern eine stammesgeschichtlich ältere Linie der Säugetiere.

Aussehen & Merkmale

Das Schnabeltier vereint Körpermerkmale, die auf den ersten Blick verschiedenen Tiergruppen zugehörig erscheinen. Der Körper ist stromlinienförmig und mit einem dichten, wasserabweisenden Fell bedeckt, das aus zwei Schichten besteht: einer feinen, isolierenden Unterwolle und längeren Deckhaaren. Die Fellfarbe variiert von dunkelbraun auf der Oberseite bis hin zu einem helleren Grau oder Gelbbraun am Bauch.

Das auffälligste Merkmal ist der breite, flache Schnabel, der äußerlich an den eines Entenvogels erinnert – daher auch der englische Name platypus (Breitfuß) sowie der ältere Name duck-billed platypus. Anders als ein Vogelschnabel ist er jedoch weich, biegsam und mit einer lederartigen Haut überzogen. Er dient nicht primär der Nahrungsaufnahme, sondern als hochsensibles Sinnesorgan.

Die kurzen Beine tragen Schwimmhäute, die an den Vorderfüßen über die Krallen hinausragen und beim Schwimmen als Antrieb dienen. An Land werden sie zurückgefaltet, sodass die Krallen zum Graben freiliegen. Der breite, flache Schwanz ähnelt dem eines Bibers und dient als Fettspeicher sowie als Steuerruder beim Tauchen.

Männliche Schnabeltiere besitzen an den Hinterfüßen einen Giftsporn, der mit einer Giftdrüse verbunden ist. Das Gift ist für Menschen äußerst schmerzhaft, aber in der Regel nicht tödlich. Es wird vor allem während der Paarungszeit eingesetzt, vermutlich bei Rivalenkämpfen zwischen Männchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schnabeltiers erstreckt sich über die östliche Küstenregion Australiens – von der tropischen Zone Queenslands bis nach Tasmanien und ins südliche Victoria. Es besiedelt Süßwasserhabitate unterschiedlicher Art: klare Gebirgsbäche, langsam fließende Tieflandflüsse, Stauseen und Seen. Entscheidend für die Habitatwahl sind stabile Uferböschungen, in die das Tier seine Erdbaue graben kann, sowie ein ausreichendes Angebot an wirbellosen Beutetieren am Gewässergrund.

Das Schnabeltier meidet stark verschmutzte oder kanalisierte Gewässer. Veränderungen der Ufervegetation, Staudammprojekte und Wasserentnahme wirken sich direkt auf die Qualität seines Biotops aus.

Ernährung

Das Schnabeltier ernährt sich carnivor, überwiegend von benthischen Wirbellosen. Zu seiner Beute zählen Insektenlarven (insbesondere Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven), kleine Krebstiere, Würmer, Schnecken und gelegentlich kleine Fische oder Froscheier. Die Nahrungssuche erfolgt tauchend am Grund von Gewässern. Dabei schließt das Tier Augen, Ohren und Nasenlöcher und verlässt sich vollständig auf die Elektrorezeptoren und Mechanorezeptoren seines Schnabels. Diese Sensoren registrieren elektrische Felder, die durch Muskelkontraktionen der Beutetiere entstehen, sowie feinste Druckwellen im Wasser.

Gesammelte Nahrung wird in Backentaschen zwischengespeichert und an der Wasseroberfläche mithilfe von Hornplatten im Kiefer zermahlen – erwachsene Schnabeltiere besitzen keine Zähne.

Verhalten & Lebensweise

Schnabeltiere leben einzelgängerisch. Jedes Tier beansprucht ein Revier entlang eines Gewässerabschnitts, wobei sich die Territorien teilweise überlappen können. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber je nach Region und Jahreszeit auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen.

Tagsüber ruhen sie in selbstgegrabenen Erdbauen am Ufer. Diese Baue haben typischerweise einen Eingang knapp über oder unter der Wasserlinie und können mehrere Meter lang sein. Schnabeltiere sind ausgezeichnete Schwimmer und verbringen täglich mehrere Stunden im Wasser. An Land bewegen sie sich hingegen eher unbeholfen, wobei sie einen reptilienartigen Gang zeigen, bei dem die Beine seitlich vom Körper abstehen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Regel auf die Monate Juni bis Oktober, wobei regionale Unterschiede bestehen. Eine eigentliche Balz im engeren Sinne ist wenig dokumentiert; beobachtet wurden Verfolgungsschwimmen und gegenseitiges Greifen der Schwänze im Wasser.

Nach der Paarung gräbt das Weibchen einen separaten, besonders langen Brutbau, der bis zu 20 Meter in die Uferböschung hineinreichen kann. Es verschließt den Gang mit Erdpfropfen, vermutlich zum Schutz vor Raubtieren und zur Regulierung der Luftf